Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Wirkliches Dienen


Aus einem Interview mit Ms. Rika
wir haben übersetzt aus Im femdomMagazine Issue 15:(Frage 4): Was ist der grösste Fehler, den Subs in D/s- Beziehungen machen ?

Der grösste Fehler ist, dass sie denken, sie wüssten schon wie man sich unterwirft.
Das ist einfach gesagt, braucht aber eine längere Erklärung.
Die meisten Submissiven verbringen ihre Zeit damit über Bilder und Fantasien zu sinnieren, die sie in den Medien finden, Büchern wie Websites. Ihre Fantasien sind durch diese Medien geprägt. Wenn sie dann eine "weniger erfahrene Partnerin" treffen und sich ihr unterwerfen wollen, dann denken, sie, sie seien bereits die Experten und glauben, ihre Partnerin müsse erstmal eine Rolle lernen. Sie versuchen ihren Partnerinnen beizubringen, wie man die dominante Rolle ausfüllt.


Sie zeigen ihnen die Medien, Bücher und Websiten und…. scheitern kläglich.


Was sie nicht begriffen haben ist, dass diese Bildquellen nur einen Zweck haben: ein Geschäft mit ihnen. So glauben die Subs, dass diese Bilder das darstellen, was und wie eine D/s -Beziehung auszusehen hat. Ich meine nicht nur die Peitschen, Stiefel und so weiter, ich meine auch die Eigenschaften und Gewohnheiten von Dominanten und Submissiven- die Definitionen als Ganzes sind manipuliert. Sie sind gemacht eine Welt der submissiven Fantasien aufzubauen, nicht aber um die wirklichen Bedürfnisse einer Dominanten wahrzunehmen.


Warum das so attraktiv ist für Submissive? Weil in der Medienwelt die Subs das Zentrum aller Aufmerksamkeit sind. Sie sind es, die gefesselt, gepeitscht, degradiert werden und gezwungen alle möglichen Formen von Qual und Erniedrigungen zu ertragen. Der Fokus der Dominanten ist gerichtet auf den Sub. Oft nimmt sie keine Sekunde die Augen von ihm. Amüsanterweise wird das "Service" an der Dominanten genannt. Ich würde lachen, wenn das nicht so destruktiv für die Beziehung wäre!


Ich höre einen Mann, wie er sagt, er will seiner Frau "dienen" auf diese Weise. Er nimmt überhaupt nicht wahr, dass die einzige Person, die hier bedient wird, er selber ist! Sorry, aber wann hat deine Frau zuletzt gesagt, sie wolle nun unbedingt Nadeln in dein Skrotum stecken? Vielleicht wollen manche Frauen das tatsächlich, aber was ist mit deiner Frau?? Es ist ein Fehler zu denken, solch eine Szene sei "Service" an ihr oder dienen für sie.
Es ist also ein grosser Fehler zu glauben, dass du weisst, wie man dient, nur weil du es so eifrig studiert hast und der allergrösste Fehler ist es zu glauben, dass diese Bilderwelt den einzigen Weg darstellt, wie du als Submissiver glücklich werden kannst!

Noch kurz etwas zu denen die sagen: "Ich bin aber dominant und mag diese Dinge auch!": Ja, es gibt einige Dominante, die ihre Energien auf den Sub fokussieren und denen es wirklich Spaß macht, sie durch den Keller zu schleifen. Für diese Leute ist Service tatsächlich so definiert. Wenn ein Submissiver solch einer Dominanten zu dienen hat, dann sind dies auch die Aktivitäten, die sie brauchen um sich zu engagieren. ABER, um eine D/s - Beziehung zu haben BRAUCHT es nicht solche Aktivitäten und solches Benehmen und wenn eine dominante Person diese Dinge nicht will, dann ist sie um nichts weniger dominant deswegen.

Wirkliches Dienen braucht Mühe und Kommunikation, um zu definieren und heraus zu finden- und das MUSS sein- was die Dominante als Dienst für sie empfindet.

Ich kann dir sagen, was es heisst mir zu dienen, aber nur deine Partnerin kann dir sagen, wie du ihr wirklich dienen kannst.
Weil eben die Definition von Dienen bei jedem anders ist, ist Dienen einmalig, und müssen wirkliche Submissive sich von ihren vorgefassten Bildwelten über D/s trennen und zum Studenten werden eben der Bedürfnisse, des Willens und der Wünsche ihrer Partnerin werden. Der Sub wird zum Studenten, nicht die dominante Person!

Wenn Subs die falsche Selbsteinschätzung vermeiden, alles schon vorher zu wissen, wie sie sich zu unterwerfen haben, und stattdessen alle ihre Mühen aufwenden, um zu lernen, wie sie ihren einzigartigen Partnerinnen dienen und sich ihnen unterordnen können, dann werden sie den Level von Submission erreichen, von dem sie geträumt haben, und sie werden eine Befriedigung erreichen, die bei weitem die sub-zentrierten Aktivitäten deklassiert, die sie vielleicht derzeit noch so schätzen!

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