Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Dienstag, 22. September 2009

Einfaches Vorgehen

Heute mal ein paar einfache Gedanken von Amélie, die sie vor Jahren einmal geschrieben hat zu Beginn unserer 'Verwandlung' in der Beziehung; sie richten sich an Frauen, denen es ähnlich geht. Frauen, die einen Mann haben, der sich als submissiv veranlagt gezeigt hat:

Wenn Du einen Mann hast, der sich als 'submissiv' geoutet hat, dann vielleicht … Gratulation! Es ist es ein Mann, der es geschafft hat, sich Dir gegenüber zu öffnen und Dir etwas zu zeigen, was ihm sehr peinlich ist, andererseits aber ungemein wichtig für ihn ist.

Wenn Du also davon erfahren hast- durch ihn selbst, dann spricht das sehr für Eure Beziehung und dazu für ihn selbst, als auch besonders für dich, er würde sich das nicht rauen sonst.


Wenn Dein Mann so etwas aber nicht outet, heisst es noch lange nicht, dass er nicht submissive ist. Ich denke, die meisten haben welche, ab und an zumindest. Das Potenzial ist riesengroß.
Die Verdrängung ist riesengross.
Beziehungen, Ehen scheitern, weil das Thema nicht auf den Tisch oder auf das Bett kommt.
Merke: das Problem wird mit den (Ehe-) Jahren nicht kleiner, sondern größer. Und, es ist ein Riesenthema.

Wenn du -als Frau- 'soetwas' nur verachtest, nimmst Du ihm vielleicht die einzige Möglichkeit, sich dir gegenüber zu offenbaren.
So etwas sollte aber eigentlich in jeder Beziehung auf den Tisch- auch wenn du nichts anderes machen willst und auch nicht musst, als offen sein für das, was aus deinem Mann herauskommt, wenn er es einmal geschafft hast, dir von seinen submissiven Veranlagung zu erzählen.

Er wird es in der Regel
nicht tun. Euer Sex wird vielleicht fade sein oder er wird sich zurückziehen oder aber sich heimlich seinen Fantasien überlassen oder aber sie anderswo ausleben...
Du kannst aber auch - was ich empfehle- die Flucht nach vorne antreten und selbst herauszufinden versuchen, ob er submissiv ist und wenn ja, wie sehr, wenn Du einen solchen 'Verdacht' hast.

Wie macht eine Frau das? Wie Elise Sutton schreibt, ist ein Mann, der gerne auch mal unten liegt, möglicherweise auch nicht abgeneigt, wenn seine Frau ihm einmal die Peitsche über seinen Po zieht.
Dazwischen liegen vielleicht einige Stufen, aber nicht Welten: im Prinzip wollen viele Männer die 'Macht ihrer Frau' spüren. Meistens zunächst nur im Bett. Aber nicht nur dort ist es 'anwendbar', dieses Verlangen.
Wenn du deinen Mann ein bisschen kennst, wirst du heraus finden, wie du ihn testen kannst. Zum Beispiel bei Fesselspielen oder Ähnlichem.
Männerkörper lügen nicht: sie zeigen, was sie erregend finden, auch wenn die Männer etwas anderes erzählen. 'Unterwerfe' ihn ruhig mal ein wenig und du wirst bald wissen, was ihn erregt und was nicht.
Frauen dagegen haben dagegen ganz gerne -unauffällig natürlich- die Macht im Haus und im Leben.

Sollte sich also Dein 'Verdacht' bestätigen oder solltest du es schon wissen, dann verdränge es nicht.
Für dich gibt es zwei Möglichkeiten:
Erstens du hast sowieso eine dominante, ja vielleicht sogar eine ein bisschen sadistische Ader und hast von vorne herein Freude daran, deinen Mann zu 'unterwerfen': im Bett und/ oder vielleicht auch im Haus. Ist dies der Fall, dann habt ihr das sicherlich schon gemeinsam herausgefunden, wenn nicht, was hält Euch zurück?

