Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Dienstag, 11. März 2008

Nadines Weg

Nachdem uns Nadine geschrieben hatte (siehe Kommentar zu dem Post "Around Her Finger : Frage und Antwort"), dass sich ihr Mann "offenbart" hatte mit seinem Wunsch, quasi eine Weiblich geführte Ehe zu haben fragte sie um Rat, wie sie damit umgehen sollte. Sie bekam dazu eine Reihe von qualifizierten Antworten, die auch für andere "betroffene" Frauen hilfreich sein können.
Lange hatten wir von Nadine nichts gehört. Jetzt hat sie jedoch einen neuen Kommentar zu dem Post "Around Her Finger : Frage und Antwort" hinterlassen, in dem sie erzählt, wie sie mit ihrem Mann und seinem Wunsch umgegangen ist- wir drucken ihr Schreiben wegen des grossen Interesses auch hier auf der "ersten Seite":
(Zeichnung: © unbekannt)

Hallo Amélie, Achatz und alle fleissigen Schreiber!

Zuerst einmal vielen Dank. Bei so vielen Antworten auf meine Frage habe ich ein schlechtes Gewissen erst jetzt zu antworten. Also Danke, ihr habt mir sehr geholfen das Ganze mit meinem Mann besser zu verstehen.
Irgendwann habe ich mich daran gemacht meinen Vermutungen, dass meine Mann ziemlich ausgeprägte Fantasien von Femdom hatte, zu folgen und habe mir die schauerlichsten Sites angeschaut, die ich finden konnte. Nach der Devise: die Darstellungen haben alle den gleichen Motivationshintergrund- so wie beschrieben von Elise Sutton - auch auf Eurem Blog- so konnte ich das alles besser verstehen.


Ich will deshalb von meinen ersten Erfahrungen berichten, die nicht einfach, doch bisher relativ positiv sind.
Was ich schliesslich gemacht habe, war folgendes: wir hatten ein "freies Wochenende" in einem romantischen Hotel. Beim Abendessen habe ich meinen animiert, dass er ein bisschen mehr trank als sonst und dann habe ich ihm ein Experiment im Bett vorgeschlagen. Als wir dann auf dem Zimmer waren habe ich ihn nach Plan behandelt: ich habe ihn sich die Augen verbinden lassen, dann sollte er sich nackt ausziehen und einfach auf' s Bett legen. Ich hatte noch eine Flasche Champagner bestellt und ihm davon gegeben. Er war so in gelöster und offener Stimmung und da ich ihn nackt und mit verbundenen Augen vor mir hatte, würde ich sagen: er war auch in sogenannter submissiver Stimmung. Dann habe ich mein "Experiment" gemacht, mich ich an ihn gedrängt und ihn unerbittlich ausgefragt, dabei war meine Hand dort, wo ich seine Begeisterung für meine Themen und Fragen am ehesten feststellen konnte.
Bald bekam ich heraus, was ich wissen wollte; dass er eben genau so gestrickt war, wie es überall in der einschlägigen Literatur beschrieben ist. Mittlerweile kenne ich mich aus. Mit fester und strenger Stimme gefragt, konnte ich ihn locken und spüren, wie ihn das anmachte.
Also hörte ich schliesslich viel mehr, als er mir am Anfang anvertraut hatte, wie sehr er sich nämlich danach sehnte, sich sexuell und körperlich zu "unterwerfen" - unter mich wohlgemerkt, nicht nur zum Spiel, sondern auch "wirklich". Eine Vorstellung von ihm war natürlich auch, dass ich "sehr streng" zu ihm wäre, also ihn demütigen würde und ihm körperliche Schmerzen bereiten sollte, wenn er nicht gehorchte. Mir wurde ehrlich gesagt heiss und kalt, obwohl ich inzwischen wusste, dass so etwas kommen musste.
Ich fand es zwar peinlich und ich war froh, dass ich ihm die Augen verbunden hatte, das erleichterte manches, aber ich war sehr zärtlich zu ihm und unterstützte ihn, sich weiter zu zeigen.
Ich antwortete ihm, dass ich vor allem seine geheimen Fantasien kennenlernen wollte; was ich aber damit anfangen würde, das wüsste ich noch nicht. Sein Herz klopfte dabei.
Wenn er wirklich wollte, dass ich das Komando übernähme, dann könnte ich das mit ihm nur versuchen, aber ich wüsste nicht ob ich dann noch Respekt vor ihm haben könnte oder noch bereit sei, mit ihm zu schlafen, wenn er es wünschte. Ferner würde ich festlegen, wie meine "Herrschaft" über ihn aussähe und nicht er.

Dabei ging mir selber auf, dass ich in den vergangenen Jahren eigentlich immer (nur) mit ihm Sex hatte, wenn er es wünschte. Ich war deshalb eigentlich nicht mehr so wild darauf, war aber gewohnt, es einfach über mich ergehen zu lassen. Ich fühlte mich auf einmal wie eine ganz typische langweilige Ehefrau. Plötzlich wurde mir klar, dass unser Sexleben überhaupt nicht wirklich befriedigend war, zumindest für mich nicht. Ich konnte auch darauf verzichten. Eigentlich war unsere Ehe auf dem Weg in eine Krise, wenn ich es recht betrachtete, denn Sex und alles was damit zu tun hatte, hat einen grossen Stellenwert für ihn.
Auch darüber konnte ich mit ihm plötzlich sprechen. Es war eben nicht nur eine Öffnung für ihn, dieses Gespräch, sondern auch für mich. (Schliesslich hatte auch ich etwas getrunken!)
Er sagte, dass ihm es bewusst wäre, dass er keinen Anspruch auf irgendetwas von mir hätte und dass sich alles verändern könnte, aber er wolle dies riskieren, es ginge nicht anders: wie ich es wollte, so sollte es sein, wenn wir nur einmal eine Veränderung wagen könnten und ich das Heft in die Hand nehmen würde dabei.
Es gab keinen Zweifel, es war ihm ernst.
Dann habe ich ihn weiter und intimer ausgefragt, denn er war tatsächlich sehr offen, wie nie zuvor.
Ich bekam Dinge heraus, die ich hier nicht im Einzelnen beschreiben möchte.

