Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Donnerstag, 22. November 2007

Anfänge von Submissivität (3) - (v.Manfred)


Manfred (Ehemann von Roswitha), schickte uns dieses:

Ich versuche nun auch einmal einen halbwegs intelligenten Beitrag zu schreiben und habe mir das Thema Gründe für die Submissivität ausgesucht, wo ich noch heute drüber rätsle, woher und warum. Welch Zufall, wie der gerade geschriebene Kommentar von mir auf das gerade eingestellte Posting passt. Eine Erinnerung und ein Ansatz – vielleicht und eine Hommage an Roswitha,
Als kleiner Junge einer Beamtenfamilie verbrachte ich die meiste Zeit bei unseren Nachbarn. Die Mutter meiner besten Spielkameraden, ein Junge aus meiner Klasse und seine etwas jüngere Schwester, war eine Fabrikantenfrau, mit eigenem Hauspersonal. Das heißt, es gab ein Hausmädchen das mehrmals die Woche da war und putzte und eine Art Hausmeister, der aber auch nicht immer da war. Ich musste diese Frau manchmal unaufhörlich ansehen, heimlich natürlich, wenn sie telefonierte ihr Gesicht und ihre Grazie, wie sie im Sessel saß, das eine Bein über das andere schlug, während wir am Boden malten. Ich roch ihr Parfum und nahm die Wärme wahr, die sie ausstrahlte und auch die Dominanz die sich in ihrem Wesen spiegelte, wie sie sprach, wenn ihre Beine wippten, wobei mir die gefühlte Dominanz erst heute als solche in der Erinnerung bewusst ist. Als Kind hielt ich es damals für normal, wenn eine Mutter streng wirkte, da war noch keine sexuelle Empfindung, sondern nur die Einsicht, dieser Frau zu gehorchen und artig zu sein. Sie war eine imposante Erscheinung, zierlich aber doch stattlich, sehr gepflegt und immer modisch gekleidet, freilich sie konnte es sich leisten, das sah man schon an ihren Ringen und ihren täglichen Perlenketten. Sie hatten einen Mercedes und immer waren Pralinen auf dem Tisch. Nie zuvor hatte ich eine Frau mit so gepflegten Händen und langen Fingernägeln gesehen, manchmal blutrot lackiert, ein andermal perlmuttglänzend. Oftmals schaute ich ihr zu wenn sie daran feilte und sie wie Pfeilspitzen schärfte. Sie lächelte dabei, wenn sie mein Interesse für ihre akribische Genauigkeit dabei bemerkte. Nicht nur uns Kindern gegenüber strahlte sie eine gewisse Durchsetzungskraft aus, sondern auch gegenüber ihrem Mann, wenn er mal zu Hause war. Heute kann ich sagen, sie hatte die Hosen an, die damals noch nicht verbreitet war, ich sah sie immer nur im Rock. Je älter wir wurden, um so interessanter wurde diese Tatsache für mich. Sie war der Boss im Hintergrund und er der Pantoffelheld, auch wenn er die Rolle des Familienvorstandes gut spielte. Manchmal konnte sie richtig fies sein und sie konnte auch laut werden. Ich zog dann den Kopf ein und machte keinen Mucks, wenn sie in ihrer stattlichen Größe plötzlich im Raum stand und uns mit drohendem Zeigefinger ermahnte. Das Drohen zeigte immer gute Wirkung. Sie hat nie ihre Kinder geohrfeigt wenn ich da war, aber sie fand immer ziemlich harsche Worte, wenn wir über die Strenge schlugen und im Haus Fangen spielten oder so laut waren, dass sie nicht mehr telefonieren konnte. Wenn einer von uns weinte, klärte sie augenblicklich die Situation auf und gab uns klare Richtlinien, was zu tun sei. Da hieß es dann „wird’s bald“, soffffort!, „aber Dalli“. Ich musste dann oftmals nach Hause gehen, wenn sie einem ihrer Kinder für eine Frechheit mit Strafmaßnahmen wie „... du kannst gleich ein paar auf den Arsch haben“, drohte und wir „sofffffort“unsere Sachen aufräumen mussten. Oh ja sie konnte schon streng sein, dafür war sie andererseits mehr als fürsorglich und immer mit Herzlichkeit und tröstenden Worten um das Wohl der Kinder bemüht. Um die Weihnachtszeit erwähnte sie natürlich wie meine Mutter auch die Rute des Nikolaus, die uns mit zunehmenden Alter nicht mehr erschrecken konnte. Ich erinnere mich auch, wo sie drohte, einen ihrer Frechdachse einmal zu einer anderen Familie für ein paar Wochen zu geben, nämlich zur Tante Inge, die ich nicht kannte. Scheinbar war diese Adresse dafür bekannt, dass frechen Kindern dort die nötige Zucht beigebracht würde, weil Tante Inge nicht lange fackele und die Hosen ohne lange zu fragen herunterzieht und dann.... „da kannst du was erleben.