Der zweite Fall ist aber typischer und die Regel. Du hast nicht die Bohne Lust, deinen Mann zu 'unterwerfen' weder im Spiel noch 'im Leben' (du tust es vielleicht unbemerkt sowieso, aber eben nicht 'so'). Du willst einen starken, überlegenen Mann eigentlich, der aber kein Macho ist.
So ging es mir. So geht es mir auch noch.
Wenn du deinen Mann also mit seinem Anliegen nicht vor die Tür setzen willst, solltest du ihn zumindest besser kennen lernen, denn submissive Männer sind prinzipiell keine schlechten Männer / Liebhaber - sowohl im Bett, als auch im Haus.
Aber: sie brauchen Deine 'Führung', nach der sie sich ja auch sehnen. Ferner ist dieses ein Thema, welches einen grossen Platz in seinem Leben einnimmt und: er kann wenig dagegen tun. Er wollte es auch nicht. Und du vielleicht auch nicht - wenn du die Vorteile kennengelernt hast.

Das Wichtigste aber zuerst: du
musst nichts tun, und du musst nichts tun, was du nicht willst. Schließlich sollst du ja auch die Chefin sein… Jedoch solltest du das, was du von ihm willst und was du von ihm erwartest mit Bestimmtheit einfordern bei ihm und auch bei ihm durchsetzen. Sei konsequent.
Gelingt dir das, dann hast du schon einen grossen Teil seiner Sehnsucht bedient.
Der Punkt ist,
dass du dominant bist und nicht so sehr auf welche Weise.
Der andere Teil heisst D/s (Dominanz und Submission) und hat mit seiner Sexualität zu tun. Die meisten Frauen haben hiermit so ihre Probleme.

Hier solltest du dir nur das suchen, was zu dir passt. Sei geduldig. Deine Wahrnehmung wird sich allerdings auch verändern mit der Zeit. (Ich habe mir zum Beispiel am Anfang nie vorstellen können, dass ich meinem Mann einmal den Hintern versohlen würde und heute macht es sogar Spaß...)

Du kannst -um bei einem simplen Akt und im Bett zu bleiben- deinem Lust- Sklaven- Mann zum Beispiel auch befehlen, dich im Bett nach Strich und Faden 'zu nehmen' und dich zu beherrschen, wenn du das so willst. Er wird es lieben, wenn er weiß, dass es dein Befehl ist und dass er zu gehorchen hat. Das klingt kompliziert, aber eigentlich auch wieder nicht und es funktioniert bei uns. Dabei steigerst du deine und seine Lust, wenn Du möglichst lange Standhaftigkeit von ihm erwartest, oder sogar ganz den Verzicht auf seinen eigenen Höhepunkt.

Submissivität ist beim Mann eng mit Sexualität verknüpft, so wie bei Männern Sexualität eigentlich überhaupt vielleicht der wichtigste Motivator ist.
Auf der anderen Seite ist Sexualität auch ein Hauptablenkungsfaktor bei Männern. (Manche Frauen denken ernsthaft, Männer seien erst zu gebrauchen, wenn sie kastriert wären; aber dabei fehlt es an Erfahrung mit solchen Männern. Elise Sutton hat jedenfalls davor gewarnt -tatsächlich gibt es Institutionen in der angelsächsischen Welt, wo Ärztinnen Männer auf eigenen Wunsch und den ihrer Frauen kastrieren- ein Hauptelement des Spiels ginge verloren, ein simples Herrin/ kastrierter Sklave- Dasein sei trostlost und verliere jeden Sinn.)

Deshalb empfiehlt es sich für Frauen, die nicht von Natur aus eine Domina sind oder sein wollen, die Sache so zu gestalten, dass sie gut damit leben können und das beste davon haben.
Wenn sie wissen, wie ihre Männer ticken, wie ihre Zyklen sind -in Abhängigkeit ihrer hormonellen Situation, die weitgehend abhängig ist vom Zeitpunkt des letzten Samenergusses, dann können sie ihre Männer mit Leichtigkeit und ohne viel 'Kinks' so steuern, wie sie es richtig finden.

Du musst eben z.B. wissen, dass Du einen Mann auf zwei Arten den Hintern versohlen kann.
Du kannst ihm den Hintern versohlen - auf die Jeans und ohne Weiteres, oder du kannst es tun, indem du ihm sagst, dass er sich vorher nackt ausziehen 'muss'.
Nacktheit sexualisiert den Vorgang für ihn, er schämt sich aber jetzt gleichzeitig auch mehr (siehe Georgeann Cross: The Loop). Du selbst kannst das 'kleine Schwarze' oder dein Businesskostüm ruhig anbehalten: nackt vor dir fühlt er sich mit einmal wehrloser, gedemütigt und 'unterworfen', er wird vielleicht gleichzeitig erigieren und sich trotzdem vor deinen Schlägen fürchten. Diese doppelten Gefühle verwirren ihn. Auf jedenfall weißt du dann bescheid, wie es um ihn steht.
Dies ist eine Situation, die wie keine andere geeignet ist deinen Mann kennenzulernen und auch 'zu trainieren' - für deine Belange!

