Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Donnerstag, 18. November 2010

Für normale Frauen...(1)

Ich möchte allen Frauen Mut machen, die auf welchem Wege auch immer, entdeckt haben, dass ihr Mann submissive Träume hat.

Dies ist kein Grund sich zu trennen. Selbst wenn Du eigentlich lieber einen dominanteren Mann hättest. Überlege Dir genau, was Du eigentlich haben willst! Einen Macho willst Du nicht und einen Typen, der Dich zu seinem Besitz machen will, willst Du auch nicht; ebenso wenig wie einen Mann, der 3x in der Woche Sex will, sich dabei aber wenig um Deine Belange kümmert und anschliessend sofort einschläft.

Auf der anderen Seite, willst Du , dass er weiß, was er will, dass er kein Weichei ist und dass er Dich im Bett total verwöhnt (oder auch mal richtig 'hernimmt').
Dass er Verantwortung im Haus übernimmt (behält). Dass er Dir ganz zur Seite steht.

Eigentlich war es immer schon so bei uns, dass im Bett ausschließlich das passiert, was mir gefällt. Alles andere wäre ja auch nicht gut. Natürlich haben wir verschiedene Dinge ausprobiert, auch ihm zuliebe und dabei habe ich auch vieles gelernt und mich an manches gewöhnen können, was ich früher ausgeschlossen hätte. Aber ich mache niemals und auch heute nichts, wozu ich keine Lust habe, auch wenn sich das verändert hat wozu ich Lust habe.
Also es ist ein Partnerspiel und es ist nicht langweilig, auch jetzt nicht, wo wir älter werden…

Als mein Mann mir seine submissive Seite offenlegte, oder besser, als ich sie ihm offenlegte, ein schwieriger und langer Prozess,  kein plötzliches Outing, da war ich, wie viele Frauen wohl auch, zunächst schockiert und unfroh: ich wollte nicht so einen Sonderling.
Einen Sklaven, der sich vor mir auf dem Boden windet, fand ich widerlich, das habe ich ihm gleich gesagt, dass er damit gar nicht anfangen braucht, und das ist auch heute noch so.

Einem erwachsenen Mann auf den Hintern zu schlagen, das kam für mich zunächst auf gar keinen Fall infrage. Heute würde ich sagen: ich hätte ruhig früher damit anfangen sollen…. Aber dazu vielleicht ein andermal.

Der Hauptvorteil einer 'weiblich geführten Beziehung' ist, dass Du als Frau tatsächlich ernster genommen wirst und dass das Respektieren Deiner Wünsche selbstverständlich wird.
Dass Du plötzlich im Alltag sagen kannst: Moment, komme mir nicht wieder mit Deinen verschrobenen Ansichten, ich bin die Chefin und Du wolltest doch gehorchen, ist es nicht so?


Dann kommt er vielleicht gerade in elegantem Anzug aus einem Termin, fühlt sich ganz wie der Boss und ist voller hektischer Energie und Ungeduld und macht Wind, weil wir noch abends eingeladen sind und seine Frau noch nicht fertig ist und dann sagt sie (die ihn kennt und weiß, wie er reagiert) plötzlich zu ihm, ganz einfach und ruhig:
"Ausziehen".
Dann schaut er Dich verblüfft an, als wollte er sagen: "Aber doch nicht jetzt sowas- wir treffen doch nachher die Soundso und wir müssen uns noch fertigmachen"
Er gehorcht aber doch, einfach weil es so ausgemacht ist und weil er weiß, dass ich gnadenlos konsequent sein kann, und das liebt er ja eigentlich und darum hält er sich an unsere Verabredung, obwohl ihm im Moment gar nicht danach ist.

Ich weiß, was ihn beruhigt: Ich schicke meinen Mann einfach in die Ecke des Raumes, dort mit dem Gesicht zur Ecke zu stehen -nackt- für vielleicht 5 bis 10 Minuten, das reicht schon, bis er sich gesammelt hat. Er spürt dann, dass ich ihn 'im Griff' habe und dass er das will.
Warum nackt? Männer können nicht gut denken, wenn sie nackt sind und sie können auch nicht gut 'herrschen', wenn sie nackt sind. Es ist ihnen peinlich und sie haben auch immer Angst, man könnte ihnen eine mögliche Erregung ansehen. Davon kann aber, wenn er so hektisch auf Business macht, gar keine Rede sein. Im Gegenteil: er fröstelt jetzt, seine Männlichkeit ist kaum noch zu sehen und er denkt sich "Scheisse, warum habe ich mir so eine doofe Situation selbst kreiert ?"