“ In meiner einsetzenden Pubertät brach der Kontakt zu meinen Spielkameraden ab, weil sie einfach in einer anderen Klasse waren als ich. Zum letzten Mal wir ich im Sommer dort und ich sah die Mutter erstmalig im Bikini. Es war die Zeit des Wirtschaftsaufschwunges, wo jeder im Garten seinen eigenen Swimmingpool als Statussymbol anlegte. Es wunderte mich warum sie elegante Schuhe im Garten trug, aber sie sah sehr gestreckt und vornehm aus, wie immer. Hier endet dann die Vorgeschichte, die ich als mögliche Begründung für meine unterwürfige Neigung konkretisieren kann. Es kam eine schlimme Pubertätszeit und die Fantasie trieb Blüten, wie die Pickel in meinem Gesicht. Am liebsten wäre mir gewesen, ich hätte alle meine sexuellen Gelüste vergessen können, nur dass dies nicht möglich war, bemerkte ich bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit, wo ich eine Frau mit ähnlich eleganter und strenger Ausstrahlung sah, wie diese Fabrikantenfrau. Ich interessierte mich zwar für gleichaltrige Mädchen auch doch tief in meiner Seele trug ich ein anderes Frauenbild wie eine leuchtende Madonna: „This is what every young man dreams about and needs; a confident older woman that takes an untrained boy and teaches him about women.“
Dieser Traum ist niemals in Erfüllung gegangen und deshalb ging ich in meiner Neigung immer weiter und weiter. Lange Zeit ohne Freundin, ohne erste sexuelle Erfahrungen, dann viele Enttäuschungen, aber kein Mut sich zu outen, als wäre meine Neigung eine ansteckende zum Tod führende Seuche. Die leuchtende Madonna wird zur Sucht, immer konkreter in meiner Vorstellung. Die besten Jahre gehen dahin, man nähert sich immer neuen Schallmauern und ist frustriert, nicht die Frau seines Lebens gefunden zu haben und stochert nach Gründen im eigenen Durcheinander. Was ist das genau eigentlich, was mich umtreibt.
Es ist mein Hang nach Ohnmacht gegenüber der Macht der Frau. Deshalb räume ich ihr sogar das Recht ein, mir den Hintern zu verhauen, damit sich mir die Macht in ihrem ganzen Umfang zeigt. Die Frau einerseits nicht berühren zu dürfen, so groß ist mein der Respekt,
sich dann aber der Frau hingeben zu dürfen, nein zu müssen, weil sie die Regeln vorgibt, das treibt mich seit meiner Kindheit an.
Es ist die Suche nach Zuwendung in Form von Wärme und Liebe wie es jeder andere Mann wohl auch bei einer Frau wie eine Heimat für seine Seele vorfinden möchte. Diese Zuwendung kann ein Kuss sein aber auch die Erteilung von Strafe, wie zwischen Mutter und Kind. Da ist eine triebhafte, nie ruhende Sehnsucht nach Weiblichkeit, weil sie mir ständig begegnet. Aber das oberste Gebot lautet: Du sollst nicht begehren. Und in diesem Hin und Her befinde ich mich, wie das Wachs in einer Lavalampe. Ich begebe mich gerne in dieses Wechselspiel als verführter Mann, worin ich befreit bin von den Beschwernissen der Verantwortung und dem Beweisen männlicher Stärke. Meine geortete Position ist ausweglos verstrickt in den Fängen der Frauen mit ihren langen Strumpfbeinen und ich hänge wie ein Alpinst im Tal der Brüste, der jedem Absturz trotzt, zu schön ist die reizende Bergwelt. Wie man sieht, liebe ich die Poesie und ich bin ein hoffnungsloser Romantiker, ich liebe die Kunst, bin selber Hobbykünstler, und ich verehre die schönen Dinge des Lebens zusammen mit meiner wunderbaren Frau, die mir hilft das alles intensiv zu erleben.
Die Trendwende kam mit Roswitha, eine kluge Frau, die wie ein Schutzengel in mein Leben trat, gerade noch rechtzeitig.
