Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Dienstag, 27. November 2007

Anfänge von Submissivität (4) - (v.Achatz)

Ich habe mich von Beginn des bewussten Lebens "etwas anders" gefühlt. Frauen waren mir rätselhafte Wesen, die über Wissen und Körper verfügten, welche mir ein Geheimnis versprachen und mir überlegen waren.

Die Mutter ist auch bei mir der wichtigste Auslöser. Ich schreibe "Auslöser", da ich das Gefühl habe, es gab eine submissive Disposition bei mir von Anfang an. So ist zum Beispiel ist Bruder nicht so gepolt, wie ich. Aber genau weiß ich das natürlich nicht. Von mir würde man es auch nicht so leicht vermuten.

Meine Mutter ist zunächst einmal keine ausgesprochen dominante Frau gewesen.
Doch sie hatte durch ihren Charme und durch ihre unterschiedlichen Stimmungen eine breite Palette an Möglichkeiten gehabt, Menschen, meinen Vater inklusive, zu beeinflussen.
Ein Teil ihrer sicherlich vorhandenen Attraktivität für Männer (man kann es als Sohn nicht so einschätzen) hatte sie sicherlich durch ihr Wesen, was sich jeder Festlegung entzog. Sie machte alles "my way", war sehr geschätzt und von vielen geradezu verehrt. Jeder, der sie traf bemühte sich, sich anständig zu benehmen und etwas für sie zu tun. Männer vor allem.
Originalität gefiel ihr.
Ich war stolz auf sie.
Als ich klein war, gab es ab und zu mal einen Klaps auf den Po und ein paarmal eine schallende Ohrfeige für mich; dies mehr aus Gründen ihrer Nervosität, als aus wirklicher Konsequenz und Strenge. Strenger war mein Vater, der aber nie eine körperliche Strafe verwendete und dies auch nicht benötigte.
Es aber war eher so, dass er streng war, weil sie es von ihm erwartete. Er hatte ein grosses Herz.
Nicht dass ich eben ein Flegel gewesen wäre, aber ich war frech und lernte zunächst nicht gut:
Man schickte mich deshalb für kurze Zeit, da war ich zwölf, auf eine Schule, bei der der Schulleiter Schüler mit dem Rohrstock schlug. Ich musste in seine Klasse. Das war eigentlich das Mittelalter. Ich hatte einen Riesenrespekt vor ihm und sah einige Lausbuben unter seinem Rohrstock jammern und heulen. Sie mussten sich bücken und bekamen was auf die Hose; nicht zu knapp.
Bei solchen Aktionen schaute die ganze Klasse -mit den Mädchen- zu. Das war der Punkt für mich. Es war natürlich demütigend. Ich tat alles, um soetwas für mich zu vermeiden; es hätte mir nicht gefallen, nicht durch den Schulleiter.
Dennoch fand ich es erregend, ohne es selbst je so erfahren zu haben. Es beflügelte meine Träume.
Das hübscheste Mädchen der Klasse, ich nenne sie mal Elisabeth, mein Schwarm, schien irgendwie ihren Spaß dabei zu haben. Zumindest fand sie die Strafen gerecht und angemessen- für die Jungen.
Mädchen bekamen zwar auch mal was, aber nur auf die nach oben gehaltene Handfläche und es war mehr symbolisch.
Einmal wurden Elisabeth und ich von den anderen gehänselt, weil wir ab und an zusammenstanden und uns etwas erzählten. Das war unüblich zwischen den Geschlechtern. Für mich war es immer schon reizvoll, auch lange vor der Pubertät.
In dieser Zeit träumte ich also manchmal, ich würde auch versohlt werden, weil ich mit ihr geflirtet hätte; aber nicht von dem alten Schulleiter: ich musste mir die Hose herunterziehen und sie musste das ausführen, die Mädchen schauten zu, delikat.
Solche Sachen.
Ich weiß nicht warum, aber diese Tagträume waren ausgedehnt und erregend.
Da wusste ich dann, dass ich nicht ganz so tickte wie die anderen; es war einfach so.
Heute denke ich, wenn es biografische Auslöser gab, war es allenfalls die deligierte Strenge meiner Mutter, die ich irgendwie erotisiert hatte.
Man musste nicht sein, wie alle anderen, das hat meine Mutter mir ebenfalls beigebracht.

Sie erzog mich dazu, Frauen absolut zu achten und zu respektieren (ebenso die Schwachen und Benachteiligten) und, da ich "ihr Kleinster" war, war ich der "Moses" an Bord des grossen Familienschiffes: allzeit bereit, aber für Nichts ganz verantwortlich.
Es gab andere Frauen bei uns im Haus, mal Kindermädchen, mal Haushälterinnen, die zum Teil von beeindruckender Weiblichkeit und eben auch Dominanz waren, so dass ich genügend Anschauung in weiblicher Präsenz hatte. Es gab welche, die mich ein bisschen zu fest an ihren Busen drückten und andere, die das Bad betraten, wenn ich in der Wanne lag, obwohl ich vielleicht schon 14 war. Ein Mädchen trug beim Putzen kein Höschen, sie lies es im Gästebad bei ihren Sachen und sie sorgte dafür, das ich das bemerkte. Ich konnte es nicht fassen. Das hat mich Monate beschäftigt.

