Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Mittwoch, 14. November 2007

Anfänge von Submissivität (1) - (v.Richard)

Wie kommt es eigentlich dazu, dass ein Mann eines Tages ein Verlangen spürt, Frauen mehr als üblich zu respektieren, sie sogar als höhere Wesen anzusehen und sich ihnen -in welcher Form auch immer- unterwerfen zu wollen? Und wie und wann hat dieses Verlangen angefangen? Wann hat er es zum ersten Mal bemerkt? Dazu gibt es bestimmt verschiedene Geschichten und Meinungen und: bei jedem entwickeln sich die Dinge anders. Richard sandte uns seine Geschichte vom Anfang seines submissiven Erlebens, als seine Mutter auf besondere Weise seinen Gehorsam forderte. Es hat ihn für sein ganzes Leben geprägt. (Ich habe den Text sprachlich auf seinen Wunsch hin korrigiert, da Richard aus Holland stammt )
Ein Beispiel der Submissivität eines Mannes

Die Gründe der Submissivität muss man beim Mann nach meiner Meinung immer in den Jahren suchen, in denen er geschlechtsreif wird. D.h. bei seiner ersten Ejakulation. Bestimmend hierfür sind seine Fantasien, die er dazu benutzt um sie zu erreichen. Es soll sich auch jeder Mann in seinem späteren Leben bewusst werden, dass seine Mutter der erste Bezugsperson für seine sexuelle Gefühle ist.
Um ein Beispiel zu nennen, kann ich nur aus eigener Erfahrung reden, jedoch kann ich nicht sagen, ob es allgemein gültig ist.
Bei mir war es so, dass meine Mutter ausgerechnet zu diesem alles bestimmenden Zeitpunkt (ich glaube, ich war 12 Jahre alt) mehr aus Jux mir einen Zwick mit ihrer Reitgerte gab. Sowie ihre Bemerkung dazu, dass Kinder ihrer Mutter gehorchen sollten, oder sonst gibt es was.
So etwas spricht die Kinderfantasie natürlich ungeheuer an. Prompt hatte ich ein paar Tage später meine erste Ejakulation mit den entsprechenden Fantasien. Damit war meine Submissivität entstanden. Meine Fantasien verharrten in einem Bezugsdreieck. – Mutter, Peitsche und ich – Diese Fantasien festigten sich natürlich, weil ich merkte, dass es auch meine Lustgefühle unheimlich steigerte. Jedes Mal dachte ich an dieses Bild, dass ich eigentlich selber geschaffen hatte.
Meine Mutter war mit 45 Jahren eine elegante und schöne Frau, aber sie hatte auch einen Hauch von weiblicher Dominanz. Damit kam denn in meiner Fantasie die weibliche Dominanz und Schönheit als viertes Element dazu. Ausserdem war mein Vater 20 Jahre älter als meine Mutter. Verständlicherweise war es viel mehr die Mutter, die für die Erziehung von mir und meiner älteren Bruder zuständig war. Er mischte sich da sehr wenig ein.
Nachher wollte ich nichts lieber, als die Reitgerte meiner Mutter spüren. Durch meine Streiche forderte ich meine Mutter nonverbal auf, mich mit ihrer Gerte zu strafen. Leider besass nur unser Hund das Vorrecht, ab und zu von Ihr gezüchtigt zu werden. Meine Mutter war eine intelligente und emanzipierte Frau. Sie hat nachher schon begriffen, dass mit mir etwas schief gelaufen war und sie ging vorsichtshalber nicht mehr auf meine Herausforderungen ein. Es gab schon Strafe, aber in Form von Zimmerarrest und Gartenjäten etc.
Es war damals eine Schwäche von mir, meinen Lieben nicht zu sagen wo ich war oder blieb. Wenn ich später heimkam als vereinbart, hoffte ich insgeheim auf ihre Reitgerte, aber ausser einer Androhung, war nichts. Nur langweiliger Zimmerarrest! Ob es mir besser oder schlechter ergangen wäre, wenn sie mich mal richtig versohlt hätte, kann ich jetzt nicht mehr beantworten.
Meine Mutter war belesen genug über Sex und Submissivität, so dass sie ihren Jux sicher nicht mit Absicht gemacht hat. Ich denke, es ist selbst für eine Mutter schwierig, den Zeitpunkt der Geschlechtsreife ihrer Söhne auszumachen. Wie denn auch, jetzt habe ich den Zusammenhang verstanden.
Mein Vater vergötterte meine Mutter. Er las ihr jeden Wünsch von ihren Augen ab. Die Submissivität wird bei meinem Vater auch dabei gewesen sein. Ich bin jetzt noch überzeugt, dass er von meiner Mutter auch mal was mit der Gerte bekommen hat. Manchmal ging sie auch ausreiten im Damensattel. Im schönen Reitkleid, Dressurgerte und Hut war sie auf ihrem Pferd eine graziöse und stolze Erscheinung. Ein Bild, an dem mein Vater sicher seine Freude hatte. Als ich 15 Jahre war, starb mein Vater.
Da mein Bruder bereits aus dem Haus war, war meine Mutter Erzieherin bis zu meinem 18. Jahr.
Für eine Frau allein war es auch nicht immer leicht mit einem halbwüchsigen Sohn zu leben. Die alte Kindererziehung war fertig, und sie forderte in unserer neuen Lebenssituation sehr stark mein Verantwortungsbewusstsein. Es gab schon mal Worte zwischen uns, aber keine Kinderstrafe mehr. Sie war stark genug, dass sie mir den Leviten lesen konnte.
Meine Mutter hatte ihre eigene Ideen und Vorstellungen, aber ich habe später als erwachsener Mann mit ihr über Gott und die Welt reden können. Jedoch das Thema meiner Submissivität habe ich bei ihr nie angeschnitten, weil ich nicht wollte, dass es bei ihr wie ein Vorwurf zurückkommen würde. Meine Mutter hat sich immer sehr stark für die schwächeren Frauen, auch politisch, eingesetzt. Sie wollte die Gleichberechtigung herbeizwingen, aber es war damals für die Frau ein Kampf, wie Don Quichotte gegen die sieben Mühlen. Ich denke, dass sie in der heutigen Zeit mehr Erfolg haben wurde, als damals.

