Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Montag, 3. Dezember 2007

Topping from the Bottom

Amélie äusserte neulich Bedenken. Unsere Ehe sei kein FemDom Paradies und sollte auch im Blog nicht so erscheinen; Sie sei nicht die ideale Gespielin für mich, weil ich nicht bekäme, was ich mir wünschte, sondern eher manchmal, was ich bräuchte.
Gut, aber eben nicht immer, was ich mir wünsche. Okay. Aus "gegebenem" Anlass sollte ich folgendes Fundstück aus dem Blog einer dominanten Lady irgendwo aus dem Netz einmal übersetzen und hier hereinbringen:


"Du kannst nicht den Kuchen behalten und ihn gleichzeitig verspeisen. Du kannst nicht deine Frau dafür begeistern deine Domme zu sein und dann einen Rückzieher machen und versuchen die Kontrolle wieder zurück zu bekommen, wenn dir die Richtung, die sie mit dir einschlägt, nicht gefällt. Wenn du dich ihr unterwerfen willst, dann musst du ihre Wünsche akzeptieren, egal wohin sie sich entwickeln. Die dominante Weiblichkeit hat das Sagen und was sie sagt geschieht. Männer sollten aufhören 'von unten zu bestimmen', wenn sie wirklich in den Genuss totaler Submission kommen wollen."

Nun ja, da ist etwas dran. Nachdenkenswert, aber wo kann das hinführen? Ein bisschen Glück braucht man dann schon bei der Partnerwahl....

Kommentare:

Richard hat gesagt…

Da hasst Du völlig recht. Ein bische Glück braucht es bei der Partnerwahl. Mit ausnahme meiner Mutter, hat niemand so recht an unsere Ehe geglaubt. Aber indem eigentlich die Probleme mehr von Ausserhalb kamen haben wir uns immer dagegen wehren müssen. Jetzt nach fast 40 Jahe Ehe ist sie mir meine Königin und kleines Mädchen in einem. Es ist schön, wenn man,blindes vertrauen in einander haben kann. Ich wurde sie jetzt nicht mehr, solange ich lebe, alleine lassen. Wenn es Probleme gab früher, haben wir manchmal bis 4 Uhr in der Nachr diskutiert bis die Sache einigermassen bereinigt war. Mit Krach liegt man nicht im gleichen Bett. Obwohl es manchmal für Beide schwer war haben wir es immer so praktiziert. Und jetzt liegen wir immer noch in unserem "Matriamonumentale" Eine italienische Ausdruck für das eheliche Doppelbett.

Richard

Achatz hat gesagt…

... ja das ist ein altes Rezept und es ist ein gutes: im Streit nicht Schlafen gehen. Hat sich bei uns nicht immer ganz vermeiden lassen. Oft "kocht" es bei uns hoch. Und dann geht jeder seine Wege für ein paar Stunden und dann ist es verraucht.
Im "Gespräch klären" gibt es, wenn überhaupt, erst dann.
Aber wir sind ja auch erst die Hälfte von Eurer Zeit zusammen und können noch ein bisschen dazu lernen.
Matriamonumentale - klingt super!

Richard hat gesagt…

Lieber Achatz

Vor 15 Jahre haben wir denn eine neue Matriamonumentale gekauft. Der misst 1.60 m und ist breit genug. Vorher hatten wir eine von 1.40 m, aber je nach, dass mann dicker wurde und das Bett langsam den Geist aufgab, haben wir uns für 1,60 m entschieden. Wir sind angefangen in ein Bett von 80 cm. breit. Ist es doch ein fortschritt, oder. 1.60 m ist breit genug, dass jeder seine Privatsphäre, wenn er möchte, gewähleistet ist. Diese Diskussionen in der Nacht sind meistens immer darum gegangen:"Warum haben wir denn mit 25 geheiratet. Was hast Du in mir gesehen, und was habe ich in Dir gesehen. In jede Krise sollte man gemeinsam die Zähler wieder auf Null stellen, mit dem Hintergedanke, man ist halt keine 25 Jahre alt mehr.