Ich sagte schliesslich, okay, ich stimme einem Versuch zu, allerdings nur zu meinen Bedingungen und dass ich zur Probe ihm also jetzt Aufträge geben würde und erwartete, dass er gehorchte und dass er genau das täte, was ich von ihm verlangte und dass ich sehr konsequent sein würde, wenn er sich nicht daran hielte. Und über Sex und das alles bestimmte ab jetzt allein ich. Aber Garantien für irgendwas gäbe es nicht.

Da schien er total glücklich zu sein.
Allein die Ausdrucksweise erregte ihn ausserordentlich, so sehr dass er mich schliesslich bat, mit ihm zu schlafen. Ich war perplex. Wollte er nun "Femdom" oder Sex auf Bestellung wie gehabt? Ich fand das unpassend und inkonsequent. Ich hatte schliesslich auch den Hintergedanken gehabt, dass ich ihn mit den veränderten Bedingungen jederzeit unbeschadet "zurückweisen" könnte.
Damit fing ich jetzt gleich an.
Offenbar hatte ich ein bisschen "Blut geleckt" , so sagte ich ihm jetzt knallhart und für ihn sehr ungewohnt: ich denke nicht daran, jetzt mit dir zu schlafen, nur weil dir danach ist, diese Zeiten sind vorbei. Du beherrscht dich jetzt. Ich will jetzt, dass wir schlafen gehen.
Das wirkte Wunder! Wir hatten es dann aber sehr kuschelig und vertraut miteinander, so, wie lange nicht mehr. Die Sache fing an, mir zu gefallen.

Inzwischen sind viele Wochen vergangen und ich fühle mich manchmal, aber nicht immer, wohl in meiner dominanten Rolle: es ist etwas einsam zuweilen, weil ich garnicht immer besonders stark bin. Auf der anderen Seite hat er sich völlig gewandelt, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Der Macho kommt nur noch manchmal zum Vorschein. Dann kann ich ihn daran erinnern, was wir ausgemacht haben und er reagiert sofort positiv darauf und hört auf mich- meistens.
Er liest mir jeden Wunsch von den Augen ab und tut wirklich alles und noch mehr, was ich ihm sage.
Allerdings lasse ich ihn seit längerem nur noch selten, sehr selten für seine Masstäbe, an mich 'ran', obwohl ich spüre, wie er innerlich bettelt;
Ich weiß nicht, ob und wann ich das ändern werde, bzw.wie er damit umgeht, denn kontrollieren tue ich ihn noch nicht, das wird aber vielleicht später kommen. Immerhin muss ich mich nun nicht mehr als Opfer fühlen, wie Richard schrieb sondern, weil ich die Dinge selber in die Hand genommen habe, sehe ich durchaus Vorteile für mich in diesem Lebensstil. Es ist -wie Wolfgang schreibt- so: seine 'Erniedrigung' verringert die Distanz zwischen uns deutlich- ich war mir nie seiner so sicher und es macht Spaß viel von ihm zu verlangen und viel von ihm zu erwarten.
Streng, gar sadistisch oder ähnliches bin ich nie zu ihm, aber zunehmend konsequent. Ich spüre mit wachsendem Gefallen den 'Reiz der Macht', die ich jetzt habe und ich weiß, dass ich sie austesten und ausdehnen werde, auch wenn ich nicht weiß wie, aber dass ich ihn sexuell mit Vergnügen 'zappeln' lasse, gehört für mich unbedingt dazu.
Es ist das wirksamste 'Erziehungsmittel', ohne Frage, es war mir nie so bewusst, weil ich immer dachte es sei nur zu (seinem) Vergnügen da.

Vielleicht ist es auch meine Rache für jahrelange Eheroutine. Alles geht ihm natürlich zu langsam und mein Mann drängt manchmal, ich solle 'mehr' mit ihm 'tun', aber dann reagiere ich sauer und erinnere ihn an unsere Verabredung und die heisst: nach meiner Facon oder garnicht.
Ich sehe nämlich, dass wir beide viel dazu lernen und bewusster miteinander umgehen; ja es läuft irgendwie besser, wenn auch noch lange nicht optimal.
Ich respektiere ihn für seine Offenheit und bin letztlich froh, jetzt mehr über uns beide zu erfahren.
Wenn ich ihn 'disziplinieren', das heisst bestrafen will, dann schicke ich ihn übrigens zum Joggen fort oder lasse ihn im Gästezimmer schlafen, das findet er sehr degradierend., aber er macht mit. Auch habe ich ihm schon einmal ein Fussballspiel im Fernsehen verboten: das hätte man filmen müssen sein Gesicht. Aber er hat tatsächlich nicht geschaut und stattdessen eine umfangreiche Besorgung für mich erledigt.

So ist der Stand der Dinge.

Ich habe bereits viel dazu gelernt, vor allem auch in meiner Vorbereitung durch die vielen Kommentare hier- dafür nochmal vielen Dank.Vielleicht geben Euch meine Erfahrungen auch etwas.
Und vielleicht kann ich nach einer Zeit wieder Positives berichten. Ich wünsche es mir.