Wohl hat sie ihre Ideen und Vorstellungen an meine Frau weitergeben können. Meine Frau agiert heute genau gleich wie meine Mutter. Meine Mutter starb als ich 36 Jahre alt war.
Eigentlich lief zwischen meinem 14 und 20. Jahr alles für die Aussenwelt „normal“. Jedoch war ich mit mir selber nicht unbedingt glücklich.
Da kam Christina in meinem 20. Lebensjahr als ein Geschenk in mein Leben. Ich wusste nicht, was ich mit meinem Tick anfangen sollte, Ich schämte mich für meine eigenen Gefühle und wusste nicht so recht, wie das den Mädchen beizubringen wäre. Denn ich war nie so frech, einem Mädchen einfach eine Reitgerte in der Hand zu drücken. Das wäre damals aus meiner Sicht ein Affront gegen die Gefühle des Mädchens gewesen. Dass es nicht unbedingt so ist, habe ich erst von Christina erfahren.
Damals stärkte Christina mein Selbstbewusstsein als Mann durch ihre Erklärungen über das Sexualverhalten eines Mannes. Es klang alles für mich so logisch und natürlich, dass auch mein Schamgefühl verschwand. Das Pendel drehte sich sogar in mir: Es reizte mich (und jetzt noch immer) bei einer emanzipierten Frau den Macho herauszukehren. Ihre „liebevollen“ Peitschenhiebe waren mir damit sicher.
Meine Schlussüberlegungen über die Submissivität des Mannes sind folgende:
Christina klärte mich auch über die Tatsache auf, warum eine Frau ein Vorspiel, Coitus und Nachspiel braucht und wie Mann und Frau den gleichzeitigen Höhepunkt beeinflussen konnten, damit beide Freude am Liebesspiel hatten. Der Mann ist, so leid es mir für Andersdenkende tut, in diesem Sinne automatisch des Weibes Untertan, weil er ohne Ihre Zustimmung nichts gewaltfrei zustande bringt.
Da können von mir aus die Machos lachen, aber über Vergewaltigung in der Ehe wollen wir hier nicht reden. Die Coitus wäre dann eine rein egoistischer Akt geworden, der bezeugt, dass die Frau für den Macho Null und Nichts ist. Ich verstehe es, wenn Amélie sagt, dass eine Frau nicht der Spermakübel des Mannes sein will.
Jetzt stossen wir automatisch auf Achatz' Frage: Wieso die Frauen einen „Riecher“ für Submissivität haben. Die Frage ist jetzt leicht zu beantworten. Grob gesagt gibt es zwei Kategorien bei den Männern. Einmal der Macho (der von seiner Mutter verhätschelte Bube) und auf der anderen Seite der submissive Mann (der von seiner Mutter geführte Bube) und dazwischen alle Mischformen, wobei nach meiner Meinung jemand in seinem Grundcharakter zu Links oder Rechts gehört.
Also hat die Frau eine Auswahl von zwei Grundtypen von Männern. So ist für sie eine Wahl nicht mehr so schwierig. Ausserdem denke ich, dass die Frau bei einer ersten Begegnung die Gesten eines Mannes viel besser interpretieren kann. Jedenfalls habe ich in meinem Leben soviel gelernt, dass eine emanzipierte geistreiche Frau sich im Herzen einen starken (submissiven) Mann sucht, die sie versteht und ihr ebenso geistreich sein Widerwort gibt.
Ich glaube kaum, dass eine halbwegs intelligente Frau zufrieden wäre, wenn ihr Mann zu allem Ja sagt und er nachher in die Wirtschaft flüchtet, um mit seinem Kollegen Sprüche über die Weiber zu klopfen. Auf jedes Büchslein passt ein Deckeli.
Bedenke, mein Schicksal ist nur eines von abertausend möglichen Schicksalen, die die Submissivität in einem Mann heraufbeschwören können. Es ist alles andere als abschliessend. Denn, würde man die gesellschaftlichen Einflüsse auch noch miteinbeziehen, würde ich überhaupt nie mehr fertig mit schreiben.
Nach meiner Meinung kann man generell sagen, dass die Submissivität bei jeden Mann in seinen Kinderjahre entsteht, wo der Zeitpunkt eines sehr emotionellen Ereignisses und die aufkeimende Sexualität zusammenfallen. Jedoch erinnern viele submissive Männer sich dieses Zeitpunktes nicht mehr so genau.
Weil ich Vater von einem Sohn bin, weiss ich sehr wenig darüber, wie die Submissivität bei den Mädchen ist. Entwickelt sich die Submissivität oder Überlegenheit bei den Mädchen ähnlich wie bei den Knaben? Amelies Worte habe ich gelesen und ich glaube sie könnte als Mutter hierüber sicher mehr erzählen.
Oder ist es zusätzlich der Mutterinstinkt (Ihre Kinder und alles was ihr lieb ist zu schützen), die es der Frau erlaubt einen Vorsprung vor den Männern zu haben? Die starken Frauen haben mir immer sehr viel innere Energie gegeben, sogar mehr als ich eigentlich verdient habe. Ich habe immer mit weisen, emanzipierten Frauen gelebt, die Stolz auf ihre Weiblichweit waren, und geniesse es.
Handkehrum (andersrum) frage ich mich, wie viele Frauen es überhaupt
gibt, die bereit sind des Mannes Untertan zu sein? Das wäre für mich schrecklich, wenn ich eine Frau nicht mehr auf das Podest stellen könnte, um sie zu verehren.