Aufgrund meiner Fantasien hielt ich mich zunächst für einen Masochisten. Aber eigentlich interessiert mich Schmerz nicht so, jedenfalls nicht an und für sich. Je älter ich wurde, desto mehr war mir klar, mein unbestimmtes Verlangen war an Frauen gekoppelt: der Wunsch, von ihnen bestimmt zu werden, entwickelte sich zum Wunsch, für sie da sein zu können, denn damit hatte ich mehr Realisierungschancen. Das mussten nicht unbedingt "starke Frauen" sein, wohl aber welche die etwas ausstrahlten. Und dann hatte es mit ihrer macht über Männer zu tun. Ich mag, wenn man sie "spürt", sich für sie anstrengt; das kann auch wehtun, dann spürt man sie noch mehr. So herum.
Dass "liebende weibliche Autorität" den Schlüssel dazu ist, habe ich erst auf der Website von Elise Sutton gelesen: da hat es "Bingo" gemacht und ich habe etwas kapiert (z.B. habe ich dieses hier übersetzt: hier).
Das Schwerste war vielleicht, dies der Frau an meiner Seite zu offenbaren. Ich habe Glück gehabt: sie hat es aus buchstäblich aus mir herausgekitzelt, denn ich war zu feige, ihr von selbst rechtzeitig davon zu erzählen.
Frauen sollten also ihre Männer testen und sie zur Rede stellen, denn diese tun sich schwer über ihre Gefühle zu sprechen- es sind mehr "betroffen", als man denkt: das Internet lässt da keinen Zweifel.

Kommentare:

Richard hat gesagt…

Lieber Achatz

Es gibt sehr viel Paralellen in unsere Vergangenheit. Aber eben auch die Dienstmädchen hatten ihre Einfluss auf uns. Sorry, wenn ich es so sage, aber auch sie hatten einem Einfluss auf die Erziehung. Wie eigenartig es auch tönt, Sie beteiligten sich vielmehr an den Haushalt als meine Vater und Mutter sich je mal vorgestellt hatten. Die Dienstmädchen waren jung, waren Tag und Nacht im Hause. So vermute ich, dass meine Bruder die vier Jahren älter war als ich, da viel mehr erzahlen könnte, was alles so gelaufen war. Jedenfalls habe ich stark den Verdacht, dass er mit den jüngste Dame sicher einmal übernachtet hat. Das andere Mädchen war verlobt und war mir gegenüber mehr als Ersatzmutter. Ich könnte mit ihr alles bereden, was meine Mutter vielleicht vergessen hatte. Wenn ich so nachhinein überlege, könnte ihre Einfluss doch grösser gewesen sein äls ich selber ahne. Denn eigentlich habe ich sie mehr mit meine kleine Probleme belastet als gut ist. Mit meine alltägliche Probleme ginge ich immer zu ihr und sie sagte mir wie ich es am Besten lösen könnte. Ich glaube in so eine Haushalt wie bei Dir und mir ensteht die Submissivität automatich, weil eigentlich die ganze Haushalt von Frauen dirigiert war. Es ist jetzt weiter nicht Schlimmes, aber wie ich einmal geschrieben habe, woher kommt es denn eigentlich. Für Dich war es ein Glück, dass Amélie mit ihrer Scharfsinn herausfand, wo es denn eigentlich bei Dir fehlte. Sie weiss es jetzt, und wird Dich Deine Leben lang an sich binden können, vorausgesetzt Du fangst nicht an zu spinnen und Du möchtest ein junges Fraulein die ganze Welt zeigen. Man sagt doch immer so schön, "Papa und die Bluebell"
Liebe Grüsse Richard

Achatz hat gesagt…

Ja, Du hast sicher recht. Es kommt alles von ganz alleine, wenn man als Kind nur von Frauen umgeben ist, die das Leben bestimmen. Und das ist eigentlich auch ein ganz natürlicher Zustand, seit Jahrtausenden.

Es hat keinen Sinn, es zu unterdrücken. Es ist eben auch wunderbar, Frauen zu verehren und für sie da sein zu können. Allerdings gibt es mehrere und auch "junge Fräuleins", weiß Gott... Mit den Jahren lernt man ein bisschen damit umzugehen, ohne sie gleich alle flachlegen zu wollen. Wo kämen wir da hin!
Und auch bei denen weiß man nicht von Anfang an, welche von ihnen das Zeug hat, einem Mann die Leviten zu lesen und ihn zu disziplinieren, und welche nicht.

Das macht das Spiel so interessant.