Nadine

Kommentare:

Toby hat gesagt…

Hallo an die Leser dieses Blogs. Ich habe die bisherigen Beiträge in diesem Blog aufgesogen, weil sie für mich sehr interessant sind und ich viel Bezug zu meiner eigenen Ehe sehe. Ich bin nicht soweit wie Achatz, Amelie oder Nadine - strebe aber eine Femdom-Ehe an. Ich habe mich beriets meiner Frau offenbart, habe aber noch keine endgültige Reaktion darauf. Ich hoffe jedoch, dass ich meine Ehe, die zurzeit eher einer Wohngemeinschaft gleicht, eine neue und bleibende Intensität sowie Intimität verschaffen kann. Aufgrundessen ist mein riesiges Interesse an diesen Blog und den Kommentaren sicher nachvollziehbar. Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema Femdom beschäftigt. Ich habe praktisch alle in Deutsch verfügbaren und seriösen Texte gelesen. Nadine lernt gerade die Macht eine Femdom-Frau kennen. Ich glaube es ist sehr wichtig (ok, ich äussere mich hier als Noch-Theoretriker), dass Disziplinierung und Belohnung im richtigen Verhältnis zum Verhalten des submissiven Mannes stehen muss. Sonst wird es unweigerlich zu Konfliktsituationen kommen, die das gesamte Femdom Vorhaben gefährdet. Das ist sicher in allen Machtverhältnissen (Eltern - Kind, Arbeitgeber - Arbeitnehmer, Trainer, Spieler, ...) für das Wohlbefinden ausserordentlich wichtig. Ich glaube gerade am Anfang ist dort viel Gespür notwendig. Darin liegt sicher eines der schwierigsten Einstiegsprobleme, das in diesem Fall, die in Femdom unerfahrene Ehefrau, trifft.

Gruß Toby

Achatz hat gesagt…

Prima, da hast Du den ersten und wichtigsten Schritt gewagt und Deine Frau braucht vielleicht jetzt ein bisschen Zeit. Vielleicht informiert sie sich auch.
Auf jedenfall solltest Du (sie) nicht pushen. Geduld ist eine der wichtigsten Eigenschaften. Jede Beziehung ist anders. Je mehr eine Frau selbst gestalten kann und unabhängig sein kann von irgendwelchen Vorstellungen Deinerseits, desto grösser ist die Chance, dass sie Gefallen an einer Femdom -Beziehung findet.
Viele Glück!
achatz

Manfred hat gesagt…

Roswitha und ich warteten gespannt auf die Reaktion von Nadine. Jetzt ist sie da und es ist interessant, wie die ersten Gehversuche verlaufen sind. Mir sind noch ein paar Gedanken dazu durch den Kopf gegangen und wollte diese noch zu dem bereits geschriebenen ergänzen. Wie jeder in diesem Blog mittlerweile wohl weiß, bin ich – Manfred – der Mann von Roswitha. Wohl jeder gleich fühlende Mann beglückwünscht mich vermutlich zu dieser Frau. Das ist natürlich mehr als berechtigt und ich kann mein Glück eigentlich gar nicht fassen. Es ist jedoch schon mehrfach zur Sprache gekommen, dass dieses Glück nicht einfach vom Himmel gefallen ist, sondern seinen Weg brauchte, der teilweise ganz schön steinig und frustrierend war. Deshalb wollte ich auch meine persönlichen Gedanken zu der Entstehungsgeschichte niederschreiben, um vielleicht Nadine damit abermals zu helfen, die Sichtweise eines Mannes zu sehen. Wie ich vermutete und wie Nadine es durchscheinen ließ, ist es ungefähr die gleiche Sichtweise, wie die ihres Partners. Ich habe auf Drängen von Roswitha schon einmal einen Beitrag geschrieben. Das hier also noch zur Ergänzung:
Ich weiß nicht mehr, was vor mittlerweile 8 Jahren genau den Umbruch bewirkte. Ein Blog wie Minervas Juwelen hätten mir sicher sehr geholfen. Nach so langer Zeit möchte ich es gar nicht mehr wissen und rekonstruieren. Wir hatten viel geredet, immer wieder. Viel Theorie verbaute den Weg zur Praxis. Roswitha hat geweint, ich habe geweint und auf einmal schien es wie ein Wunder. Zuerst sprachen wir immer nur über die Sache, aber wir drehten uns im Kreis. Roswitha verstand meine Welt nicht und ich konnte sie nicht überzeugen, die ihre zu überdenken. Doch dann folgten den vielen Worten plötzlich Taten. Wie weg geblasen waren die Bedenken. Diese ständigen Bedenken hatten mich ungemein frustriert. Eine unsichtbare Mauer war zwischen uns, weil es für Roswitha immer Gründe gab, bestimmte Dinge nicht zu tragen oder zu tun. Der Spieß war plötzlich umgedreht. Es war der totale Umbruch. Vorher übte ich immerzu Druck aus, jetzt übte sie ihn auf mich aus und das bis heute. Roswitha nahm die Sache in die Hand und nahm sie gleichzeitig mir aus der Hand.

Zuvor hatte ich ständig sanfte Gewalt auf Roswitha ausgeübt, sie direkt oder indirekt immer wieder bearbeitet. Ich bedrängte sie immer, doch öfter mal hohe Schuhe zu tragen, oder wenn sie es tat, dann immer noch höhere zu nehmen. Ich übte Druck auf sie aus und das führte ständig zu Differenzen. Ich versuchte, sie jedes Mal jenem Bild meiner Vorstellung näher zu bringen. Die „Must haves“ meiner Herrin, waren ganz klar enge Röcke Strapse und sehr hohe Absätze, perfekte spitze Nails und arrogant wirkende Eleganz. Ich hatte nie die Vorstellung einer Frau ganz und gar im Gummianzug oder mit schenkelhohen Lackstiefeln und Bullenpeitsche gehabt, sondern immerzu die einer hocheleganten Ehefrau, die majestätisch durch die Zimmer schreitet wie auf einem Laufsteg. Die Kombination von Ehefrau und Mistress, eine Madame an meiner Seite, für die Liebe und Strenge keine sich ausschließenden Elemente sind, sondern eine wunderbares Beziehungsgeflecht bedeuten. Wie sehr wünschte ich mir das. Wie sehr wünschte ich, meine Frau würde sich von sich aus eine Reitgerte oder einen Rohrstock besorgen, um mir damit einzuheizen. Wie sehr hoffte ich, wenn ich Filme mit Dominaerziehung anschaute, Roswitha möge neben der Domina im Film sitzen und dabei genau zuschauen, wie der Mann auf Knien die Pumps und Füße fein säuberlich küssen muss und derlei mehr. Sie sollte alles lernen, sollte Kommandos geben und so stoisch und abgebrüht sein wie diese Herrin, wenn sie den nackten Sklaven abrichtete. In meinem Kopf trug ich die Vorstellung herum, Roswitha wäre meine Herrin, wie eine schöne Illusion, ein Hirngespinst und ein Wahnbild. Zu schön, um wahr zu sein.

Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben und ich onanierte noch immer wie ein Junge in der Pubertät. Ich hatte nie richtig aufgehört damit, nie. Vor meinem inneren Auge hatte ich immer ein betörendes Weib, dem ich in aller Heimlichkeit verfallen war und deren gehorsames Opfer ich sein wollte. Wenn es mich überkam, verband ich meine Fantasien mit Roswitha. Sie war ja auch kein scheues Rehlein, sondern eine Frau, die schon wusste was sie wollte. Aber gewisse Accessoires, jene „must haves“ benutzte sie nicht. In meinem Kopf spielte ich im Geiste Szenarios durch, wo sie wie eine unerbittlich strenge Erzieherin zu mir sprach. Die Sätze und Accessoires vor Augen brachten mich in einen Zustand der sexuellen Seligkeit und wie von Zauberhand gelenkt, onanierte ich. Hinterher hatte ich zwar ein Glücksgefühl der Erlösung aber auch ein schlechtes Gewissen. Mir kamen Zweifel, noch normal zu sein. Die Fantasien steigerten sich von Mal zu Mal. Anstatt der bösen Worte kamen die Strafen dazu. Roswitha sollte nicht mehr nur drohen mit einem Instrument, sondern es benutzen. Das war einen neue Qualität an Fantasie, obwohl ich nicht so recht wusste, ob ich es auch wirklich wollte.

In der Zwischenzeit vollzog sich jedoch ein Wandel bei Roswitha, den sie vor mir einerseits verbarg, andererseits hatte ich keine Chance, den Anblicken zu entrinnen.

Auf einmal gab es keine faulen Kompromisse mehr und ich hatte nicht mehr das Gefühl, nur etwas zweitklassiges zu verdienen. Wenn Roswitha nach Hause kam, machte sie sich zurecht, anstatt wie gewohnt sich für zu Hause abzurüsten. Es war nicht mehr das zweitbeste Kleid für mich vorgesehen, sondern immer ein Dress, das sie zur Königin zu Hause machte. Es ist schwer beschreiblich und begreifbar, was da plötzlich vor sich ging. Roswitha hatte angefangen, auf ganz natürliche Weise mit den neuen Dingen umzugehen, ohne mir etwas zu sagen. Der Umgang mit Pumps, BH oder Nylonstrumpfhosen ist ihr nie völlig fremd gewesen. Auf einmal jedoch fand das viel bewusster und extremer statt. Wo ich sonst der leidige Drängler war, sie möge anstatt der halb hohen 4 bis 6 cm Absätze doch zu den 12cm Pumps greifen, war plötzlich sie die treibende Kraft. Keine Halbherzigkeiten mehr, sondern Vollwertkost. Mit diesen paar Zentimetern mehr durchbrach sie ihre eigene Schallmauer und für mich war es der Aufstieg in die Himmelsphäre der Göttlichkeit. Sie erhob sich selbst dazu und das war für mich ein Quantensprung. Alles an ihrer Erscheinung wurde eine Spur extremer als das bisherige. Da war kein Platz mehr für Flip Flops, keine schlabberigen Schlafanzüge mehr, keine Gesundheitstreter, keine Badelatschen, keine Baumwollslips und keine Billigstrumpfhosen. Sie ging ganz selten noch in Hosen, sondern zeigte sich immer mehr als Dame von Welt im offenen Mantel, darunter das enge Kostüm mit einem kurzen Rock. Ich erinnere mich noch an einen Kurzurlaub 2001 in Italien, wo sie sich zu meinem Erstauen erstmalig von sich aus ein Paar sehr steile Pantoletten mit Korkabsatz gekauft hatte, die sie von da ab zu Hause als ihre Hausschuhe trug. Ich war völlig platt und voller Euphorie über ihre Wahl. Sie trägt sie heute noch und ich liebe sie beide, Roswitha und ihre Hausschuhe. Ein weiteres Lieblinsstück von ihr aus dieser Zeit wurde ein puderfarbener Lederrock, mehr kurz als lang und hauteng. Ich bete sie noch heute an, wenn sie ihn trägt. Sie kam mir jetzt vor wie ein Püppchen, das Weiblichkeit und Luxus nun zu einem wunderbaren Bild vereinte und mich staunend daneben stehen ließ, ohne ein Wort zu verlieren. Keine Baumwoll-Büstenhalter, sondern edle Spitzenwäsche hielt Einzug in ihren Schubläden. Sie sagte keine Silbe darüber, sondern machte es. Darin hatte sie nie ein Problem, etwas selbst einfach anzupacken, wenn andere noch zögerten. Roswitha ist eine Macherin in allem, nur bei meinen sexuellen Vorstellungen hielt sie sich lange Zeit zurück.
Am Pfingstsonntag 2001 hielt Roswitha morgens eine weitere Sensation bereit. Wenn ich es so exakt in Erinnerung habe, hat das seinen guten Grund. Roswitha zog sich zum ersten Mal einen Strumpfhalter für den Rest des Tages an. Wir waren in Meran. Mein geschultes Auge sah, wie er sich unter dem Stoff des Rockes leicht abzeichnete. Auch darüber verlor sie kein Wort. Sie tat es einfach und ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Ich wollte in meiner Glückseligkeit auch keine Worte darüber verlieren, um nichts kaputt zu reden. Es schien mir als setzte sie jetzt alles auf eine Karte, mit einer Art Alles-oder-Nichts-Prinzip. Was am Pfingstsonntag begann, setzte sich am Pfingstmontag fort. Entgegen meiner Vermutung, dies wäre nur für Feiertage bestimmt, wurde es mehr und mehr zur Regel. Es roch nach Heimzahlung, ich sollte mein Fett kriegen, so kam mir das zumindest vor. Diese Vehemenz des Wandels war zu deutlich und somit verdächtig für mich. Die Folge ihrer unglaublichen äußerlichen Verwandlung waren gewöhnungsbedürftige Verhaltensweisen, die im Gleichklang zu ihrer weiblichen Eleganz nun ebenso zu Tage traten.

