Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Freitag, 8. Juni 2012

Der Subspace

Wir wenden uns zwischendurch wieder mehr 'ernsteren' Themen zu... um die Phänomene, von denen unser Blog handeln soll, weiter auszuleuchten. Elise Sutton (Netzadresse siehe unten) wird deshalb immer wieder gerne zu Rate gezogen und gelesen - eine Fundgrube und eine erfahrene, lebensbejahende Stimme der 'weiblich bestimmten Beziehung', zur Femdom-Ehe, oder wie immer man das nennen mag.
Der 'magische Zustand', den Männer erleben können, wenn eine Frau in ihnen -bewusst oder unbewusst- ihre submissive Natur herausfordert- er ist noch lange nicht hinreichend erforscht und beschrieben. Viele versuchen diesen Zustand zu vermeiden, doch er ist aus verschiedenen Grünen ausserordentlich attraktiv für viele Männer, die sich deshalb nach ihm sehnen und für Frauen, die wissen, wie sie diesen Zustand bei Männern für sich -und durchaus im Sinne der Beziehung- nutzen können.
Das Folgende ist ei
ne Übersetzung aus der Rubrik der 'Fragen und Antworten' vom April auf der Website von Elise Sutton, (die monatlich erscheint, sie heisst Q&A Forum - April 2009 (Best of Elise) und ist hier zu finden: femalesuperiority.com )Wir halten den Text für aufschlussreich, weil er den 'Subspace' definiert- aber nicht als eine quasi 'masochistische' Form der Hingabe, sondern als Erfahrung geradezu spiritueller Dimension. Dieses scheint -ganz innen- ein Grundbedürfnis für viele Männer zu sein.Diese Männer erleben ihre Frau als 'Wunderwesen', die sie wie eine Göttin verehren wollen. Dies ist es auch, was Frauen so schwer nachvollziehen können. Manchen Frauen ist es sogar unangenehm von ihren Männern so 'verehrt' und 'vergöttert' zu werden, aber vielfach lassen sie es schliesslich gerne geschehen, wenn so die Beziehung stärker wird und die Frauen bekommen, was sie wollen...So sind sie denn auch nicht uninteressiert, wenn es darum geht, herauszufinden, welche 'Knöpfe' sie bei ihrem Mann 'drücken' müssen, um ihn in den Zustand der Hingabe zu versetzen, den 'Subspace' eben, der ihnen -den Frauen- ein angenehmeres Leben bereiten könnte, als bisher.
Dominanz/ Submission, kurz D&S muss nicht, kann aber dabei eine sehr hilfreiche Rolle spielen, um die Mechanik in Gang zu setzen, die einen Mann in den 'magischen Raum' der Submissivität, kurz in den sogenannten 'Subspace' bringt. Aber von den Männern verstehen dieses auch nur jene, die diesen Zustand kennen. Wir finden den Beitrag sehr lesenswert:
Frage eines Mannes an Elise Sutton:
Liebe Ms Sutton,

Meditation ist immer ziemlich schwierig für mich. Ich fühle mich einfach nicht wohl damit, bin ständig abgelenkt von meinen Gedanken, von Geräuschen etc., so dass ich eigentlich immer bei meinem normalen Bewusstsein bleibe, manchmal bin ich regelrecht genervt dadurch. Nur gelegentlich, wenn ich entspannt genug bin, erlebe ich eine Art muskuläres Loslassen und erfahre mein Sein ganz ohne Mühe. Davon kommt eine innere Öffnung, die die Dinge geschehen lässt, einfach so; viel besser als wenn ich danach suchen wollte. Dabei habe ich unlängst herausgefunden, dass ich diesen Seins- zustand viel häufiger erreiche, wenn ich meine Frau zwischen den Beinen lecke (die 'Yoni' , wie man es nach der tantrischen Tradition nennt). Wenn ich eine Hand auf ihr Schambein lege, die andere auf ihr Herz, während meine Lippen sie küssen, blasen und sie lieben, dann erscheint es ganz einfach mich an die Liebe zu verschenken. Ich verliere dann dieses 'Selbstbewusstsein', dass sich dem reinen Vergnügen so oft in den Weg stellt.
Wir versuchen alle die ganze Zeit irgend etwas zu tun und vergessen dabei das einfache 'Dasein'. Liebe machen hat nichts mit Leistung oder Erfolg zu tun.