Seine Submissivität ist perfekt für dich angerichtet: nun kannst du ihm geben, wonach er sich so sehnt und was er so dringend braucht. Dazu musst du nicht die Domina spielen oder ein sadistisches Biest. Sei, was du bist: seine Gefährtin, die ihn liebevoll aber herzhaft diszipliniert, mit Liebe und nicht mit Gewalt.
Du tust ihm damit etwas Gutes, vergiss das nicht!
Du trittst für diesen Moment vielleicht auch an die Stelle seiner Mutter, aber du bist noch mehr: seine Frau, seine Geliebte, der gegenüber er sich bis intimste anvertrauen kann und sollte. Und die ihm gibt, was er so nötig braucht!
Es gibt kaum eine denkbare bessere Vertrauenssituation als diese.
Und während du ihn -vielleicht sogar an seine Grenzen- führst und disziplinierst, kannst du ihm endlich ordentlich deine Meinung sagen: jetzt wird er Dir genau zuhören und sich alles, alles was du sagst, merken. Wenn es jetzt ein bisschen schmerzhaft für ihn ist, um so besser. Er dankt es Dir hinterher mit Respekt und Liebe!

Dies hat zwei Effekte: es ist eine Strafe und gleichzeitig eine Erregung für ihn. Submissivität und Sexualität sind- wie gesagt- sehr eng verknüpft: das macht es unendlich aufregend und attraktiv für ihn und versetzt ihn in die Lage und lässt ihn sich wünschen, anschließend alles zu tun, um dir zu gefallen. Praktisch alles. Merke: es empfindet es so, vor allem, nur weil du so liebevoll- konsequent zu ihm bist, das ist eben die 'liebevolle weibliche' Autorität.

Wichtig: was ihn fasziniert ist weder deine Schönheit, noch deine Jugend noch dein Sexappeal, oder irgendein 'sexy Outfit', was ihn jetzt 'verzaubert' ist Deine liebevolle, weibliche Autorität, die du selbstbewusst vorträgst.

Jetzt solltest du- und nun kannst du das!- verhindern, dass er masturbiert und zuviel ejakuliert, das ist wichtig, glaube es!
(Achatz hat inzwischen grundsätzliches Selbstbefriedigungsverbot. Das heißt, er ejakuliert wirklich nur noch, wenn ich es ihm erlaube, egal ob ich dabei bin oder nicht. Ich habe den Eindruck, dass das funktioniert und dass er ehrlich mit mir ist. Aber man weiß nie. Allerdings finde ich mittlerweile ganz gut heraus, wenn er mich anlügt! Onanie ist Betrug!)
Wie Georgeann Cross schreibt, ist es ungünstig, dich sexuell deinem Mann körperlich/sexuell zu näheren, wenn er nicht hinreichend 'spitz' ist. Wenn du willst, dass er dir gehorcht, weil er das selber will, dann solltest du diese Regel niemals vergessen: lasse ihn zappeln und nur dann das haben, wonach er sich sehnt, wenn er sich auch wirklich danach sehnt....keinen Augenblick früher.
Er muss wieder zu lernen darauf zu warten, darum zu werben und etwas dafür zu tun.
Es sind die klassischen drei englischen W:

He must want it, work for it and wait for it.
(Es soll es wollen, dafür arbeiten und darauf warten)

Das ist die uralte Regel, die eine 'weiblich geführte Beziehung' nur mehr explizit aufgreift.