Am Anfang ist es so gewesen, dass Roswitha mich nicht mehr gebeten hat, irgendetwas zu tun, sondern nur noch schroff gefragt hat, ob oder warum etwas nicht gemacht worden ist. Die Tonart änderte sich. „Warum ist der Müll nicht weg getragen?“ – „Warum ist der Tisch nicht abgewischt“ – „Wieso sind die Schuhe nicht aufgeräumt“, „siehst du nicht, dass hier alles schmutzig ist?“

Oh ja, da waren sie jetzt, die Geister die ich rief. Das Zitat vom Zauberlehrling von J.W. von Goethe konnte die Situation nicht besser beschreiben. Ich wollte ja eine dominante Frau. Es kam mir vor, als hätte Roswitha das Drehbuch unserer bisherigen Ehe weggeworfen und damit begonnen, ein neues zu schreiben. Darin hatte Roswitha nun offenbar eine neue Ordnung festgelegt. Diese Neubestimmung glich einem Neuanfang des ehelichen Miteinanders, worin eine neue Verliebtheit durch Roswithas Aktionismus für ihre Überlegenheit entzündet wurde. Die Ausgestaltung kam meiner Vorstellung bedrohlich nahe. Roswitha übernahm die Führung. Unter dem Deckmantel einer überschwänglichen Liebenswürdigkeit tat sie weiterhin so, als wäre nichts im Gange. Sie war unwiderstehlich, wie sich nun stets sorgfältig zurecht machte, immer total sexy und aufreizend. Wie sie sich dazu auch bewegte, ihre Schritte, ihre Gespreiztheit, einfach göttlich. Roswitha verband mir nicht die Augen, sondern sie führte mir ihre neuen Errungenschaften ganz bewusst und absichtlich vor Augen. Zu Hause rannte sie herum wie eine Kokotte, mit Lockenwickler und Unterkleid, mit Plüschpantoffel und Seidenkimono. Sie machte ihren Führungsanspruch öffentlich. Ich sollte es sehen und täglich mit anschauen, wozu sie plötzlich fähig war. Das war wie ein Siegeszug, der ihre beschlossene Macht ankündigte. Sie triumphierte mit einer innerlichen Gelassenheit, aber auch Listigkeit, wenn sie in meiner Gegenwart auftrat. Die Gewissheit über ihre schon gewohnten Strapse und der Anblick von Roswitha in hohen Schuhen flößte mir Ehrfurcht und Respekt ein. Das eine gab jetzt das andere. Auch ihre Sprache änderte sich, ihre Wortwahl und ihre ganze Mimik erschreckten mich, weshalb ich mich richtig schüchtern und zurückhaltend verhielt. „Ich hätte gerne ein Glas Wein“, „bring mir einen Kleiderbügel“, „häng meinen Rock auf“, „schau nicht so“, beeil dich mal“, oder „wie lange soll ich hier eigentlich noch warten“ – in der Weise sprang sie neuerdings mit mir um. Nicht immerzu, aber wenn es gerade passte. Ich konnte auf ihre schnippische Art nichts erwidern und durfte auch keinen Protest anmelden, wenn mir etwas gegen den Strich ging. Und das tat es zum Teil. Ich wollte aber keinen Fehler machen. Brav befolgte ich ihren Willen und das entsprach ja auch ganz meiner eigenen Vorstellung von einem unterwürfigen Ehemann, der ich werden wollte und der ich werden sollte, so wie die Dinge standen.

Anfangs lachte ich noch, oder besser gesagt, ich grinste, wenn ich einen Hauch von Strenge bei ihr vernahm. Ich belächelte Roswithas Worte oder lächelte in mich hinein. Doch sie sagte ganz zu Beginn schon: „Dir wird das Lachen noch vergehen, mein Lieber“. Auch darüber lächelte ich verlegen, jetzt aber schon aus einer gewissen Unsicherheit, ob mein Drängen nach weiblicher Dominanz nicht zum bösen Bumerang werden würde. Die Dinge wiederholten sich. „Geh ans Telefon“ , „häng die Bluse auf, „willst du mir nicht aus dem Mantel helfen“, „zieh die Vorhänge zu“, „sei ja pünktlich“, „vergiss nicht, was ich dir gesagt habe“ oder „da bist du ja endlich“. Jeder Tag hatte jetzt Phasen, worin Roswitha strenge Töne anschlug und ich springen musste, wenn sie etwas haben wollte oder etwas beanstandete. „Du wirst schon noch dein blaues Wunder erleben, warte nur“, prophezeite sie auf mein freudiges Lächeln. Ich freute mich ja auch so ungemein, weil ich mich endlich am Ziel meiner Träume sah. Doch Roswitha sprach richtig ernste Töne an, als wollte sie mir die Freude an den neuen Gewohnheiten nicht vergönnen. Immer öfter hörte ich in ihren Sätzen, „ ist das klar?“ , oder „hast du mich verstanden?“ oder „Na warte“. Es klang wie eine späte Rache, für alle meine Versuche in den Jahren zuvor, sie in meine Wunschvorstellung zu drängen. Ich erinnere mich noch, als sie eines Tages zu mir sagte, „ich fürchte, du hast dir die richtige Frau ausgesucht, mein Schatz“ als sie mit ihrer Dominanz begann.
Das was sie mir zu Beginn predigte, hielt sie später auch mit aller Konsequenz. Die Gegenwart beweist dies. Das Grinsen und Lächeln ist jetzt anstatt auf meinem immer auf ihrem Gesicht, wenn ich aufgrund ihrer Hiebe zu jammern beginne, oder wenn sie mit meiner sexuellen Notlage spielt, wenn sie mich beschämt oder frustriert.

