Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Freitag, 14. November 2014

Lob des submissiven Mannes

Beim Stöbern trafen wir auf viele interessante Seiten; zum Beispiel auf "DreamLoverLabs"- eine Seite mit der wir uns noch später beschäftigen werden. Zunächst hat dort ein Text einer Mistress Angelique Serpent gefallen der dort zitiert wird und den wir hier übersetzen wollen:


Lob des submissiven Mannes
(by Mystress Angelique Serpent)


Viele Leute denken, submissive Männer seien Weicheier.



Ach wirklich? Ich würde ja mal gerne einige dieser Machos sehen, ob sie Mann genug wären, ihren Hintern hinzuhalten und jemandem zu erlauben, ihn zu fesseln und zu peitschen, …was, ihr Macho-boys, so große Helden seid ihr nicht, oder?


Männer, die sexuell submissiv veranlagt sind, haben in der Regel ziemlich viel Macht und Verantwortung in ihrem in ihrem wirklichen Leben. Sie treffen häufig Entscheidungen für viele andere. Männer, die sexuell submissiv veranlagt sind, sind überdurchschnittlich hinsichtlich ihrer Erziehung, ihrer Intelligenz und ihrem Oft habe ich den Eindruck, dass, je mehr sie sich mit ihren sexuellen Bedürfnissen wohlfühlen, egal wie ungewöhnlich diese sind, sie desto mehr Erfolg in anderen Bereichen des Lebens haben.

Das gibt ihnen eine Balance in ihrem Leben, und das ist es, was sie mir dazu sagen.
Sie stehen unter einem ziemlichen Druck, Tag für Tag, treffen viele wichtige Entscheidungen haben eine Menge Verantwortung, die viele Leute betrifft; was kann es da für eine bessere Erholung geben, als sich ein paar Stunden Zeit zu nehmen, alles hin zu schmeissen und für eine Weile der Sklave von jemand anderes zu sein?


In der "Geschichte der O" versucht O diese Art von Freiheit auszudrücken, die Submissive empfinden, wenn sie sich jemandem versklaven. Das klingt nach einem Widerspruch, wie der Widerspruch der darin liegt, dass Freiheit in der Bindung liegt.
Das ist der Gedanke, dass, wenn du einmal dich an etwas ganz hingegeben hast, dass du dann nicht mehr nach allen Seiten gezogen werden kannst von unterschiedlichen Meinungen. Du bist frei deiner Leidenschaft zu folgen, du bist frei der Sache zu folgen, der du dich hingegeben hast.

Und auf eine Weise bist du, indem du dich selbst auf das beschränkst, dem du dich anvertraut hast, ganz frei davon, entscheiden zu müssen und entscheiden müssen kann manchmal der schwierigste Part des Mensch- seins sein, nicht wahr?

Keine Entscheidungen treffen müssen, auch nicht für sich selbst, für eine kleine Weile, das kann für manche die ultimative Entspannung sein.


"für einen Mann ist seine Wahl seiner Lady zu dienen eine sehr klassische, romantische Geste……"


In der Tat, das ist eine romantische Geste, wenn ein Mann sich entscheidet seiner Lady zu dienen. Wenn du an submissive Männer denkst, dann denke an weiße Ritter auf ihren Rössern.


"To thee my lady I pledge my troth, and I shall serve thee all my days."
Frei übersetzt: "Dir widme ich mich ganz und gar und ich will Dir alle Tage dienen!"
Wenn wir uns die Natur betrachten, monogame Beziehungen, dann ist es sehr häufig die Aufgabe des Männlichen das Weibliche und die Kinder zu schützen und zu unterstützen. Alle Zeit damit zu verbringen Nahrung zu finden und sich zur Not selbst fressen lassen, dass die Mama und die Kleinen entwischen können.
Nichts für Herzschwache, nichts für Weicheier, ganz bestimmt nicht! Es braucht viel Stärke zu solcher Hingabe. Es braucht ziemlichen Mut, Dein Schicksal jemandem anderen anzuvertrauen.

Also wenn submissive Männer noble Ritter sind auf weißen Rössern, die ihre Macht der Unterstützung von Frau und Kindern widmen, dann halten Sie im Gedächtnis, dass die gleichen Männer auch alles von sch selbst verlangen.Man sagt, dass Führungspersönlichkeiten geboren werden und nicht gemacht werden. Daraus folgert, dass submissive Männer ebenso geboren werden und nicht dazu gemacht werden.
Auf keinen Fall muss sich irgendwer schuldig fühlen für seine sexuellen Bedürfnisse, wenn sie nicht in die Norm passen! Es muss also nicht etwas sein, was du bewusst gewählt hast, nein, es ist das, was du bist!