Es ist eigentlich eine spirituelle Erfahrung des einander Schenkens, ohne jede Erwartung.
Männer tendieren von Natur aus dazu, die Zähne zusammen zu beissen und eine gute Performance zu hoffen, wenn sie Sex haben, aber, wie wir als Spezies das alle lernen müssen, ist das im Endeffekt verzweifelt enttäuschend und nur wenn man weniger zielorientiert wird kann man diesen Zustand erreichen, den Ihre Leser 'Subspace' nennen.
Ich mag den Begriff überhaupt nicht, denn er verfehlt das spirituelle Element der Liebe in der Reinheit des Gebens.
Ich lese derzeit eine Menge über taoistische, chinesische Sexualität und ich bin sicher, was wir zur Zeit noch 'Femdom' oder BDSM nennen, bewegt sich in Richtung hin zu Spiritualisierung der Sexualität und der Liebesbeziehungen. Nun, ich will nicht nur einfach auf die Kerzen starren. Es ist reicht mir, das Nirvana zwischen den Beinen meiner Frau zu finden!! Viele Grüße und Danke für Ihre Pionierarbeit!

Antwort von Elise Sutton:
Ich bekomme viele Briefe von Männern, die mich fragen, wie sie 'subspace' denn erreichen können. Manche versuchen es einfach zu eifrig. Ich sage dazu: du kannst den 'subspace' nicht einfach 'wollen', denn das würde bedeuten du konzentrierst dich zu sehr auf dich selbst. Um Subspace zu erreichen muss ein Mann sich vollständig in der Frau verlieren.
Er muss sich verlieren in ihrem Wesen und er muss sich hingeben an sie, sich ihr ganz opfern. Wenn er sich einmal an sie verschenkt hat, und einmal sein ganzer Focus auf sie gerichtet ist, dann kann dieser 'Subspace' erreicht werden.
'Subspace' ist ein ruhiger und irgendwie auch hypnotischer Zustand, der durch die absolute Aufgabe des menschlichen Willens entsteht. Ihre Beschreibung der Erfahrung mit Ihrer Frau passt perfekt zu meiner Definition von 'Subspace'.
Ich analysiere Subspace von einer psychologischen Perspektive her, nicht von einer biologischen. Bei BDSM-lern kannte ich Leute, die mit meiner Beschreibung von Subspace nicht übereinstimmten.
Sie klassifizieren es als das Eintreten eines Masochisten in einen besonderen Zustand mithilfe von Endorphinen, die im Gehirn freigesetzt werden, um Schmerzen zu blockieren, und das bewirkt wiederum, dass der Submissive 'high' wird von seinen Endorphinen. Endorphine sind Hormone, die Opiatrezeptoren binden, sie reduzieren die Schmerzsensationen und können solche Gefühle auslösen.
Ich habe keine Zweifel an dem Einfluss, den Endorphine auf das 'High' eines Masochisten ausüben.
Jedoch weiss ich, dass das etwas anderes ist als 'Subspace'.

Der Grund, weshalb ich nicht an eine Wechselwirkung von Schmerz und Subspace glaube ist, dass verschiedene D&S Aktivitäten einen Mann in eine "submissiven Zone" bringen können und die meisten dieser Aktivitäten beinhalten Schmerz überhaupt nicht.
Ein Mann muss überhaupt kein Masochist sein, um in den 'Subspace' versetzt zu werden.

Ihre Situation belegt meinen Standpunkt. In der Tat erreichen Sie einen friedlichen, ruhigen, hypnotischen Zustand, wenn sie ihre Frau oral bedienen
.
Sie gehen in ihr verloren.

Andere Männer erleben die gleichen Sensationen, wenn sie die Stiefel einer Frau verehren, wieder andere kommen in den Subspace, wenn sie 'Queening' erleben, andere, wenn sie
innerhalb eines sexuellen Kontextes erniedrigt werden von einer Frau .
'Strap-on-play', Disziplinierungs- Sessions und die Anbetung des weiblichen Körpers werden bestimmte Männer in den Subspace versetzen.
Was haben also diese Aktivitäten alle gemeinsam?
Die mentale Stimulierung eines Mannes der seinen Willen an die Frau übergibt!
Die D/s -Praxis ist es, die die mentale Stimulation hervorbringt und es ist die mentale Stimulation, die den Mann in den Subspace transportiert.
Subspace ist eine spirituelle Erfahrung. Ohne, dass ich das jetzt zu sehr vertiefen will: wir sind dreieinige Geschöpfe. Wir sind Geist, wir haben eine Seele (Bewusstsein, Willen und die Gefühle) und wir leben in einem Körper.