Die Suggestion ist zum Bestandteil unseres Alltages geworden. Roswitha infiziert mich mit ihren Reizen und ich muss ihnen bestmöglich und standhaft widerstehen. Gleichzeitig sind sie jedoch der Grund für meine Bewunderung und Unterwerfung. Die so sehnsüchtig erhofften Besonderheiten an der eigenen Frau wurden zum täglichen Schauspiel. Es war mir anfangs teilweise mulmig, wenn wir gemeinsam unterwegs waren, im Einkaufscenter, im Supermarkt, im Baumarkt, beim Arzt, beim Gartencenter, im Restaurant, selbst beim Besuch von Freunden. Roswitha betonte und zeigte ihre Beine und Brüste wie nie zuvor. Die Männer schauten auf ihre 12cm klackenden hohen Absätze wie hungrige Wölfe. Auch die Frauen schielten auf ihre Besonderheiten, leicht neidisch, bewundernd, etwas entsetzt auf das hohe Schuhwerk oder Roswithas eingepferchten Brüste. Für Roswitha und mich hatten diese Anziehungspunkte jedoch eine weitaus tiefere, geheimnisvolle Bedeutung. Diese herausgestellte Weiblichkeit und die Verwendung aller zutiefst femininen Utensilien waren die Symbole ihrer Dominanz.
Ich fürchtete mich davor, alle Leute um uns herum würden diese Bedeutung erkennen. Auch Roswitha hatte diese Angst, bevor sie mit Femdom begonnen hatte. Ich fürchtete, man würde mich in meiner untergeordneten Rolle erkennen und als Versager ansehen. Roswitha fürchtete, man könnte sie wegen ihrer arrogant wirkenden Erscheinung als Femme fatal für einen bösen Drachen und unanständiges Frauenzimmer halten. Weil sie aber später daran nichts fand, was ihr unangenehm wäre, legte sie die Angst offenbar völlig ab. Es schlug um in eine bewundernswerte Selbstverständlichkeit aus Eitelkeit und Stolz. Ihr Charakter änderte sich ja nicht und sie behielt ihr weiches Herz. Sie gefiel sich als Madame auch in der Öffentlichkeit. Für mich ist diese Angst ebenso in Stolz und Glücksgefühl verwandelt worden, eine allseits bewunderte Frau an meiner Seite zu haben.

Die Geister die ich rief - werd ich nun nicht mehr los. Für mich bedeutete das ganze eine ebenso grundlegende Neuorientierung. Aus Fantasie wurde Ernst. Es wurde mir klar, dass ich beide Seiten der Medaille akzeptieren musste, wenn ich mir eine dominante Frau wünschte. Jetzt, wo sich meine lang gehegten Fantasien in das reale Leben schlichen, konnte ich nicht mehr anders, als mich auch für die unangenehmen Konsequenzen zu entscheiden. Egal wie sie aussehen sollten. Im Prinzip gehörte das ja auch zu meinen Vorstellungen, mich für eine Herrin aufzuopfern. Ich vertraute auch darauf, Roswitha würde nicht all zu rücksichtslos von ihrer Macht Gebrauch machen. Also konnte ich mir ausrechnen was kommen würde: Disziplin statt Unbeherrschtheit, Sexverbot statt Onanieren und eigener Sexwünsche, Erlaubnis statt eigenmächtiges Handeln, Hausarbeiten und Pflichten, Manieren und Formalitäten, Gehorsam und Respekt. Mitten in diesem Verwandlungsprozess hatte Roswitha mir ihre Absicht eröffnet, von nun ab diese Rolle als Herrin anzunehmen. Obwohl mein Wunsch so stark war, musste ich dennoch schlucken bei der Ankündigung. „Als deine Herrin habe ich das Recht“ sagte Roswitha, „dass du dich absolut meinen Anweisungen fügst – ein für alle Mal, hast du verstanden. Ich hoffe du bist dir auch über die Konsequenzen bewusst.“ So wie Roswitha mir diese Botschaft unterbreitete, konnte ich Freude und Furcht nicht mehr unterscheiden. Das klang zwar wie eine Kampfansage, aber dahinter steckte auch eine überdeutliche Drohgebärde, um mir die Ernsthaftigkeit des Klimawandel zu verdeutlichen. Meine Perspektive sollte nicht so rosig aussehen, wie ich sie mir vielleicht ausmalte, nach ihrer Meinung. Ich sollte mir keine Illusionen machen, sie würde künftig wie das Christkind meine Wünsche erfüllen, sondern ich würde die ihren zu erfüllen haben.
So hat sie eines Tages meine Erziehung begonnen. Auch das war eine meiner nie erlöschenden Fantasien, der dressierte Mann einer sexhungrigen Frau zu sein. Meine Vorstellung entzündete sich immer am Reiz einer mondänen Madame, die mich zu Hause in aller Heimlichkeit zu ihren Lustdiener erzieht und gebraucht. In meiner Doppelrolle als gehorsamer Hausmann und gefügiger Liebhaber sollte ich durch Strenge und Züchtigungen meine unerschütterliche Liebe und Lust an der vergötterten Gattin zart, bitter und süß erleben. Gegenüber Roswitha musste ich in der Tat die auferlegten Pflichten, Manieren und Formalitäten, Gehorsam und Respekt richtig lernen, weil es im Alltag auch für mich höchst ungewohnt war, ihr zwischendurch untertänigst als Herrin zu begegnen und sich selbst total zurück zu nehmen. Roswitha lehrte mich, sie wie ein Oberkellner zu bedienen, aber gerade auch pikante Aufgaben zu übernehmen. Das Ankleiden erforderte eine Geschicklichkeit meiner Männerhände für die kleinen Häkchen, Knöpfchen und Reißverschlüsse. Noch heute ist es für mich eine unlösbare Schwierigkeit, Roswitha ein Paar Nylonstrümpfe einwandfrei anzuziehen. Deshalb ist es noch immer eine regelmäßige Pflichtübung wenn ein rotes E in meinem Terminplaner eingetragen ist. Roswitha hatte davon schon geschrieben. Ich bekomme regelmäßig Nachhilfestunden, meistens freitags und Roswitha führt seit Beginn Buch darüber. Der letzte Eintrag ist meist Grundlage für eine weitere Erziehungsstunde. Gelegentlich lässt Roswitha mich am Abend daraus vorlesen, wo ich dann wahllos eine Seite aufschlagen muss. Somit ist schnell ein Thema für eine Wiederholungsstunde gefunden und wehe ich kann etwas nicht mehr. Es liest sich zum einen stellenweise wie das Handbuch für einen guten Ehemann, zum anderen jedoch sind darin Passagen, wo meine Unzulänglichkeiten und deren Behebung beschrieben sind. Die Behebungen sind natürlich Strafübungen und Strafen.
(ein klassisches Bespiel von einem der aufbewahrten Bücher aus alten Zeiten: 2002, Freitag, 29. März. 02; Roswitha schrieb:
„Ich zeigte ihm wie Strumpf und Strapse verbunden werden.
Anweisung:
1. Schau genau zu:
2. Ich möchte, dass du das künftig rasch und tadellos kannst, wenn ich es sage.
Folgende Anleitung musste ich später ins Buch schreiben: Thema Strumpf befestigen
Am unteren Ende des Bändchens befindet sich eine Öse und ein Köpfchen. Zur Befestigung wird der kleine Kopf zwischen Bein und dem Abschluss des Strumpfes geschoben und dann die Öse so darüber gelegt, dass der Abschlussrand zwischen Kopf und Öse liegt und sich der Kopf in der großen Öffnung der Öse befindet. Dann wird die Öse zurückgezogen, so dass das Köpfchen einrastet. Es muss absolut stramm und fest verzurrt sein, damit sich der Verschluss nicht von selbst lösen kann. Dies darf niemals passieren. Wenn ja, „kann ich was erleben“.
Nächster Eintrag: Sonntag 31. März 2002, 10.20 Uhr
1. Eintrag: Beim Ankleiden konnte Manfred mir die Strümpfe nicht ordentlich anziehen und brauchte eine Ewigkeit – unbefriedigend. Unkonzentriert, unbeherrscht, ungeschickt und langwierig; vorlaut bei Kritik. Befestigung ausreichend aber langwierig. Braucht noch viel Übung. Wiederholung die nächsten Male. Als tägliche Hilfe noch unbrauchbar.
2. Eintrag: 22.15 Uhr Bett/Schlafzimmer
Manfred wurde seine unbefriedigende Leistung vorgehalten. Ausrede statt Entschuldigung. Standpauke über seine Besessenheit für Damenunterwäsche aber mangelhafte Aufgabenerfüllung. Verhör zu meiner Unterwäsche. Versprechen sich zu bessern. Habe ihn trotzdem übers Knie gelegt - wirksam mit der Hand
Dann Anweisungen: Schlafanzug, Betten aufschlagen, Nachthemd;

