Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Sonntag, 13. Januar 2008

Vorsätzliche Verfehlungen

Tatsächlich ist unsere Femdom-Ehe zur Zeit -zumindest was die themenbezogenen Aktivitäten angeht, auf dem Nullpunkt.
Madame Amélie ist sozusagen zur Zeit ausgestiegen und hat andere Dinge im Kopf. Wichtigere natürlich: Sie sorgt sich um das liebe Geld.
Man braucht es zum Leben, also ist das nur verständlich, wenn die Dinge nicht optimal laufen.
Aber: sie liebt es auch, sich um das Geld zu sorgen.
Amélie hat nicht die Zeit nach dem Blog zu schauen. Das ist nicht weiter schlimm- mir fällt genug zum Thema ein. Aber "das Weibliche" Element fehlt vielleicht etwas ...
Oder Zeit, nach mir zu schauen, das ist schon eher bedauerlich für mich.
Insofern kann ich hier jetzt aber schreiben, was ich will- vielleicht auch kleine oder grössere Frechheiten- ohne dass meine "Zensur" mich -zumindest zur Zeit- erwischt.

Es kann ohne Weiteres sein, dass manches später einfach von hier wieder verschwindet. Warum nicht? Denn ich habe im Hinterkopf- natürlich-, dass ich "erwischt" werde, dass ich meine "kleinen Frechheiten" wieder löschen muss und kann erwarten, dass es etwas an die Ohren gibt oder auch...sagen wir mal: "hinten vor" (was ist das überhaupt für ein Ausdruck!).
Demnächst vielleicht einmal.

Ich bin es gewohnt, dass sie zeitweise nicht erreichbar ist:
Stimmungen die kommen, gehen auch einmal wieder.
Zur Zeit dürfte ich sie nicht einmal anfassen. Oder auch nur ansprechen auf "persönliche Dinge".
Ich muss warten, bis sie plötzlich wieder meinen Arm braucht, meine Nähe, meine Liebkosungen sucht.
Aber jetzt ist das nicht so.
So ist das Spiel, so ist das eben.
Das Internet ist wunderbar: hier fand ich bei "Whatevershesays" jemanden, dem es zur Zeit genauso geht:

" On Cruise Control

My wife's been buried at work lately. This leads to her not paying any attention to me and certainly not to the wife-led aspect of our marriage. I find these times very difficult. I go between telling myself to chill the hell out and waiting to being frustrated (in a non fun sex way). I think to myself, "How difficult would it be for her to tease me?" I mean, 5 minutes on a weekday morning and I'd be happy for the rest of the week.
What do you gents do when your wife disengages? Do you wait? How long? Do you drop a hint or two? Do you masturbate?
Ladies: What do you want? Do you want us to wait or drop some hints? Do you want an outright discussion?"

'Whatevershesays' beklagt sich also, dass SIE ihm zuwenig Aufmerksamkeit widmet. Er schreibt: 5 Minuten am Wochenanfang schon würden ihn happy für den Rest der Woche machen.
Er fragt also uns Leser, was zu tun ist: Warten? Wie lang? Ihr einen Hinweis geben? Masturbieren? und fragt die "Ladies": "Was wollt ihr? Sollen wir Euch ein Zeichen geben? Wollt Ihr eine offene Diskussion?"

Was soll man ihm raten, wenn man es selbst nicht weiß? Es ist tröstlich zu wissen: es geht fast allen so- ab und an.
Die Geduld ist der Job des Liebsten, des Ritters und des Ehemanns, gibt es jemanden, der es bezweifelt?
Ich weiß, dass Amélie keine Diskussionen und noch weniger Vorwürfe liebt.
Sie liebt es zu reden, ja, aber nicht über "solche" Themen- ich sagte es früher schon.
Über das, was sie bewegt, darüber weiß ich immer und haarklein bescheid, denn darum geht es ja den ganzen Tag.
"Was Männer wollen..." kann nicht viel Gutes sein.
Vielleicht hat sie recht. Es hilft ja nichts-

Eine Diskussion aufgrund eines "Hinweises" von mir, oder eine "Beschwerde" würde vielleicht dann so aussehen:

Er: "Du, ich bin zur Zeit mit unserem 'Eheleben' nicht zufrieden..."
Sie: "...diese Leier schon wieder, könnt Ihr (Männer) nicht mal an was anderes denken?"

