Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Freitag, 31. Juli 2009

Richtige Pflege und Fütterung…

Wie schon bei 'Hut ab vor den Frauen' dargelegt wurde, ist es die liebevolle Fürsorge von Frauen, die eine solche Beziehung, wie sie von vielen Männern ersehnt wird, lebendig werden lässt. Nur in seltenen Fällen begegnet ein Mann einer Frau mit dominanter Veranlagung von vorne herein, die ebenfalls eine solche Beziehung wünscht.
Allerdings wird oft berichtet, dass wenn eine -bisher ahnungslose und zunächst nicht dominante- Frau erst einmal die Chancen, Möglichkeiten und das Vergnügen an ihrer eigenen Dominanz in einer D/s-Beziehung
kennengelernt hat, sie ausserordentlich Gefallen daran fin
det und um nichts in der Welt auf die 'Errungenschaften' ihrer neuen Stellung verzichten wollte.

Die Frage von Männern, -aktuell auch in diesem Blog in den Kommentaren zu finden- ist: "Was ist, wenn ich eine Femdom -Beziehung kreiert habe, plötzlich aber doch nicht mehr
beherrscht werden will, weil es meiner Frau ZU gut gefällt, sie mich überfordert und misshandelt und sie nicht mehr zurück zu den alten Zuständen will?"
Diese Frage kann niemand genau im Vorhinein beantworten. Da hilft nur der Versuch…
über den jeder für sich selbst entscheiden muss.
Es hilft aber auch möglichst weitgehende Offenheit zu schaffen und Austausch über die eigenen Wünsche, so dass man einander zumindest ein wenig besser kennt- auch wenn nicht immer garantiert ist, das beide dieselben Spiele mögen.

Aber manchmal ist dies eben doch der Fall: Gerne verweisen wir auf den (amerikanischen) Blog eines Paares mit ähnlichem Thema: 'Submitting to Her', von ein Paar, welches sich über lange Jahre hinweg von 'Null' zu einem waschechten Femdom- Ehepaar entwickelt hat. Das bemerkenswerte an diesem Blog ist, dass vor allem auch die Frau, 'P' genannt, von ihrem Weg schreibt, sehr gefühlvoll und gleichzeitig präsize, analytisch berichtet, wie sie dem zunächst heimlichen Verlangen ihres Mannes 'M', von Frauen beherrscht zu werden (und der dieses zunächst nur mit Professionellen auslebt) auf die Spur kommt und sich selbst schliesslich auf ihn in dieser Weise einlässt, und dann selbst Gefallen an einer D/s - Beziehung findet.

Es entsteht eine Beziehung, von der vielleicht viele Männer nur träumen, vor der viele Männer aber auch Angst haben: Eine intensive D/s- Ehe, in der es nicht gerade 'zimperlich' zugeht, wo der Mann quasi bedingungslos seiner Frau untergeordnet ist und sie ihrerseits ihren Platz über ihm einnimmt, konsequent, aber -und das ist das Entscheidende: voller Liebe- spielerisch und 'real'.
Hiervon vor allem soll ja auch unser Blog im Wesentlichen handeln: Von einer Möglichkeit der Liebe zwischen Mann und Frau, die ungewöhnlich ist und doch unendlich viel Potential hat, da sie mit dem innersten Kern der Geschlechter eine Menge zu tun hat. Heute stellen wir deshalb in unserer Übersetzung einen Absatz von Gedanken von Frau 'P' vor, die über ihre Liebe zu ihrem Mann 'M', die Intensität und die Intimität ihrer D/s Beziehung räsoniert. (Vielleicht bald dann einmal mehr aus diesem Blog).

Ich erinnere den Moment unsrer ersten Begegnung, es war wie ein Schock für mein System. Die Erinnerung ist noch ganz klar vor Augen : eine belebte Straße, nach einer kurzen Vorstellung das Gefühl, dass alles zum Stehen kam in mir, als ich wahrnahm, was da vor mir stand. Diese Momente sind so selten und dazu noch, wenn du eine Person triffst, die so auf dich wirkt, dass dein Innerstes nach aussen gekehrt wird. Nach diesem ersten Moment war der nächste Gedanke, der durch meinen Kopf sauste, war "Es ist unglaublich, dass ich ihn nicht zuerst getroffen habe". Denn natürlich, hatte ich gerade jemand anders kennen gelernt. Natürlich. Letztendlich fanden wir aber einen Weg zu einander und die Leidenschaft, die Intensität meiner Liebe und mein Verlangen nach ihm waren unvergleichbar.
Oft, wenn ich an M denke fällt mir der Satz ein : "Stille Wasser sind tief."