Montag, 1. April: Er spioniert morgens beim Anziehen der Strümpfe. Vormerkung!

Dieser kleine Ausflug vielleicht auch als weitere Anregung für Nadine. Im Stenogrammstil wendet Roswitha immer ein paar Minuten dafür auf, um für sich eine etwas pikante Art der Buchführung zu haben.

Roswitha ist in ihrer Art noch immer die gleiche Person geblieben. Wir pflegen den Umgang zum einen wie ein immer noch verliebtes Paar. Doch zwischendurch bin ich andererseits ihr gehorsamer Diener und liebeskranker Delinquent. Roswitha gibt mir einerseits kühl und unerbittlich Anweisungen, tröstet mich anderseits aber für meine missliche Lage. Es ist, als würde sie einen Kranken behandeln. Doch dabei bin ich krank, angesteckt von ihr. Die Medizin verabreicht sie auch gleich selbst teils mit fürsorglicher, teils mit resoluter Strenge und mit dem Rohrstock oder anderen Instrumenten. Hier bezahle ich dann für meine Unbeherrschtheiten und Untugenden, als nicht geduldete Symptome des Krankheitsbefalles. Weil ich befallen bin von der Sucht nach ihren Reizen, muss ich es leidvoll ertragen und in Kauf nehmen und manchmal komme ich den Tränen nahe, so sehr krank bin ich von all den Reizen. Das ist Burning Love und es ist schon auf eine besondere Art romantisch, eine Frau derart zu verehren und zu lieben, dass man sich ihr unterwirft und ihr den nackten Hintern hinhält, damit sie ihn mit dem Rohrstock besser trifft. Wie dumm bin ich als körperlich überlegener Mann, gegenüber der Ehefrau, stellt sich die Frage, wenn sich mein Körper windet, versucht ihren Schlägen auszuweichen und dennoch streckt sich mein Hintern ihr entgegen!