Er: "...wir haben 2 Jahre nicht mehr darüber gesprochen"

Sie: "Das sagst DU!"

Er: "Schatz, es ändert nichts daran, dass ich meine, wir könnten manches besser machen."

Sie "Warum nennst Du mich Schatz, wenn Du es gar nicht meinst, sondern mir nur Vorwürfe machen willst..."

Er: "Ich meine es ernst und ich mache Dir keine Vorwürfe und ich beschwere mich auch garnicht, ich sagte nur, ich will mit Dir reden, was wir besser machen könnten.."

Sie: "Was meinst Du, wie zufrieden
ich mit unserem Eheleben bin...?!"
Er: "...was meinst Du...?!"

Sie: "...ich sage nur, kümmerst Du Dich um das, was mich bewegt?

Er: " ich tue eigentlich den ganzen Tag nichts anderes!"

Sie ".... da sehe ich rein garnichts davon. Sonst wäre der Toilettendeckel jetzt nicht hochgeklappt und in der Küche sähe es anders aus, von Deinem Schreibtisch wollen wir gar nicht anfangen, das ist Deine Sache...und und und"

Er: "ich meinte eigentlich etwas ganz Anderes besprechen"

Sie: "du meinst immer etwas anderes, wenn man Deine Versäumnisse anspricht...das ist es ja gerade, wenn ich Dir mal etwas sage, bekommst Du gleich Selbstmitleid und spielst den frustrierten Ehemann- dann muss man sich auch anders verhalten..."

Er : "und wie ???"

Sie: "Du weisst genau, was ich meine und überhaupt habe ich keine Lust zu diesen ewig gleichen Diskussionen...guck Dir mal Dein Hemd an- das ganze Mittagessen kann man nachverfolgen"

Er: "...."
Er: "Es macht also keinen Sinn, einmal über meine Bedürfnisse zu reden? Männer sollen doch mehr über ihre Gefühle reden."

Sie:"Mit dem Unterschied, dass es immer die gleichen Gefühle bei den Männern sind...wozu seit Ihr überhaupt
sonst noch zu gebrauchen...?"
Er: "Du verdrehst immer alles, ich wollte eigentlich keinen Streit, sondern ein konstruktives Gespräch."

Sie "Aber ich nicht- ich habe andere Sorgen; es sollten eigentlich auch Deine Sorgen sein"

Er: "Sind es auch, aber es gibt eben auch noch andere Dinge, die stimmen müssen zwischen Mann und Frau, nicht nur das Geld!"

Sie: "Ich wüsste nicht, was das wäre, ausser Eurem ewigen Ficken fällt Euch nicht viel ein"

Er: "Es geht um Verständigung zwischen zwei erwachsenen Leuten"

Sie: "...das dachte ich eigentlich auch, aber ich habe es immer nur mit einem pubertierenden Halbgreis zu tun...,"

Er. "das geht jetzt ein bisschen unter der Gürtellinie"

Sie" das ist doch die Ebene, auf der Ihr angesprochen werde wollt...."


So etwa oder so ähnlich. Irgendwann rennt sie heraus und knallt die Tür zu. Ist eben manchmal eine ziemliche Zicke.
Es hat also wenig Sinn.
Allerdings ist es manchmal so, dass sie im Moment nichts aufnimmt, aber ein paar Tage später zeigt, dass sie sich doch Gedanken zum Thema gemacht hat... und dann mit kleinen oder grösseren Überraschungen herausrückt.
Insofern.... lohnt das Ansprechen schon, auch wenn es sehr unbequem ist.
Aber im Moment ist mir eine Diskussion einfach zu "heiss" - es würden die Fetzen fliegen.
Da geniesse ich lieber für mich ...und schreibe ein bisschen, wenn ich nicht draussen bin, in der sonnigen Luft dieses Januarsonntags.

Ich schreibe, was mir dazu einfällt und mit dem Risiko, Krach zu bekommen, oder anderweitig Unbequemes durch meine Frau zu erleben....(nicht nur wegen der "Zicke"..).