Und das ist sehr wahr.
Wenn du deine große Liebe triffst, dann ist das so powervoll, so real, so intensiv und so stark. Das sich zueinander Hingezogen-Fühlen ist so unvergleichlich und es ist nicht zu stoppen, so dass man schwerlich glauben kann, dass noch andere Dinge auf der Welt existieren! Und dann wird es zu etwas wie alles andere auch, durchlässig, veränderbar und definitiv etwas ganz anders, als es einmal war. Auf eine Weise ist das auch gut so: eure Leben können sich aneinander anpassen und man kann sich einen Raum dazwischen erlauben. Auf der anderen Seite kann das, so scheint es jedenfalls, sehr sehr schlecht sein. Der Funke, die Sehnsucht, das Verlangen wandelt sich von einem alles konsumierenden Durst in so eine Art: "Ich könnte mal einen Drink gebrauchen hier oder dort- vielleicht kannst Du dafür am Samstag ausgehen, während ich auf die Kinder aufpasse-" so ein Geben und Nehmen. Du hast die Bindung, das Band jetzt, aber die Person, die dein Ein- und Alles war, ist irgendwo in der Menge verloren gegangen.

Ich schreibe das, weil da etwas in unserer D/s- Beziehung ist, wenn sie aktiv ist, was die Aspekte der grössten Leidenschaft in unserer Beziehung wiederbelebt. Wenn ich mir die Zeit nehme um M die 'richtige Pflege und Fütterung' zu geben… (ich meine das ironisch, wenn du den Bezug erkennst) dann ist das wie ein Frühling nach einem langen Winter. Es ist ein Wiedererwachen von Gefühlen, die geschlafen haben, und dabei zählen dennoch die ganzen Jahre des gemeinsamen Wachsens.
Es ist die Intimität dieser Beziehung, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, und vielleicht ist das der Kern dessen, was ich zu sagen versuche.
Intimität ist der Schlüssel- im Herzen all der neuen und explosiven Beziehungen, welche physisch oder emotional oder in beidem explodieren.
In unserer D/s Beziehung gibt es diese wiedergewonnene Intimität dadurch, dass M den tiefsten Teil seiner Seele öffnet, seine Verletzbarkeit herzeigt und schließlich dieses alles innerhalb unserer Beziehung mitteilt.
Das, meine Freunde, ist sexy!


Ich möchte nicht zurück an einen Ort, an dem M sich meiner ganz sicher war oder wo ich meinte, jetzt sei aber mal ein gutes Buch ein willkommener Rückzug. Neulich hat mich die Erkenntnis erschüttert, dass die Zeit so begrenzt ist und so wertvoll und dass es so wichtig ist, unsere Beziehung auf diesem höheren Niveau lebendig zu halten, ja das verdient höchste Priorität auf meiner 'Liste der lebenswichtigen Dinge'.
Es wurde mir plötzlich klar, schmerzvoll klar, dass unsere Beziehung keinen Erfolg haben konnte ohne die Verinnerlichung dieser intimeren D/s -Beziehung.
Das war, als ich begriff, dass M's Verlangen nach einer solchen Beziehung nicht einfach nur ein Teil von ihm war, sondern das ist, was ihn wirklich im Gang hält.
Ich brauchte eine Weile um das zu begreifen, 10 Jahre nämlich!


Und wirklich habe ich mich oft gewundert wie viele Leute mit diesem Verlangen in sich leben können und es niemals überhaupt nur irgendwie ausdrücken können!
Es scheint so zu sein, dass viele Menschen höchstwahrscheinlich in einer Falle sitzen mit sich selbst.

Ich schreibe das nicht mit einem "Ätsch - ich habe das alles entdeckt!" Im Gegenteil, es fühlt sich für mich eher an, als sei ich davon überwältigt. So wie man einen Schlüssel zu einem großen Auto bekommt, aber noch nicht weiß, wie man mit der Knüppelschaltung umgeht. Damit sei gesagt, dass ich ein aktiver Teilnehmer sein will und mich da ganz hineingeben will. Die Verpflichtung, die ich mir auferlege und auch M gegenüber, ist die, immer weiter zu gehen, mich selbst dazu zu bewegen, meine Fesseln der Bequemlichkeit abzuwerfen im Wissen, dass eine gesunde, blühende Beziehung davon abhängt.
Ich glaube, wenn ich das im Kopf behalte und mich dabei daran erinnere, dass dies das ultimative Ausgleichselement in unserer beider Leben ist, dann wird alles gut sein und wir werden glücklich sein für lange Zeit.

Übersetzung von Achatz: Original hier

Sonntag, 26. Juli 2009

… lest Kommentare!

Wem hier zu selten 'Neue Beiträge' kommen, der sollte mal in die zahlreicher werdenden Kommentare schauen. Dort ist Einiges zu lesen z.B. in den (bisher) 36 Kommentaren zu 'Hut ab vor den Frauen'. z.B. ein sehr bemerkenswerter von einer Lady X und viele andere.


Seit einiger Zeit ist die Länge der Kommentare -ohne unser Zutun- eingeschränkt. Leider habe ich keine Möglichkeit, die zulässige Größe von Kommentaren zu beeinflussen. Dass sie neuerdings nur eine begrenzte Menge Worte aufnehmen, scheint vom Blog -Provider eingeführt worden zu sein. Wenn aber jemand das anders weiß und dazu einen Trick kennt, bitte ich um Nachricht! Auch wir fänden es besser, wenn Kommentare in 'einem Schwung' und nicht häppchenweise eingestellt werden könnten!