Da ich oft keine Zeit und keine Lust habe, mich in langen Nächten und in einer ausgedehnten 'Session' für ihn zu bemühen habe ich ein einfaches Vorgehen, das sehr effizient ist:


Wenn ich merke, er ist zu 'geladen' und wird langsam unruhiger, weil er Sex haben will oder 'Spiele' will, dann kann ich darauf eingehen, wenn ich Lust dazu habe und vielleicht mit ihm Sex haben. Das geschieht auch manchmal so. Oft habe ich aber weder Zeit noch Lust. Dann findet sich ein Anlass, bei dem ich sagen kann, wenn wir allein sind: 'Zieh dich aus...' Dann weiß er genau Bescheid und aufgrund einer Verabredung, die bindend für ihn ist, muss er folgen, 1. sofort und 2. ohne wenn und aber, beugt sich nach vorne und stützt sich mit den Armen ab: ab besten am Küchenbüffet, das hat die richtige Höhe. Hier darf er dann möglicherweise ein bisschen auf seine bessere Hälfte warten und darüber nachdenken, ob er etwas falschgemacht hat und womit er seine liebende Ehefrau glücklich machen könnte.
Dann sage ich ihm, weshalb er jetzt den Hintern versohlt bekommt, wobei sein Körper meistens schon zeigt, dass er mit der Situation im Prinzip auf einer tieferen Ebene einverstanden ist, obwohl es ihn auch ein bisschen schaudert.
Er bekommt dann was hinten drauf, weil er seine Bierflasche nicht weggeräumt hat, weil er vergessen, hat mein Handy aufzuladen. Oder weil er mich mit seinem 'Trieb' unter Druck setzen wollte und anzüglich geworden ist. Oder weil er an sich selbst herumgefummelt hat. Oder aber, weil er unserer Nachbarin auf den Arsch gestarrt hat, wenn sie Gartenarbeit machte.
Besonders bei letzterem Vergehen weiss er genau, dass ich ziemlich sauer werden kann und nicht zimperlich bin.
Manchmal sage ich aber auch einfach nur: es ist mal wieder Zeit, dass du kapierst, wer hier welche Rolle spielt. Er liebt das.
Manchmal bitte ich ihn, zuvor eine Haselnussgerte im Garten zu schneiden. Soll sich die Nachbarn ruhig wundern, wozu wir das brauchen.
Bewährt hat sich in letzter Zeit auch eine Jalousienstange aus massivem Acryl: sie ist sofort erreichbar, sie liegt gut in der Hand und ich benötige kaum Kraft, denn schon mit wenig Schlagkraft zieht es dermassen auf seinem Hintern, dass er alles bereut, was er angestellt hat.
Ausserdem macht sie ein wundervolles Geräusch in der Luft, bevor sie auf seine Hinterbacke trifft.

Soll er wimmern? sich winden? zittern? Ich kann es steuern! Soll er anschliessend Tränen in den Augen haben oder will ich, dass er alles schweigend annimmt, 'wie ein Mann': egal wie - das Schmerzspektrum ist groß- von sanft bis sehr heftig- und für den Hausgebrauch (und mehr will ich nicht) völlig ausreichend- und: es geht manchmal in 5 Minuten inkl. 'Anwärmzeit' ab, das strengt mich nicht sehr an.
Ist es dann vorbei, dann hat sein Po meistens eine anständige Rötung und einige -oder auch mal viele- satte Striemen. (Die sind selten von langer Dauer bei ihm)
Wenn der Schmerz dann nachlässt ist er … ruhiger, ausgeglichen und glücklich- eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen ich es meinem nackten Mann gestatte, meine Füsse zu küssen, wenn er sich nicht zu pathetisch benimmt.

Bei der Gelegenheit sollte er sich auch bei mir bedanken.
Denn ich tue das ja für ihn.

Ein Pathos des Leidens und des Opfers ertrage ich jedoch nicht.
Überhaupt will ich lieber einen liebevollen und aufmerksamen 'Mann', einen Gentleman, als einen devoten Opfersklaven.
Ich habe ihn mir so erzogen.
Das ist ein Hauptgrund, weshalb ich diesen Lebensstil so mag: Ich bestimme, … auch wie er sich gibt.
Du kannst dir Deinen Mann erziehen, heranziehen! Es geht nur, weil er es selbst so will. Weil er selbst damit glücklicher ist. Und letztlich bekomme damit auch ich, was ich will.

1 Kommentar:

Teddy hat gesagt…

Hallo ihr beiden,
erstmal ein großes Lob ein großes Dankeschön an euch. Wir sind grad am "Anfang der Verwandlung" und wo wir jetzt so tolle Hilfestellungen und Tipps haben dürfte es uns leichter fallen.