Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Montag, 11. Januar 2010

Wie Spanking wirkt…

Dem 'eigenen' Mann den Hintern zu versohlen, ihn also zu schlagen, das klingt total abwegig. Es kam mir pervers vor. 

Und so etwas will er von dir?  Alles, nur so etwas nicht! Nein.
 
Ich habe inzwischen meine Meinung geändert und meine Hemmungen etwas abgelegt.

Heute weiß ich, dass Dominas in manchen Fällen eine wichtige und respektable Arbeit leisten können.
 Manche submissiv veranlagte Männer, es sind wahrscheinlich mehr, als wir glauben, brauchen nämlich geradezu so eine Disziplinierung, sie sehnen sich auch danach.
 

Anfangs habe ich das nicht wirklich verstanden, ich fand das wirklich furchtbar. Ich dachte; ich bin zwar nicht prüde und mache alles Mögliche im Bett mit ihm; aber Schlagen... muss DAS wirklich sein?  Ihm Gewalt antun, ihm wehtun?

Es kann nicht sein, dass er das wirklich will. 

Und brauchen? Er ist doch kein Kind mehr. (Und Kinder brauchen Schläge ganz und garnicht).

Aber irgendwann  hat es mich dann doch gereizt, es auszuprobieren, wenn  er es sich denn so wünscht: erste Versuche waren schwierig, voller Peinlichkeit, weil wir beide unsicher waren. Dieser Anblick des vorn über gebeugten Mannes, sein Hintern- das ist nicht nur erhebend, selbst wenn es ein ganz schöner Hintern ist. Was sagen, wohin gucken, wie geht das los? Wie mache ich das...einfach so? 
Und ich hasse 'Szene' outfits und Gehabe.

Das war schon eine Überwindung. 
Und die  Frage: wieso mache ich das eigentlich? Für wen? Für mich bestimmt nicht! Natürlich nur für ihn. 
Ja, für ihn, okay, für seine Lust probiere ich das. Schließlich erregt es ihn (zumindest zu Beginn...hihi).
Und was habe ich davon?
Mag sein: anschließend war der Sex komischerweise auf einmal besser.
Er war tatsächlich wie
ausgewechselt. Agiler. Selbstloser. Hingebungsvoller. Sehr viel hingebungsvoller...

Und dann habe ich allmählich besser verstanden, wieso er das braucht und DASS er es braucht; ich gewann die Einsicht: es ist absolut gut für ihn, er mag es nicht nur, er braucht es. Es hilft ihm außerordentlich.

Es ist kein Akt der Gewalt sondern eine besondere 'Liebesgabe', Zärtlichkeit der besonderen Art, die er sich erträumt hatte, wie so viele submissive Männer.


Eines Tages begann diese Mühe auch mir Spaß zu machen.
Nicht als sadistische Regung, nein, das wohl nicht. Oder doch?
Eher dieses Gefühl, wie sehr ich etwas, wie sehr ich ihn beeinflussen kann. Seine physische Reaktion zum Beispiel. Ein einziger gezielter Schlag und sein ganzer Körper bebt. 
Plötzlich hat das mich fasziniert.
Ihn ganz 'in der Hand' haben.
 Seine Lust. Dass er mich lässt. Seinen Schmerz.
Ist es noch Schmerz, wenn er es geniesst?

Das zu steuern löste widerum eine interessante Gefühlsmischung bei mir aus.
Ein spezielles Gefühl.

Es ist 'Macht', na klar, das ist schon ein Wort von Bedeutung hierbei.
 
Was ist, wenn ich über einen bestimmten Punkt hinausgehe?
Wenn ich es selber bestimmen kann. Weil er mich lässt.
Weil er mir versichert hat, es ihm auch dann antun zu dürfen, wenn er es gerade nicht will.
Wann immer es mir passt. Auch wenn er mal nicht in Laune ist dafür.
Wenn er mir generell die Macht gibt, 'es' mit ihm zu tun, wann immer ich will, oder es für richtig halte. Dafür vereinbart man die Dinge…… ABER: ohne jede Verpflichtung meinerseits natürlich, es überhaupt tun zu müssen.

Das ist dann eine gewisse Freiheit. Diese Grenzen auszuloten hat meine Neugier geweckt.
Und wenn du 'es' schließlich eines Tages anwendest, um ihn tatsächlich zu korrigieren, zu disziplinieren, dann ist es genau das, was wer wollte.

Oder um deiner Wut Ausdruck zu verleihen. Kein Spaß mehr...
Jede Frau will das heimlich einmal, da bin ich mir sicher. Ihrem Alten den Hintern versohlen nach Strich und Faden....oder etwa nicht? 

"Okay, Junge, du hast dich schlecht benommen und jetzt bekommst was drauf, ob du es dir passt oder nicht".
So haben wir es eben ausgemacht. 