Der Anfang einer Beziehung war für mich immer schwierig. Die Bezeichnung, der Freund einer Frau nach meiner Vorstellung zu sein, war mir zu wenig wertvoll. Ich habe nie die Kumpelhaftigkeit zwischen Mann und Frau gemocht, wenn es um das sexuelle Zusammentreffen der beiden Geschlechter ging. Mein innerer Generator sagte mir, immerzu aufsehen zu müssen zu der Lady, die mich dabei führt und anleitet, wie ich sie berühren soll und darf, damit ich ihr Gutes tue und um ihr Wohlbefinden, Gefühle der Lust und Wonne zu bereiten. Ich gebe mich in die Hände der Frau, liefere mich dem aus, was sie mit mir anstellt. Wenn ich eine Erektion bekomme, ist das bereits eine zwanghafte Folge, die sie bei mir, ohne mich wehren zu können, verursacht. Wenn ihre Hand dann auch noch dazu kommt und mich stimuliert, wie soll ich mich da noch dieser Anziehungskraft entziehen können. Ich will nicht dass sie aufhört, sie soll weitermachen, bloß nicht aufhören, weil es mich rasend macht so, weil sie mich so in ihren Bann zieht, weil sie jetzt das macht, was ich früher selbst gemacht habe und diese Hand nicht zu mir gehört, sondern jener Frau, die mich den ganzen Tag mit ihrer Weiblichkeit auflädt. Da würde jede Kumpelhaftigkeit jetzt diese Atmosphäre zerstören, während sie mich wie eine hochgestellte Lady behandelt und ich mich genau diesem übergeordneten Wesen mit spürbarer Erfahrenheit und deshalb legitimierter Hochnäsigkeit hingeben. Auch für die Frau ist die Kumpelhaftigkeit bei der sexuellen Begegnung nach meinem Empfinden zerstörerisch für ihren Genuss an der Sache. Es ist steckt doch eine ganz andere Kultiviertheit darin, wenn der Mann die Frau wie eine Göttin behandelt, zu ihr aufsieht, bevor sie ihn in ihrem Schoß aufnimmt, wobei in erster Linie ihre Befriedigung das Motiv ist, wenn sie ihn gewähren lässt, als Vorschuss für seine Anbetung. Da ist also zum einen eine Distanz trotz der Intimität zwischen Mann und Frau, aufgrund dieser weiblichen Erhabenheit, wo der Geschlechtsakt eine Gunst für den Mann bedeutet. Zum anderen ist da aber auch so eine vertraute innige Bindung, keine so lockere wie bei einem kumpelhaften Begegnung als säße man sich beim Würfeln gegenüber. Diese Frau weiß alles über mich und deshalb füge ich mich, auch weil sie dieses Wissen nicht missbraucht, weil ich ihr vertrauen kann. Ich sehe den Missbrauch keineswegs, wenn sie mich den Abwasch erledigen lässt, ich für uns koche, mit dem Staubsauger durch die Wohnung fege, und, und und. Das ist meine Bestimmung, das ist mein Platz, den ich für mich schon immer haben wollte und es war ein langer Weg, ihn zu bekommen. Ich weiß das klingt verrückt, wenn man sieht, wie sich manche Ehepaare fetzen, nur weil er als Mann im Ring keine Hausarbeiten machen will. Warum macht der Esel Manfred das, Schuften für Befriedigung? Weil er genau diese vorhin beschriebene Art der sexuellen Zuwendung herbeisehnt und nicht das primitive reinstecken des Pimmels will, als wäre die Frau sein persönliches Auffangbecken, wann immer es juckt. Der Preis ist sehr hoch, wenn ich den Aufwand sehe, alleine schon zeitlich gesehen, aber Roswitha betreibt auf der anderen Seite auch einen Aufwand und somit stimmen die Gewichte wieder. Wenn die Balance hier nicht stimmen würde, könnte ich meinen Aufwand nicht für mich selbst rechtfertigen und dann würde ich eine Frau auf jeden Fall nicht in dem Maße verehren können, weil ich mich ausgenutzt fühlen würde. Dieses Gefühl kennt man in „normalen“ Beziehungen ja auch und führt zu Konflikten, am Ende zur Trennung. Die Festlegung wer bestimmt, löst Komplikationen und vermeidet Konflikte, aber dafür muss es auch gute Gründe geben, dieser Bestimmung folgen zu können und diese Gründe sehe ich bei Roswitha jeden Tag aufs Neue. Das kann man jetzt durchaus als Liebeserklärung verstehen und wir beide sind romantisch genug, um diese Aussage als solche mit einem stillen Lächeln zu quittieren. Ich kann für jede Frau ein guter Freund sein und bin es auch Roswitha gegenüber. Das ist das eine. Aber für eine Liebe zwischen Mann und Frau braucht es auch eine sexuelle Assoziation und Affinität. Meine Frau versteht es wie keine andere zuvor, meine Psyche zu deuten, mit ihr liebevoll umgehen wie mit ihrer Lieblingspuppe und anderseits kann sie mich in den Zustand sexueller Hörigkeit führen, weil ich ihr den Zugangscode gegeben habe und sie ihn ganz für sich alleine nutzt. Sie ist am Ende jetzt die Frau, die mein Leben bestimmt und die die Einflüsse aller Frauen auf meine Disposition als Nutznießerin zu gebrauchen und zu genießen weiß. Sie ist jener Fabrikantenfrau aus meiner Kindheit sehr ähnlich geworden und es ist als hätte ich damals schon gewusst, was für eine Frau mich später im Leben glücklich machen wird.