Nach einer Weile komme ich, frage ihn die Dinge, die ich wissen will und teile ihm unmissverständlich mit, wie ich mir den Rest des Tages mit ihm vorstelle. Manchmal hat er sich dabei umzudrehen und in meine Augen zu schauen. Das sind dann sehr klare Momente.
Das funktioniert gut. Da ist nichts dabei. Ich brauche nichts anderes zu tun, um seine Veranlagung zu bedienen und …. zu nutzen. Für mich, für uns beide.
Er kommt zur Ruhe und ist -auch nachher bei unseren Gastgebern- der allerbeste Ehemann.
Das ist bei uns ein einfacher Vorgang, der auf den Prinzipien des D/s beruht ohne dass er eine 'normale Frau' überfordert.

Das zweite was Du 'machen' solltest, klingt zunächst sonderbar, ist im Prinzip ebenso harmlos: überwache seinen Schwanz! Nicht nur submissive Männer lieben und brauchen es, sexuell wahrgenommen und kontrolliert zu werden. Sie sehnen sich danach. Auch das ist einfach: wenn Du ihm keine 'Keuschheitsschelle' verpassen willst- (die gibt es mittlerweile gut im Internet zu kaufen und erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei den Subbies)- dann kontrollierst Du ihn eben direkt, indem Du ihm auferlegst keusch zu sein, bis Du 'ihn brauchst'. So geht es bei uns.

Natürlich musst Du ihn, am besten mehrmals pro Woche, direkt fragen, ob er sich auch daran hält: schau ihm in die Augen dabei.
Alle Männer spielen an sich herum und alle verheirateten Männer tun es ebenso und Dein Mann tut das auch und zwar in den meisten Fällen beinahe täglich oder zumindest sehr oft und vor allem weitaus öfter als er zugibt. Kein Mann gibt das so einfach zu, oder nur 10 Prozent!
Wichtig ist hierbei zu wissen, dass das eigentlich- oder ganz gewiss, Betrug an Dir, bzw. Eurer Ehe ist. Er "verschleudert" eine Energie, für seine Haltlosigkeit, für seine eigene, einsame Lust, auf die Du als seine Frau Anspruch in diesem Spiel hast. Es ist die Energie die ihn motiviert und in die Lage versetzt, Dich zu verehren, für Dich Dinge zu tun und alles mögliche auf sich zu nehmen. Hat er sich gerade selbst verwöhnt, dann kannst Du vergeblich darauf warten…
Überall hier in diesem Blog und in dem Forum (sehr zu empfehlen) kannst Du lesen, wie wichtig es ist, dass ein Mann sich zumindest zeitweise zu enthalten lernt und sich auf seine Frau konzentriert. Ein 'Wichser' kann das nicht.
Auseinandersetzungen oder 'Befehlsverweigerung', seine blöde Besserwisserei und sein Kontrollzwang- das gibt es bei uns nur, wenn er sozusagen 'befriedigt' ist, aber niemals, wenn er noch ein bisschen zu warten hat... Alleine daran merke ich, 'ob er brav' war oder ob ich ihm peinliche Frage stellen muss.
Dies ist ein Aspekt, der Frauen fremd ist, weil sie vergleichbares vielleicht an sich selbst nicht kennen. Für den Umgang mit Deinem Subby- Hubby ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, das habe ich erst lernen müssen. Dieses Element 'einzusetzen' erfordert weder besonders 'dominantes' (ein bisschen schon..) noch 'unnormales' Verhalten Deinerseits.

Amélie

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke!

Anonym hat gesagt…

Ein wichtiger Beitrag, eventuell solltet ihr darüber nachdenken mehr "Für normale Frauen..." zu bringen.

Es erleichtert den Einstieg ungemein.

Ich finde auch, dass eure Erfahrungsberichte hier besser aufgehoben sind als im Forum, auch wenn es hier immer wieder Probleme mit dem Format gibt.