Richard

Achatz hat gesagt…

Da haben wir den Salat! Unser Bett ist viel zu breit!! Das kommt, weil Amélie gemeint hat, es müssen im Prinzip zwei einzelne Betten sein, dass man sie immer auch auseinander stellen kann, wenn die Verhältnisse sich mal ändern sollten.
Drauf liegt allerdings eine Matraze von 6 1/2 Fuss zum Quadrat (=2x2 Meter). Keine Ritze also zunächst mal. Da kann man sich aber auch wunderbar in die Weiten der ehelichen Einsamkeiten zurückziehen...bis man garnicht mehr merkt, ob der andere überhaupt noch da ist.
Ist also vergleichsweise ein "Monumentale". Würden auch noch zwei (Frauen) mehr hineinpassen, nach meiner Meinung...aber mich fragt ja keiner!

Anonym hat gesagt…

Ist der Text vielleicht von E. Sutton? Ich meine mal gelesen zu haben, dass sie ähnliches vertritt.

Also meine Meinung: Einerseits stimme ich dem von Dir zitierten Eintrag zu, andererseits aber auch nicht.

Es ist klar, dass man auch manchmal zurückstecken und Abstriche machen muss. Es ist klar, dass es im D/s nicht oder nicht immer danach geht, was Sub will, sondern dass Dom(me) den Ton angibt. Es ist klar, dass Dom(me) auch mal unangenehme Sachen verlangen kann. Und es zeugt von Charakterstärke, wenn Sub sich dann nicht verweigert, sondern gehorcht, auch wenn es ihm/ihr nicht so gefällt. Richtige Hingabe ist es, wenn man seinem dominanten Partner auch mal Dinge erfüllen möchte, die für einen selber nicht wirklich schön sind. Das gehört zum richtigen Sub-sein, finde ich.

Ich finde jedoch nicht, dass es völlig egal ist, was Domme verlangt und dass Sub immer und absolut gehorchen muss, egal wohin sich ihre Wünsche entwickeln und egal was kommt. Was ist denn mit seinem Glück? Was wenn Domme etwas verlangt, dass ihn dauerhaft deprimieren wird, das zuviel für ihn ist und das er nicht ertragen kann?
Besteht das Wesen einer FLR etwa darin, dass der submissive Partner unglücklich sein soll? Doch wohl kaum. FemDom sollte die Beziehung verbessern - und zwar für beide Seiten.

Deswegen kommt es doch auch sehr darauf an, was genau sie verlangt und was für Auswirkungen das auf ihn und auf die Beziehung haben wird. Fühlt sich Sub z.B. bei Forced Feminization unwohl und sie verlangt es aber, dann ist es, finde ich, angemessen, wenn er diese Aktivität in Sessions zumindest mal versucht. Und eben nicht ständig von bottom toppt, nur weil etwas nicht so läuft, wie er will.
Aber es wäre in meinen Augen Quatsch und verantwortungslos, wenn sie versuchen würde, ihn zu einer 24/7-femme zu machen.
Genauso auch bei anderen Aktivitäten: Mag er keine Keuschheit, sollte er sich dennoch ihrem Willen beugen und zeitweise Keuschheit akzeptieren. Aber eben in Maßen. Man kann einen Mann, der wirkliche Probleme mit sowas hat, nicht regelmäßig über Wochen oder Monate keuschhalten und dann glauben, das würde die Beziehung verbessern.

Deswegen ist Balance sehr wichtig. Sub sollte auch Opfer bringen, aber es geht nicht, dass er wirklich alles hinzunehmen hat, was seine Domme verlangt, egal was es ist und egal ob er mental dazu in der Lage ist. Es ist eben nicht egal, wie sich das D/s entwickelt.
Ausser man hat Glück bei der Partnerwahl, wie Du schon gesagt hast. Wenn beide Partner sehr ähnlich sind, stellt sich das Problem gar nicht.