Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Mittwoch, 30. Juli 2008

Unterschiede der Geschlechter

Natürlich sind die Geschlechter sehr unterschiedlich. Während Frauen am Prozess der Reproduktion der Spezies Mensch irgendwie viel mehr beteiligt sind und sich selbstverständlicher mit Fragen der Versorgung, des Überlebens, aber auch der häuslichen Ordnung und der praktischen Bewältigung von Alltagsproblemen beschäftigen, müssen Männer erst einmal einen Motivationspunkt erwischen um tatsächlich in Bewegung zu kommen und nützliche Dinge zu produzieren.
Dass sie zur Reproduktion der menschlichen Spezies zumindest ihr Sperma beitragen, liegt an ihrem ungemein starken Sexualtrieb, die Menschheit würde ohne ihn aussterben und die Frauen würden alle Arbeit alleine machen.
Dessen bedarf es bei Frauen nicht unbedingt, sie finden es auch so lohnend und richtig, ein Kind in die Welt zu bringen und sie wissen scheinbar von Natur aus, was dazu nützlich, notwendig und hilfreich ist. So wissen sie eben auch in der Regel, wie man Männer anstiftet, motiviert und verführt, so dass sie ihre grossen Kräfte und ihren Verstand, soweit vorhanden, für die richtigen Ziele einsetzen und mitunter Höchstleistungen erbringen, zum Beispiel um ihren Frauen das Leben zu erleichtern oder Dinge zu tun, die ihnen die Anerkennung von Frauen sichert - und sei es auch nur die Anerkennung der Mama ihrem Hinterkopf. Ansonsten gilt:


Männer sind faul.
Eigentlich sehen sie von sich aus keinen Sinn darin, das Leben schön zu gestalten, sie können ohne Probleme in der selben Unterwäsche Wochen auf dem Fussboden herumlungern und die Kronkorken ihrer Bierflaschen hinter den Fernseher werfen. Sie duschen nach dem Sport? Wenn Ihnen eine Frau das einmal beigebracht hat. Sie waschen ab und räumen auf? Weil Mama ihnen das abverlangt hat. Mädchen braucht man das normalerweise nicht zu erzählen.

Männer befriedigen sich selbst
Es gibt immer Frauen, die sich nicht darum kümmern, wie oft, wo und wie ihre Männer masturbieren. Das ist sicherlich ein Fehler. Sie haben keine Ahnung. Der normale Mann wichst ständig: Auf dem Klo, in der Dusche vor und nachdem er mit seiner Frau geschlafen hat.
Er tut es im Büro, auf der Baustelle, im Zug oder im Auto. Er macht es so häufig, wie er kann oder wie sein Trieb es ihm diktiert. Er braucht dazu unter Umständen nicht länger als eine Minute... Dabei gilt: häufiger wichsen heisst auch, das Verlangen nach sexueller Erlösung steigert sich, es fördert das Bedürfnis es wieder zu tun.
Die Hormone stellen sich darauf ein und fordern häufiger Entspannung.

Männer müssen motiviert werden
Wenn Männer nicht angehalten, motiviert oder veranlasst werden, tun sie auch nichts Sinnvolles. Ein Mann, aber der viel leistet und es zu etwas bringt hat im Hinterkopf unbewusst oder bewusst: seine Mutter oder seine Frau oder die Frau seiner Träume.

Das Paradox der Strafe
Es muss wehtun. Einen Mann zu führen heisst auch, ihn zu bestrafen, wenn er nicht spurt.
Das gilt nicht nur für submissive Männer.
( Wir glauben ja, dass quasi die meisten Männer -stark unterdrückte- submissive Wesensanteile haben...) Jede Frau bestraft ihren Mann von Zeit zu Zeit: mit Liebesentzug, indem sie 'zickig' ist oder eben mit einer diskreten 'Strafe' - manche sogar mit Kneifen, Beissen oder Schlägen.