Als Roswitha mir in einem Hotelzimmer zum ersten Mal den Hintern versohlte, war eine der zuvor unüberwindbar erachteten Hürden gefallen. Es fiel überraschend deutlich aus und ich merkte keine Unerfahrenheit. Roswitha war wider Erwarten nicht verunsichert. Die Folge war ja nicht unerfreulich sondern überraschend gut. Auch ich hatte das Gefühl so erlebt so wie Achatz es nach seiner Bestrafung beschrieben hat. Ich hatte ich mich ebenso seit langem nicht mehr so erfrischt und stark gefühlt, voller Liebe und Hingabe für Roswitha. Ihre kaltblütig resolute Art, mit mir umzuspringen, brachte meine Bewunderung und Hingezogenheit zu der Frau endgültig zurück. Wie ein verliebter Jüngling umsorgte und verzärtelte ich sie. Wenn das als Ergebnis einer tüchtigen Bestrafung herauskam, konnte es für Roswitha künftig nicht mehr so schwer sein, mich von Zeit zu Zeit übers Knie zu legen. So kam es auch. Ihre Strenge erfüllte den guten Zweck und es wurde ein probates Mittel nicht nur als wirksame Erziehungsmethode, sondern auch zur Stärkung meiner Liebe und Treue zu ihr. Sie ist im Verlauf der vergangenen Jahre nie zimperlich, aber gewiss nicht grausam gewesen. Sie war, wie gesagt, nie ein schüchternes Rehlein, sondern mehr eine Frohnatur. So waren auch ihre Strenge und ihr Hiebe für mich „erfrischend.“
Auch heute steigt mir gelegentlich das Wasser in die Augen, wenn Roswitha mich bestraft. „So mein Süßer, du weißt ja was jetzt kommt“, heißt es dann lapidar und sie bringt mich mittlerweile routiniert an die absolute innere Schmerzgrenze, wo ich zu zappeln und jammern beginne. Es ist wie das Fegefeuer, die Vorstufe zum Paradies, wo ich dann von ihr tröstend aufgefangen werde, den Busen auf Augenhöhe vor meinen Gesicht, unberührbar aber mächtig und rund. Sie drückt mich in diese wundervollen Kissen und entlohnt mich für meine Tapferkeit. Sie erteilt mir eine Erlaubnis nach der anderen, die verbotenen Reize zu berühren, sie zu liebkosen und ihr mein glühendes Verlangen zu zeigen. Dabei kontrolliert sie meine Lust und verlangt nebenbei absoluten Gehorsam und Beherrschung nicht mit Hieben, sondern mit zuckersüßen Worten. Es kommt dann die Zeit, wo nicht Schwäche, sondern ein guter, starker Liebhaber abverlangt wird.
Ein Wort noch zu meiner Sexualität. Gerade hier sind die Geister die ich rief besonders heikel. Roswitha hat sich selbst und aus gutem Grund zur Herrin und damit zur Hüterin meiner Sexualität ernannt. Nun kann man auch wieder sagen, Mann wie blöd bist du und überlässt deiner Frau die Allmacht über deinen Pimmel. Gut, vielleicht geht das alles zu weit und vielleicht habe ich auch Fehler gemacht und zu viel von mir preis gegeben. Es war vielleicht ein Fehler, Roswitha mein heimliches Onanieren zu beichten, alle meine vergrabenen Sehnsüchte und Fantasien zu offenbaren und dadurch das totale Verbot von ihr zu erhalten. Vielleicht hätte ich mir eine letzte Bastion eigener Sexualität für mich selbst bewahren sollen, um jetzt nicht diese Ausgeliefertheit und Abhängigkeit zu haben. Die Frage ist: Bin ich unglücklich dabei, wenn ich immer eine Erlaubnis brauche für meine Lust, wenn ich stets unter Kontrolle und Aufsicht bin, wenn ich niemals Heimlichkeiten haben darf und immer zur Wahrheit verpflichtet bin. Ich gebe zu, dass es bittere Momente sind, wenn die „gefüllte Praline“ gefüllt bleibt. Es ist durchaus frustrierend und enttäuschend, wenn man so sehr möchte und könnte, aber nicht darf. Es ist auch beschämend, vor der eigenen Frau das Onanieren vorführen zu müssen, als wäre es eine unauslöschbare Schandtat, sich hinter ihrem Rücken und aus mangelnder Selbstbeherrschung befriedigt zu haben. Die Phasen der Keuschheit sind wie ein Heilfasten für mich. Jede Erektion, jeder Sehnsuchtstropfen ist im Prinzip meldepflichtig und bedarf der Erklärung. Roswitha ist regelrecht Herrin über die Eichel. Das hört sich schlimmer an als es ist. Schließlich belohnt sie mich mit Samenergüssen, die ich als so erlösend und beglückend, zutiefst von innen heraus empfinde, wie zu Zeiten der Pubertät. Die aufgestaute Lust, das verordnete Warten macht den Zeitpunkt der Aufhebung der Karenz um so befreiender. Auch wenn Roswitha mich masturbiert, empfinde ich das voller Genuss wie beim Essen einer Delikatesse. Sie macht das sozusagen stellvertretend für meine Hand. Es ist eine Art Machtdemonstration, wenn ihre Hand mich zum äußersten bringt und sie ist darin teuflisch geschickt, Herrin meiner Eichel zu sein. Ich glaube Roswitha hat es an anderer Stelle schon erwähnt, wie sie mich vor dem Einschlafen masturbiert und ihre Alleinherrschaft spüren lässt, wenn sie eine entdeckte oder entfachte Erektion bis zum Abspritzen bearbeitet. Diese Chancenlosigkeit gefällt ihr, der geringe Aufwand, um mich zum Stöhnen und Jammern zu bringen, meine Aufgeladenheit, die ihr Werk ist. Jedes Ankämpfen wäre zwecklos, so gnadenlos arbeitet ihre Hand unter meiner Bettdecke. Ich kann mich nur ihr überlassen und bin sowieso angewiesen, alles möglichst lautlos geschehen zu lassen. Es ist ein durchaus vergleichbares Gefühl der Ausgeliefertheit, wenn Roswitha mich mit ihrer Hand heimsucht oder wenn ich über einen Stuhl gebeugt ihre Rohrstockhiebe empfange und sie dabei im Hintergrund zu hören, wie sie von meinen Lastern spricht. Nach beiden Torturen fühle ich mich gebrandmarkt und ich habe entweder Spuren in Form von Striemen oder Samenspritzer. Die Geister die ich rief verschwinden nach einer Prozedur und ziehen sich wie in eine Höhle für unbestimmte Zeit zurück. Wenn ich Roswitha dann irgendwann wieder sagen höre - sofffort! – dann sind sie wieder da – und ich werd sie nimmer los.

Wenn die Geister für immer aus der Höhle kommen, kann schnell eine Hölle aus dem Arrangement einer Femdom-Ehe werden. Deshalb ist die richtige Balance wichtig wie in allen Dingen des Lebens, Stichwort Klimawandel. Was früher Science fiction war ist heute Wirklichkeit.
Viel Glück Nadine und ihrem Partner.
Gruß, Manfred (mit Roswitha)

Naguri hat gesagt…

Lieber Manfred
Mein geliebter sub hat mich auf deinen Artikel aufmerksam gemacht. Ich lese jeden Artikel in Minervas Juwelen und habe auch schon von Roswitha einiges gelesen. Deine Worte haben in mir die letzten Hürden beiseite geschoben die nach Roswithas Artikel noch vorhanden waren. Ich möchte mich bei euch bedanken und natürlich auch bei Achatz und Amélie.
Liebe Grüsse Naguri