Wenn Amélie "bestraft", dann ist es manchmal so wie immer, aber ein anderes mal auch ganz anders- man kann sich bei ihr auf nichts verlassen, noch hätte man(n) irgendeinen Anspruch auf irgendwas- etwa nach irgendeinem Gesetz oder Vertrag, denn solche Verträge und Gesetze kennen nur die Verpflichtungen des Ehemannes, sind aber im Einzelfall der Lebenspraxis - das ist doch wohl klar- nicht gültig für die Ehefrau.
Es ist also insofern eine ganz normale Ehe bei uns.
Mit unterdurchschnittlich (aber was ist das durchschnittlich?) wenig Sex, doch mit überdurchschnittlichen Kink- Anteilen und ...viel Zeit zum Reflektieren auf Seiten der Männlichkeit. Mal wieder. So entstand die Philosophie schon immer…
Nichts ist schädlicher als die "dauernde Befriedigung" der Bedürfnisse des Mannes.
Wir lieben unsere Frauen, weil sie uns anziehen - und zurückweisen, wenn sie es angemessen finden, weil sie uns korrigieren, wenn wir uns selbst gerade grossartig finden und weil sie uns blosstellen, wenn wir uns eigentlich verstecken wollten und weil sie uns, mit Worten, mit der Hand oder mit was auch immer
züchtigen, und weil wir wissen, dass wir allemal weniger gut dran wären, wenn wir sie nicht hätten....
Männer sind viel mit Wichtigem beschäftigt.
Frauen sind meist - wie oben angedeutet- mit noch wichtigeren Dingen beschäftigt: dem Stillen der Kinder (nun, das ist bei uns lange vorbei), der Bestellung des Hauses (wie immer auch), der Steuerung und Disziplinierung des Mannes (mit welchen Mitteln auch immer; es schliesst die Deligation und Beaufsichtigung des Mannes natürlich mit ein) und der Familie.
Das geht bei jedem unterschiedlich.
Mater und Materie, das hängt eng zusammen.
Das ist ganz normal.

Also versorge ich zur Zeit das hehre Ziel der Verbreitung des Wissens um "Weiblich Geführte Ehe" oder Female Led Relationships auf diesem Blog - allein.
In der wenigen Zeit, die "frei" ist dafür.
Dazu gibt es einen reichen Fundus an Erinnerungen an Erlebtes und an Geschriebenem, von mir und -bruchstückhaft- von ihr, oder es gibt die vielen eigenen Gedanken und das Wissen um ihre Gedanken und sie.

Kommentare:

Naguri hat gesagt…

Es ist immer wieder interessant eure posts zu lesen, auch finde ich immer wieder neue blogs durch euren. Besten Dank
grüsse
Naguri

Achatz hat gesagt…

Danke für Deinen Kommentar. Es ist schön, wenn so eine Art Netzwerk entsteht und verschiedene Sichtweisen zum Thema erscheinen- es gibt so viele und es macht immer mehr Spaß. Werde mir demnächst Euren Blog auch mal genauer anschauen....

Gruß Achatz

Sukram hat gesagt…

Hallo zusammen

Super! Da wird sehr seriös und realitätsbezogen "gearbeitet".
Gratuliere lieber Achatz!

Schon der Ausdruck vorsätzliche Verfehlungen deutet auf reine Energieverschwendung hin. Warum denn in aller Welt seine Herrin unnötig stressen?! Solche Provokationen bewirken doch nur einen Tausch der Verhältnisse:
Mann WILL, dass Frau garstig wird!
Meine Erfahrung zeigt, dass eine ununterbrochene Devotheit, Fleiss und Aufmerksamkeit ihre Lust zu dominieren stetig anwachsen lässt. Sie fühlt sich bestätigt, dass ihre Pläne ohne Widerstand und zu überwindenden Schwierigkeiten Realität werden. Somit wächst ihr primärer Stellungswert zu einem sehr soliden Fundament dieser phantastischen Beziehungsform. Hat sie das Bedürfnis korrigierend einzuwirken, Neues zu vermitteln, ja dann legt sie genügen Strenge auf die Waage dies auch fundiert und definitiv durch- und umzusetzen.

Gruss an Alle
Sukram