(geschrieben von Manfred)

Kommentare:

severinus_ls hat gesagt…

Lieber Manfred:
Deine Worte kann ich gut nachvollziehen - und ich denke, dass Du sehr glücklich sein kannst, von der Richtigen erwählt worden zu sein. Dein Beitrag zeigt einmal mehr, dass es vor allem auf eines ankommt: Ehrliche Gefühle füreinander zu haben. Nach meiner Einschätzung ist das beste Fundament für eine Femdom-Beziehung echte, wahre Liebe. Ich hatte einige Vannilla-Beziehungen vor meiner jetzigen. Eine befreundete Psychologin attestierte mir mal eine gewisse Bindungsangst. Da ist durchaus was dran - aber nun weiß ich, wie ich dieser Angst begegnen kann - in einer Femdom-Beziehung mit einer Frau, die ich liebe - und die mich liebt...
schöne Grüße
severinus_ls

Richard hat gesagt…

Lieber Severinus

Hast Du bereits über meine Antwort oder Erklärung nachgedacht?
Es gibt nicht nur extreme Femdom Beziehungen, aber auch solche, welche durchaus Salonfäghig sind. Es kommt für uns Männer darauf an, was unsere Angebetene schön findet. Aber das ist etwas, was Du selber auch beeinflussen kannst. Auch Deine Frau hat Gefühle, welche sie lieber mit Dir ausleben möchte.

Mit herzlichem Gruss
Richard

Sukram hat gesagt…

Lieber Manfred

Super Deine Worte. Kann Dir gut nachfühlen mit dieser Fabrikanten-Frau.
Auch ich habe erst letzthin die Frau meines Lebens, meiner Träume gefunden.
Zwar wohnen wir noch ziemlich weit weg voneinander, doch Sie hat von Anfang an gesagt, wo es lang gehen wird. Es gibt ja Telefon und Skype, dazwischen bestellt Sie für mich ein Flugticket, oder Sie bucht eine Bahnreise zu mir.
Schon allein der herrische Ton in Ihrer Stimme lässt mich hellwach werden. Wenn es um die Durchsetzung Ihres Willens geht, so gibt es daran nichts zu rütteln.
Meine Göttin ist wirklich ein Juwel unter den Frauen. Sie ist von Natur aus schon mit einem sehr autoritären Charakter beschenkt worden. Ausgerechnet mich unter Ihre Herrschaft zu bringen, das hat Sie sich auf die Fahne eschrieben.

LG Sukram