Wenn wir uns mit Individuen auseinandersetzen, die ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse verleugnen, dann können wir erkennen, dass dies die Ursache eines sehr eingeschränkten Selbstbewusstseins ist, welches zu Hemmungen, Depression und Bedrücktheit führt...

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann willst du vielleicht noch mehr erfahren bei
www.fire-serpent.com


(übersetzt von Achatz with permission of Dreamloverlab)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Auf der Seite spielt die Keuschhaltung und deren Länge immer wieder eine besondere rolle... wie seht Ihr das?

lg
fr

Anonym hat gesagt…

Ja, das ist auch wichtig um genügend Energien zum Verwöhnen der Frau zu entwickeln.

James

Sukram hat gesagt…

Ja dem stimme ich auch zu. So zentrieren sich die Gedanken immer mehr auf die Frau, auf alles was mit ihr in Verbindung steht. Selbst die einfachsten Arbeiten im und ums Haus werden dann zum erotischen Erlebnis, da ein direkter Bezug zur Göttin entseht.

Sukram

Achatz hat gesagt…

Auch wenn es sich meiner Meinung nach nicht bis ultimo ausdehnen lässt: 'Enthaltsamkeit'steigert merklich die Aufmerksamkeit und 'Fügsamkeit' des Mannes seiner Frau gegenüber und dies umso mehr, wenn sie bewusst Einfluss auf seine 'Gewohnheiten' diesbezüglich nimmt.

Anonym hat gesagt…

>> Auf keinen Fall muss sich irgendwer schuldig fühlen für seine sexuellen Bedürfnisse, wenn sie nicht in die Norm passen! <<

Das ist absolut richtig und sehr wichtig, denke ich. Warum sich für etwas schämen, das einen erfreut und befriedigt, das einem Frieden gibt und mit dem man noch dazu dem eigenen Partner eine Freude machen kann? Solche Leidenschaften sollte man akzeptieren und ausleben und nicht diskriminieren und unterdrücken. Man schadet damit doch keinem.

Ansonsten würde ich das aber wieder etwas differenzierter sehen: Submission ist nicht Schwäche, das stimmt. Genauso wenig ist Submission aber auch automatisch Stärke und Vanilla oder Dom-Sein eine Schwäche. Ich finde, ob man stark oder schwach ist, hat nichts damit zu tun, ob man Sub, Dom oder Vanilla ist. Es gibt in allen drei Kathegorien starke und schwache Leute, in allen drei Kathegorien mutige und feige Leute oder Leute mit viel und mit wenig Verantwortung.

Kein Sub muss sich dafür schämen, Sub zu sein oder sich für schwach halten. Genauso wenig muss aber auch ein "Machomann" seinen Hintern herhalten, sich fesseln und auspeitschen lassen, nur um zu beweisen, dass er stark ist. Warum sollte er sich schlagen lassen, wenn er sich nicht danach fühlt? Jeder ist wie er ist und ich finde keinen besonders stark oder schwach nur weil er etwas ist oder nicht ist oder weil er etwas mag oder nicht mag. Da spielen noch ganz andere Charactermerkmale eine Rolle.

Die Autorin macht in meinen Augen den umgekehrten Fehler im vergleich zu den Sub-Diskriminierern: Die Diskriminierer sagen zu unrecht, Subs wären Weicheier. Nur weil sie Subs sind. Die Autorin dagegen behauptet, Subs wäre z.B. überdurchschnittlich intelligent und im realen Leben überdurchschnittlich mächtig und verantwortungsvoll. Sie stilisiert Subs quasi zu Helden hoch, obwohl Subs doch auch nur ganz normale Menschen sind, wie jeder andere auch. Nur dass sie sich eben gerne unterwerfen. Aber das hat doch nichts mit Stärke, Schwäche, Intelligenz oder Dummheit zu tun.

Karin

ps.: Ich bin zwar keine femme Sub und auch nicht lesbisch, aber die "Story of O" ist übrigens ein ganz tolles Buch. O's Gedanken und Gefühle - besonders was ihre Sklaverei angeht - sind sehr interessant und anschaulich beschrieben. Ein sehr stilvolles Buch. :o)