Und: "du wirst dich bessern, denn ich werde es so machen, dass du gut erinnerst."
Das tut manchmal gut zu sagen.
Er bekommt einen neuen, ganz anderen Respekt vor seiner Frau. Dass er vielleicht steif wird - anfangs - verstärkt den Effekt nur.

Es ist so, tatsächlich! Er genießt den Schmerz, er will ihn und er will ihn dann plötzlich nicht mehr. Wenn es viel wird, dann ist er hin und her gerissen und spürt die große Portion 'Gefühl',
diese mixed emotions, welche ich ihm verpasse...als meine Liebesgabe für ihn.

Er fühlt sich völlig unsicher und 'ausgeliefert', denn da kann er ja nicht zurück: er will grundsätzlich nicht, dass ich aufhöre, auch wenn er es jetzt gerade doch wollte…

Vielleicht erklärt das diese Dankbarkeit, die er hinterher spürt. Er spürt alles unmittelbar und er muss das ganz zeigen in meiner Gegenwart ..., also sich zeigen. Es fasziniert ihn in seiner Vorstellung, dass er sich nicht mehr verstecken kann vor mir.
Oh, mein Lieber- da gibt es keine Geheimnisse mehr vor mir plötzlich.
Und das ist es, was die Sache so intim macht für uns beide.


Diese Mischung seines intimsten sexuellen Verlangens und dieser Unterordnung, dieser Lustschmerz und die Hingabe, welche ich jetzt von ihm bekomme. Ganz!
Ich verlange sie inzwischen auch von ihm.

Wenn das Ereignis sexuell und gleichzeitig gefühlsintensiv ist, dann ist er ausserordentlich erregt und eben auch sehr wachsam und aufnahmebereit.
Deshalb will und muss er weitgehend nackt sein bei einer
solchen Prozedur, denn Nacktheit ist in diesem Zusammenhang zugleich sexuell für ihn und hingegeben. Während ich dagegen bekleidet bleibe,  ihm gerne meine Beine und meine Füße zeige, wenn er vorne über gebeugt ist, das erregt ihn ebenfalls.
Und wenn es erregend ist, wirkt es auch…

Der Bildhauer Rodin hat einmal gesagt, dass der Mensch, wenn er nackt ist, nicht denken kann. Vielleicht ist etwas daran. Er soll ja nicht soviel denken, er will fühlen und…… gehorchen.

Auf mich hören, weil er es so will und weil es gut für ihn ist. Ich bin dabei liebevoll zu ihm, streichele ihn und sage ihm vor, während und oft auch nach der Prozedur, worum es mir geht. Was ich zu korrigieren wünsche.
Beziehungsweise, was ich korrigieren werde.

Und das ich das vor allem für ihn tue.
Wie eine gute Freundin sage ich das manchmal (nicht immer!).

Ich sage das sehr bestimmt und ich bin dabei sehr fest und er muss versprechen, sich an das zu halten, was er dann verspricht.
Also alles nur für ihn? Nicht ganz.
Die Chancen stehen nicht schlecht, dass er sich daran hält.
 
Dinge die ich ihm in diesem Zustand, den er schnell erreicht, sage, merkt er sich lange.

Die emotionale Verbindung von sexueller Erregung in Unterwerfung, Schmerz als Lust und Schmerz, den er dann plötzlich hasst- das produziert einen Strom von Gefühlen in ihm, der tief in sein 'Betriebssystem' eingreift.

Eine Frau, die damit liebevoll umgehen kann, kann sehr weit kommen mit ihrem Mann……nicht so sehr was die Ausbildung eines Haussklaven angeht (wer will denn so etwas wirklich?), sondern was die größtmögliche Vertrautheit und Intimität angeht mit dem Mann, der dir für sie da sein will. Und was die Vermeidung von Krach und Streit angeht, dies Mittel ist nicht zu unterschätzen!


Er hört nicht (nur) auf mich, er spurt nicht nur, etwa weil es weh tut und weil er Schläge in Zukunft vermeiden wollte (das will er nämlich gar nicht!! Das ist eine Männerfantasie. Und sie stimmt bei uns nicht!)

Er fügt sich mir, weil sein Gehorsam in seinem Gehirn mit dem Geschehen der Disziplinierung, die er will und braucht, verbunden ist.
Er fügt sich mir, weil seine Unterwerfung ihn an die Erregung erinnert, die er verspürt, wenn ich ihn diszipliniere!

Weil er zeigen will, dass die 'Erziehung' gut für ihn ist, dass sie wirkt und ich sie also fortsetzen kann.
Man könnte auch denken: er würde dann gerne mal gerade nicht auf mich hören wollen, damit er wieder die ersehnte Strafe bekommt.
Manchmal gibt es auch das. Aber selten.
 
In der Regel funktioniert es so bei uns:
Er fügt sich mir, weil er will, dass ich mich seiner annehme und ihn in einer Art sexuellem Spiel ernstnehme, also auch mal bestrafe, selbst wenn es dann auch einmal richtig weh tut. (Ich schlage ihn zwar auch schon mal ohne Grund, oder weil er mich darum bittet; ganz wir zusammen drauf sind.)