Das Bewusstsein (mind) ist das Tor zum Geist. Das Bewusstsein wacht auch über Gedanken und Erfahrungen, die es nicht haben will. Es ist wie ein Wächter der darauf programmiert ist, nur vorgefertigte Odeen und Erfahrungen in den Geist hereinzulassen.
Alles was da nicht zu passt zu dieser Programmierung des Bewusstseins wird abgewiesen und geblockt mit Skeptizismus und Verteidigungsmechnismen. Dieser Wächter wird vor allem in der Kindheit und frühen Jugend programmiert.
Aber unsere wahre Natur kommt von innen nach aussen.

Subspace ist ein ruhiger und nahezu hypnotischer Zustand, der eine Balance herstellt zwischen der Psyche und dem
Spirituellen.
Er wird erreicht von Männern, wenn sie sich ganz dem Willen und der Power eine Frau überantworten.
Wenn eine Frau einen Mann dominiert (sei es körperliche Dominierung oder mentale) dann setzt sie eine bestimmte Energie und Power frei.
Diese sind sexuell und spirituell.

Diese Energie
fordert und wünscht sich Hingabe (Submission).
Wenn ein Mann sich der Macht hingibt, die von einer Frau kommt, dann betritt er diese magische, submissive Zone oder den Subspace.
Indem er sich fallen lässt und sich ganz der Frau widmet, entwaffnet er seinen Bewusstseinswächter und ermöglicht seiner submissiven Natur sich zu entfalten.
Dies lässt ihn diesen ruhigen und fast hypnotischen Zustand erreichen, der als Subspace bekannt ist.
Er ist schwer zu beschreiben und zu erklären, aber Männer die ihn betreten sagen, das es wundervoll ist.
Frauen lieben, was der Subspace mit ihren Männern macht.
Es macht sie sanftmütig, fügsam, liebevoll und verehrend. Ein Mann im Zustand des Subspace hat etwas Spirituelles berührt und er kann dann eine Frau auf einer spirituellen Ebene verehren. Das wiederum stärkt die dominante Natur in der Frau und die wird wieder von der submissiven Energie des Mannes genährt.
Nicht jeder Vorgang ist von gleicher Intensität oder Macht, aber wenn die Chemie da ist, dann transzendiert sie den gewöhnlichen Sex.
Deshalb habe ich gesagt, das D&S und insbesondere Female Domination noch viel mehr berührt als das rein Sexuelle. Es berührt das Mentale und das Spirituelle.

Subspace wird von jedem Mann anders erlebt.

Jeder Mann ist einzigartig in seiner Natur und mit seiner Persönlichkeit und mit ganz einzigartigen Lebenserfahrungen.
Die Sexualität eines Mannes ist entwickelt und gespeichert in seinem Bewusstsein (mind). Manchmal braucht es Ausprobieren um herauszufinden, was die submissive Natur eines Mannes entfaltet und freilegt. Anfangs wird sie durch die Sexualität freigesetzt erforscht, aber wenn sie einmal durch sexuelle und mentale Reize freigesetzt ist, dann wird es einen Mann veranlassen, seine Wächter (seinen menschlichen Willen) abzulegen und wenn er das geschehen lässt und sich ganz einer Frau hingibt, dann wird er in den Subspace eintreten. Das D&S ist lediglich ein Werkzeug, das eine Frau benutzt, um die verborgenen Bereiche im Kopf eines Mannes auszuforschen, auf der Suche nach dem Auslöser, der einen Mann dazu bringen kann, seinen Willen an sie abzugeben. Wenn er das einmal tut, dann ist der Weg frei für beide ihre wahre Natur zu umfassen. Sie sind in der Lage diesen Zustand zu erreichen, wenn Sie zwischen den Beinen Ihrer Frau sind und sie oral befriedigen. Ihr Geschmack und ihr Duft verstärken Ihre Erfahrung, aber was sie so mächtig macht ist, dass Sie sich ganz an sie schenken. Es geht nur um ihre Befriedigung und wenn Sie zwischen ihren Beinen sind, denken Sie nicht an Ihre eigene Befriedigung, Sie verlieren sich in ihrem Wesen und diese Erfahrung bringt Ihr Bewusstsein (mind) in einen spirituellen Zustand, den einige Anhänger dieses Lebensstils als 'Subspace' erkennen, Vielleicht ist das kein perfektes Wort, diesen Zustand zu beschreiben und ich glaube, dass Ihre Assoziation mit einem spirituellen Bewusstseinszustand korrekter ist. Danke, dass Sie Ihre schöne Erfahrung mitgeteilt haben. Alles Gute.

Wir freuen uns auch auf Eure Kommentare hierzu!

Das Buch von Elise Sutton 'Female Domination' liegt auch in deutsch vor und heisst 'Weibliche Domination'