Was ist eigentlich bei Sebastian und seinem Blog los?

Grüße

Andreas

Achatz hat gesagt…

Probleme mit dem Format? Welche sind das - was hast Du für einen PC (System?)

Ansonsten danke für die Hinweise. Zu Sebastians Blog können wir hier nichts sagen.

Patrick hat gesagt…

Hab mich ja schon bedankt, aber irgendwie ist der Beitrag schon noch essentiell wichtig (aus meiner Sicht) und darum schliesse ich mich Andreas an. Auch schon erwähnt, aber ich sage es gerne nochmals „Amélie macht MUT zur DEMUT“ und gibt mit diesem Appel an die „normalen Frauen“ dem Anfänger eine weitere Hilfe seine Überzeugungsarbeit anzubringen.

Das mit dem Format ist halt irgendwie BLOG bedingt. Es gibt hier und im Forum sooooo viele gute Beiträge welche, in einer anderen Struktur schon einen exzellenten Sachbuchratgeber hergeben würden. Einen Ratgeber wie der Ritterlicher-Diener Ihn für die Haltung des Sub’s begonnen hat könnte mit allen diesen Informationen zu einer richtigen Enzyklopädie gemacht werden. Aber dazu müsste wohl das ganze verrissen – zusammengebastelt – verlinkt und in ein WIKI gelegt werden.

Patrick

Anonym hat gesagt…

Hi Achatz,

ich habe mich auf Roswithas Probleme bezogen, ich habe keine.

Anonym hat gesagt…

Für ganz normale Frauen eben. Jedenfalls gibt es viele, die eine solche Beziehung leben. Es wird nur wenig darüber gesprochen, in der Öffentlichkeit. Eigentlich ist die hier beschriebene Haltung der Frau doch ganz normal.

Das meine Partnerin als Fan dieser Seite schon ein kleiner Profi in dieser Sache ist, wurde mir auch erst später klar, nachdem Sie mich für sich entdeckt hatte...

Meine Erfahrungen findet Ihr unter
http://wildfang-haeschensjuwelen.blogspot.com/

Anonym hat gesagt…

Normal - es ist normal, auch wenn einige es nicht wahr haben wollen.
Wer von Euch Männern zieht sich nicht die Schuhe aus bevor er das Haus betritt und wer möchte sich nach der Arbeit um so etwas streiten?
Wer setzt sich nicht hin, um die Toilette sauber zu halten.. Aus Rücksicht oder weil er sie sonst selbst wieder reinigen muß...

Schaut Euch den Blog hier an

http://wildfang-haeschensjuwelen.blogspot.com/2010/10/haschens-juwelen-wahre-flr-fortsetzung.html

Anonym hat gesagt…

Als Mann muß ich ja wirklich zugeben, daß die Verfasserin des Textes so einiges über Männer weiß und sich dadurch natürlich einen guten Vorsprung in der Beziehung heraus arbeiten kann.Frauen, die wissen wie ihre Männer so ticken haben schon einen großen Vorteil. Frauen sind da schon wesentlich schwieriger zu durchschauen, denn sie wissen wie sie uns etwas vormachen können. Ohne sexuelle Energie der Männer, die sich Frauen zunutze machen, wird es schwer einen mann auf den richtigen Weg zu bringen, genau dort liegt wohl der Schlüssel zu der weiblich geführten Beziehung.

Anonym hat gesagt…

Großartig! Dies sind genau die Artikel die in der Tat den Einstieg stark erleichtern können. Es geht nicht
so sehr um irgendwelche Praktiken oder ähnliches und es ist keine wie auch immer geartete theoretische Abhandlung. Genau diese Artikel sind es die das Verständnis auf beiden Seiten fördern und den Weg zum gemeinsamen (!) Ziel ebnen.
Einen Riesendank
Jo

@wildfang:

Besten Dank auch für Deine Kommentare und die Links. Leider kann dieser, sehr interessant klingende, Blog aber nur von Eingeladenen gelesen werden. Schade, schade.

Anonym hat gesagt…

Auch von mir vielen Dank für Eure guten Ratscvhläge. Sie sind wirklich hilfreich...