Doch, wenn ich keine Lust habe, wenn ich wirklich sauer bin, dann setze ich das ganze Spiel auf unbestimmte Zeit aus. Das ist das Schlimmste für ihn und es wirkt in der Regel am allerbesten.

Der Vorgang an sich sollte ein Akt der Liebe sein, auch wenn er etwas ungewöhnlich -für einen Außenstehenden- aussehen mag.
Hinsichtlich der Übersetzungen und Anregungen, die wir, vor allem Achatz, hier auf diesem Blog eingestellt haben, liegen mir die Disziplinierenden Housewives mittlerweile   am nächsten. Dort ist alles einfach und klar. Und die Vorteile für die Frau liegen 'auf der Hand'. Und Caring Domination lehrt den achtsamen und liebevollen Umgang mit einem submissiven Mann am besten; es ist ebenfalls sehr wichtig und lesenswert, vor allem für Frauen, die mit dem Thema erst einmal nicht zu Rande kommen, so wie ich am Anfang. 

Wenn der Mann auf Dauer und prinzipiell so eine Behandlung nicht mehr wollen würde, dann wird das Spiel -und es ist und bleibt ein Spiel!- eben beendet.
Das Gegenteil aber ist der Fall, Männer lieben es! Zunächst mehr als die meisten Frauen. Dieses Spiel nicht mehr mit ihm zu spielen, das wäre die schlimmste Drohung. Denn Männer sehnen sich nach diesem Widerspruch intensiver Gefühle. Und dieser Widerspruch ist es, der wirkt. Eine Frau kann ihn nutzen.

(nach Amélies Aufzeichnungen geschrieben)

Mittwoch, 6. Januar 2010

Gedanken zu einer FLR

Was ist eine FLR?
Es ist eine Beziehung in der die Frau über ihren Mann bestimmt. Also anders genannt: eine Weiblich geführte Beziehung.

Hat das etwas mit Feminismus zu tun?
Je nach Art der Beziehung: im Prinzip auf jeden Fall, ja. In einer FLR wird davon ausgegangen, dass Frauen vielleicht nicht bessere Menschen, aber in solchen Beziehungen die überlegenen sind.

Heisst FLR nicht, die perversen Begierden des Mannes zu bedienen?
Kein. Kann mal sein, aber nein, eigentlich nicht. Eine erfahrene Frau nutzt jedoch ein bestimmtes Verlangen ihres Mannes; es ist ihm angeboren und für ihn natürlich. Es ermöglicht ihm im besten Fall  sich ganz den Ansprüchen seiner Frau hinzugeben.

Muss eine Frau wie eine Domina veranlagt sein, oder sadistisch ticken?
Nein, nicht auf jedenfall. Auch wenn sie Elemente verwenden wird, die eine Domina ebenfalls verwendet, geht es in einer FLR nicht darum, den Mann 'zu bedienen', sondern es geht umgekehrt um die Frau, die von ihrem Mann bedient wird.
Sie wird mit der Zeit, auch wenn sie anfangs nicht sehr dominant ist, sehr viel mehr dominantere Eigenschaften ausbilden, einfach durch die Tatsache, dass ihr Mann sich ihr unterordnet.

Was sind wichtige Elemente einer FLR für eine Frau?
Dass ihr Mann lernt, wie er sich ihr gegenüber angemessen zu verhalten hat- in allen Dingen-, so wie sie sich das immer schon gewünscht hat. Dass sie sich unterstützt sieht in ihren Belangen und dass sie von ihrem Mann verwöhnt wird- mit Respekt.
Je nach Art der Beziehung, kann und wird sie absolute Loyalität, Gehorsam, Einfühlung und totale Aufgabe seines 'Männerego' verlangen, sowie eine Sexualität beanspruchen, die sich ausschließlich an ihren Masstäben und Bedürfnissen orientiert.

Was sind wichtige Elemente einer FLR für einen Mann?
Für den Mann ist von großer Bedeutung, dass die Frau möglichst umfassend seine Sexualität  kontrolliert (was auch eine teilweise oder weitgehende Enthaltsamkeit bedeuten kann) und Zurückhaltung seiner eigenen sexuellen Befriedigung von ihm verlangt, dies unterstützt seine submissive Natur.

Sie wird nicht nur geistig, seelisch, sondern auch körperlich über ihn verfügen. Die Art und Weise wird sie selbst bestimmen. Das können 'unbequeme' Arbeiten für ihn, Diätpläne oder körperliche Bestrafungen sein, Dinge bei denen er etwas leisten oder aushalten muss, um ihr zu gefallen und um ihr, ihrer gemeinsamen Beziehung und auch ihrer Familie nützlich zu sein. Viele Männer können darin ihre höchste Erfüllung finden.