Liebe Leserinnen und Leser, es wurde mich sehr freuen, über Eure Meinung und Kritik zu lesen.

Richard

Kommentare:

severinus_ls hat gesagt…

Lieber Richard:
Deine Ausführungen sind sehr beeindruckend und spiegeln viele Geschehnisse wieder, die auch andere Männer in ähnlicher Form erlebt haben. Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob submissivität angeboren sein kann oder aber während der ersten zwei Lebensjahre erworben wird. Ich für meinen Teil weiß jedenfalls, dass es bei mir sehr früh losging, eigentlich schon vor der Pubertät.
lieben Gruß an alle
severinus_ls

Achatz hat gesagt…

Ich glaube auch, dass es schon früh losgehen kann, wenn es nicht überhaupt in den meisten Männern mehr oder weniger von Geburt an angelegt ist.
Es ist nur die Frage, kommt es zum Vorschein oder nicht, wird es unbewusst von den Frauen im Umwelt "gefördert" oder nicht. Meist ist es die Mutter oder eine andere weibliche Erziehungspersonen, die die Submissivität eines Jungen schon im frühen Alter aktivieren. Wenn Sie ihn aber nur verhätscheln und verwöhnen, wird er vielleicht lieber ein Pascha werden und später alles darum geben, es zu bleiben. Ansonsten kann ein entscheidendes Erlebnis (wie hier bei Richard) ihm das Vorhandensein einer solchen Neigung plötzlich bewusst machen und er kann es annehmen oder verdrängen;

Das hat manchmal die Dimension einer spirituellen Erfahrung. Auch deshalb gibt es den Ausdruck der "Angebeteten".
Es würde mich freuen, wenn auch andere Leserinnen und Leser Gedanken und Geschichten dazu hätten.