Strafen haben zwei gegensätzliche Effekte. Einmal schmerzen sie wirklich, ein andermal schmerzen sie ebenfalls, werden aber vom Mann als erregend empfunden. Das hängt von seiner Stimmung ab, und davon bei welchen Personen die Strafaktion abläuft und wie intensiv die Strafe ist.
Die Intensität hat Einfluss darauf, ob ein 'Ehesklave' die Strafe willig (gar freudig) annimmt, und sie deshalb sogar herbeisehnt, oder ob er sie als unerträglich empfindet und anschliessend sein Verhalten deshalb so verändern wird, dass er eine solche Strafe möglichst in Zukunft nicht wieder erlebt.
In D/s Beziehungen, wie es eine Weiblich Geführte Ehe nun einmal idealerweise ist, findet ein Balancieren auf dieser Klinge statt: zwischen Lust und Schmerz muss das Paar herausfinden, welche Strafe einerseits ihren Zweck erreicht, nämlich die Korrektur des Verhaltens des Ehemannes (nur so macht eine Strafe für beide Sinn) und andererseits das ersehnte Vergnügen bewirkt - die grösstmögliche Endorphinproduktion beim Mann und ein 'erhebendes' Gefühl von Selbstbewusstsein und Macht auf Seiten der Frau, manchmal verbunden mit weiteren Empfindungen sinnlicher Natur. Denn einen Mann zu betrafen kann eine Frau durchaus sexuell erregen, wenn sie ihre Hemmungen erst einmal überwunden hat.
Dazu ist Aussprache und Kommunikation notwendig.

Das Paradox des Schwanzes
Ein Mann strebt nach nichts mehr als nach sexueller Begegnung mit seiner Angebeteten, das ist auch beim submissiven Mann so. Allerdings fürchtet dieser eigentlich auch nichts mehr, als die Ejakulation, das weiß er manchmal allerdings erst, wenn sie eingetreten ist, wenn er sich -zumindest für kurze Zeit - entkräftet und machtlos fühlt, seine Frau weiter zu verwöhnen.
Der männliche Orgasmus führt oft zu einem Gefühl der Machtlosigkeit und des Unvermögens.

Der submissive Mann kann deshalb vielleicht als eine Weiterentwicklung des Mannes insofern angesehen werden, als er es in der Regel besonders geniesst, wenn ihm der Orgasmus von der Frau vorenthalten wird, um ihn im angestrebten Zustand des 'Bereitwilligen', hingabefähigen zu halten. Sein Geschlechtstrieb wird dann teilweise zu einer selbstloseren Liebe transzendiert und er hat bereits erkannt, dass die Frau in Wirklichkeit das überlegene Wesen ist.
Er ist sensibler dafür, dass Frauen die eigentliche 'Verantwortung des Lebens' tragen und dass er als Mann nur Sinn in seinem eigenem Leben finden kann, wenn er seine ganze Kraft dazu verwendet, ihr zu helfen und ihr zu dienen und zu gehorchen. Also wird sein sexuelles Verlangen von ihm (oder von seiner Frau) kanalisiert in Richtung 'Einsatz für sie', zu ihrem Nutzen.
Wenn er sich nach dem Weiblichen sehnt, spürt er eine geradezu göttliche Liebe' in sich, die nicht mehr 'besitzen' will. So kommt es zu dem Paradox, dass sich mancher sogar noch erregter fühlen kann, wenn seine Frau für ihn nicht immer 'zu haben' ist, sich ihm verweigert, oder ihn gar 'herabsetzt', demütigt und ihn, wenn sie es notwendig findet, sogar körperlich diszipliniert. (Manche empfinden es sogar als erregend, die eigene Frau hingebungsvoll in den Armen eines anderen zu sehen, dem sie schenkt, was sie ihrem Mann verweigert: 'sich selbst'.)

Die Frau wird also zum 'Stachel in seinem Fleisch', der ihn wachhält, der ihm seine Bequemlichkeiten zerstört, seine Gewohnheiten, sein Denken und sein Fühlen infrage stellt und ihn dauernd fragt: 'Was ist deine Liebe eigentlich wert?' und 'was ist ein Mann?'.
Ein mann solltre dankbar sein, wenn seine Frau ihn herausfordert.

Ob mit oder ohne D/s- Elementen: Viele Beziehungen funktionieren auf dieser Basis und es werden mehr, denn der Typ Macho und der Typ Pascha sind Attraktionen, die für Ehen allerdings aussterben.
Manchmal denke ich, es sind die Beziehungen, die es auf dieser Basis sind, die gut funktionieren, anders geht es nicht mehr.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Interessante Ausführungen!
Derzeit sind die Geschlechterrollen so sehr in Bewegung, wie nie zuvor in der Geschichte. Zwar ist noch nicht ersichtlich,wie es letztlich ausgehen wird, es spricht aber viel dafür, den Alpha-Mann in der Tat als Auslaufmodell und den submissiven Mann oder Beta-Mann als Weiterentwicklung zu betrachten. Wie bereits von Soziologen gefordert, wird er künftig in weit größerer Zahl als bisher die Chance haben, seine Erfüllung an der Seite "up-datender" Alpha - Frauen zu finden und damit seiner wahren Bestimmung ein Stück näher zu rücken. Es liegt an ihm, sich den Freuden einer größeren Selbstlosigkeit zu öffnen oder in ewiger Rebellion autistisch zu verharren.

