Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Dienstag, 2. Juni 2009

Hut ab vor den Frauen

Leider ist eine Ruhepause bei uns auf dem Blog eingetreten. Es reicht zur Zeit einfach nicht zu mehr. Statt dessen heute die Stimme eines Lesers (Vielen Dank!):
Uns schrieb in einem Kommentar zur 'männlichen Anatomie' ein "Ritterlicher Diener" einige Zeilen, die wir gerne hier noch einmal herausstellen wollen, da sie bemerkenswert und wichtig sind für unser Thema.

ritterlicher Diener
hat gesagt...
Hallo,
dieser Text (Anatomie der männlichen Sexualität) und die damit verbundenen Kommentare haben mir noch einmal bildlich vor Augen geführt, mit wie viel Liebe, Hingabe und Einfühlungsvermögen viele „dominante“ Frauen auf Ihre Partner eingehen.
Ich denke das eine FLR in den wenigsten Fällen im wahren Leben durch die Frau in die Beziehung eingebracht wird. Vielmehr scheint es mir so (bitte korrigiert mich wenn ich da falsch liegen sollte) das zumeist das Verlangen nach einer starken Weiblichen Hand vom Mann sehnlichst herbei gewünscht wird. Sich mit diesem „absonderlichen“ Wunsch seiner Partnerin anzuvertrauen ist sicherlich eine große Hürde und (aus eigener Erfahrung) oft mit großen Ängsten verbunden. Und das auch aus gutem Grund! Das die Frau die Hosen in einer Beziehung an hat, ist zwar heute oftmals unbewusst gelebte Realität, wiederspricht aber offen ausgelebt dem gesellschaftlich geprägten Rollenbild! Ganz zu schweigen von dem durch die Sexindustrie geprägten Bild einer dominanten Frau als Männer vernichtender Vamp. Alleine diese beiden Vorurteile dürften vielen Frauen die Vorstellung eine solche Beziehung zu führen nahezu unmöglich machen.
Die Angst als perverser Spinner von der eigenen Partnerin angesehen zu werden kann somit sicher nicht als belanglos angesehen werden. Zumal ich mir sicher bin das schon die ein oder andere Beziehung an einer solchen Beichte zerbrochen ist! Als Mann und dem damit anerzogenen Rollenverhalten kommt dann sicherlich auch nochmal eine gehörige Portion Scham gegenüber den eigenen Gefühlen hinzu.
Was bleibt ist eine meiner Meinung nach einfache Gleichung:
Solange die Angst und die eigene Scham dem Verlangen nach Dominanz überwiegen, kommt es zu dem zuvor durch Roswitha beschrieben Doppelleben.
Wird der psychologische Leidensdruck also das Verlangen nach Dominanz irgendwann zu Groß bleibt kein vernünftiger Ausweg mehr außer sich der Partnerin an zu vertrauen.
Und da steht sie nun… und die bislang gültige Welt scheint auf den Kopf gestellt. Was dann (hoffentlich) folgt ist die meiner Meinung nach eigentliche herausragende Leistung für die jede Frau innerhalb einer FLR verdient auf Händen getragen zu werden!!!! Sie setzt sich über gesellschaftliche Konventionen und eigene Befürchtungen aus Liebe hinweg und fängt an sich in Ihren Partner hinein zu fühlen. Ein Vorgang der so überhaupt nicht mit dem in der Öffentlichkeit geprägten Bild der gefühlskalten, sadistischen Männer-mordenden Domina zu vereinen ist. Sie lehnt Ihren Partner nicht einfach als pervers ab, eine Wendung in der Paarbeziehung die allein für sich schon das Vertrauen stärken wird. Sie fängt nun an Ihr Selbstbild den neuen Gegebenheiten anzupassen. Sie lernt die Vorteile dieser Art der Beziehung zu schätzen und die ohnehin bestehende Neigung Ihres Mannes zu Ihrem eigenen Vorteil aber nicht als Selbstzweck zu nutzen. Plötzlich scheint Ihr Partner zufriedener, entspannter und Glücklicher als je zuvor. Situationen die früher Konfliktpotential hatten ( Hausarbeit, Ausgehen, Kinderbetreuung etc. ) stellen plötzlich kein Problem mehr dar. Ausgelöscht durch die neue, bewusst herbei geführte Hierarchie innerhalb der Partnerschaft. Ihre eigene Lebensqualität steigert sich stetig. Anfangs gesetzte persönliche Grenzen werden sich mit der Zeit erweitern oder gar auflösen. Es ist Ihr ein Bedürfnis sein sexuelles Verlangen als Motor dieser wahrhaft symbiotischen Beziehung stets mit „Triebstoff“ zu versorgen. Dazu bedient Sie sich experimentierfreudig der verschiedensten Techniken und hat so ganz nebenbei die Möglichkeit Ihre eigene Sexualität ganz neu zu entdecken und für sich zu sorgen.
Ich möchte hier einfach mal ein anders Bild der Frau innerhalb einer FLR zeichnen. Eine Art Hommage an die tiefe Liebe und das unendliche Vertrauen das für eine solche Partnerschaft notwendig ist. Dominanz ohne Liebe, ist letztendlich nicht mehr als ein leidenschaftsloses Rollenspiel.
Hut ab vor all den Frauen, die sich dem Bedürfnis ihrer Männer geöffnet haben! Ihr seid keine Gefühlskalten Vamps, sondern emotional intelligente, einfühlsame Wesen.
(ein Kommentar von 'Ritterlicher Diener' zu Anatomie der männlichen Sexualität .)