Achatz hat gesagt…

Danke für den Kommentar. Ich sehe es genau so! Du benennst es wunderbar am Schluss: "Es liegt an ihm, sich den Freuden einer größeren Selbstlosigkeit zu öffnen oder in ewiger Rebellion autistisch zu verharren" - das ist meiner Meinung das Problem in vielen Ehen, die kriseln, sich auflösen oder vor sich hin grummeln: der Mann kommt nicht in die Stümpfe, weil er mit dieser neuen Rolle hadert und nicht glauben will, dass sie besser für ihn und seine Beziehung ist.

Markus hat gesagt…

Der Artikel ist wirklich sehr interessant! Man muß ja immer auch ein wenig von sich auf andere schließen.
Wie immer beim Mann spielt der Penis eine wesentliche Rolle. Bei dem was heute (noch) überwiegend als normal empfunden wird, löst der starke Geschlechtstrieb des Mannes die bekannten Probleme zwischen den Geschlechtern aus.

Für mich war es sehr hilf- und lehrrecih mich einmal an die Stelle einer Frau zu versetzen und dann habe ich mir die Frage gestellt, was hat eine Frau eigentlich von meinem Penis, den ich für so sensationell hielt.

Die simple Wahrheit ist, nichts. Sie hat einfach überhaupt nichts davon!

Genau genommen wird er zur Fortpflanzung gebraucht. Das kommt, je nach Paar vielleicht 2 oder 4 mal vor. Damit hat sich die Notwendigkeit des Penis für die Frau erledigt. Das mag hart klingen, so scheint es mri aber zunächst zu sein.

Jede Frau (wenigstens die, die ich kenne), verfügt über eine Reihe von Toys. Es lohnt sich in einer ruhigen Minute einmal, den eigenen errigierten Penis mit einem dieser Toy zu vergleichen. Man erkennt dann sehr schnell, wie unterdemnisioniert der eigene Penis ist. Und würde sich die Frau nicht ein kleineres Toy kaufen, wenn die viel schöner wären?

Außerdem ist der Penis bei weitem nicht in der Lage so ausdauernd zur Verfügung zu stehen, wie es ein Toy macht.
Ganz zu Schweigen vom Ejakulat, mit dem wir die Frau zum guten Schluß auch noch einsauen.

Ich kann nur jedem Mann empfehlen, das eigene Ejakulat einmal zu probieren, damit er weiß, was er seiner Partnerin da anbietet.
Außer einem Hygieneproblem hat die Frau nichts davon.

Ich denke es ist wichtig, daß sich der Mann diese Dinge einmal vor Augen führt. Er erkennt dann, daß der Orgasmusverzicht, das eigentlich Natürlich für den Mann sein sollte.

Un im Übrigen steht es der Frau ja jederzeit frei, sich des Penises ihres Mannes zu bedienen, wenn sie es denn möchte.

Anonym hat gesagt…

>> Männer müssen motiviert werden
Wenn Männer nicht angehalten, motiviert oder veranlasst werden, tun sie auch nichts Sinnvolles. Ein Mann, aber der viel leistet und es zu etwas bringt hat im Hinterkopf unbewusst oder bewusst: seine Mutter oder seine Frau oder die Frau seiner Träume. <<


Es tut mir leid, aber das ist Unsinn. Ich schätze Deinen Blog, den ich heute entdeckt habe (deswegen schreibe ich jetzt so viel *g*), aber es gibt Punkte, bei denen ich mich wundere, dass Du Deinem eigenen Geschlecht so wenig zutraust. Ich versichere Dir: Männer sind nicht unmotivierter als Frauen. Und wenn sie sich motivieren lassen, dann nicht immer nur weil sie eine Frau im Sinn haben, sondern weil sie ihre eigene Ziele verwirklichen wollen. Es gibt sehr viele zielstrebige, unabhängige Männer... mehr als du denkst.


Karin