Richard hat gesagt…

Lieber Severinus

Ob die Submissivität angeboren ist oder vererbt wird, ist etwas, was wir ohne Fachpersonen wahrscheinlich gar nicht beantworten können. Interessant finde ich jedoch, warum Du Dich fragst, ob es in die erste zwei Lebensjahren erworben wurde.

Willst Du damit sagen, dass es davon abhängt, wie Deine Mutter mit Dir als Baby umgegangen ist. Oder zielst Du vielmehr auf die üblige Plagereien und Rauferei der Kinder unter sich auf der Volksschule, oder sogar die Eltern und Lehrer die kleine Kinder regelmässig versohlten? Bei den „Verlierer“ wird seine Submissivität dadurch geprägt, und wird bei der Geschlechtsreife diese bereits vorhandene Eigenschaft auf die Frau umgepolt?

Gehe ich wieder zurück in meine eigene Jugend vorher, gab es von den Eltern keine Schläge oder so was. Auf der Schule wohl Raufereien, manchmal mit Buben die älter waren als ich, denn ich konnte nicht zuschlagen auf Buben die in meiner Augen schwächer wären als ich. Mit meinem vier Jahr ältere Bruder habe ich ziemlich Schlägerei gemacht. Er lachte mich immer aus und ich ging natürlich fanatisch auf ihm los. Ihm amüsierte es, dass ich so auf ihm losbrauste.

Nun, ich bin jetzt als „alte Bock“ noch immer sein „Brüderlein“ und wir haben ein sehr gutes Verhältnis miteinander.



Aber ich habe die Ereignisse in dem Alter nie als sexuelle Gefühlen eingestuft. Meine Fantasien liefen schon von Heldentum oder Verlust aber sie waren eigentlich geschlechtslos. Mir war auch bewusst, dass man mit Mädchen keine Rauferei anfangen darf. Ich vermute, dass meine Mutter, mir das damals beigebracht hat.



Severin es wäre schön, wenn Du über diese Zeit bei Dir selber mehr Berichten könntest. Es sei denn, Deine Erfahrungen waren dermassen negativ, dass Du heute lieber nicht mehr darüber sprichst. Für was ich volles Verständnis habe.

Mein Ziel ist es, für einmal weniger „geile“ Geschichten zu schreiben, was natürlich auch mal lustig ist, als vielmehr Erfahrungen Nebeneinander zu legen, obdass man gemeinsam dahinter kommt, warum man heute so Veranlagt ist. Niemand ist allwissend.

Liebe Gruss Richard

severinus_ls hat gesagt…

Lieber Richard -
ich kann leider über die ersten Jahre nur wenig erzählen, kann mich aber nicht daran erinnern, schlecht behandelt worden zu sein. Freilich ist mein Vater gestorben, als ich zwei Jahre alt war. Und genau diese Zeit ist besonders verschleiert. Mir fällt nur auf, dass mich starke Mädchen schon in der Grundschule faszinierten. Wir hatten zwei "Banden". Meine Gruppe und die gegnerische, und deren Anführerin war ein Mädchen. In dieser Zeit sind die Wachstumsunterschiede ja sehr stark - gerade dieses Mädchen war schon wesentlich größer als die anderen. So haben wir auf dem Schulhof herumgetobt. Und in dieser Grundschulzeit lief auch "The Avengers" - diese Serie müsste Dir, besonders als Brite, ganz bestimmt in Erinnerung sein...
ich muss nun schließen, die Arbeit ruft..
liebe grüße

Achatz hat gesagt…

Für alle, die nicht Briten sind:
Bei "The Avengers" handelt es sich wohl um die Serie, die auf Deutsch "Mit Schirm, Charme und Melone" hiess und Emma Peel als starke Frauenfigur zeigte. Das erinnere ich auch noch gerne!

@severinus: ja, die verschleierten Zeiten sind oft die interessanten.!! In ihnen können Schmerz (deshalb möchte ich manchmal nicht gerne an sie heran!) und wichtige Prägungen liegen, wer weiß!

Richard hat gesagt…

Lieber Severinus,

Danke für Dein Schreiben. Du kommst jetzt langsam ans Ziel. Ich glaube, genau das starke Mädchen in der gegnerischen Gruppe hat es Dir angetan. Du bist eigentlich schon früh alleine mit Deiner Mutter aufgewachsen. Sie musste die Rolle von Mutter und Vater in Personalunion übernehmen. Damit bekommt vor allem ein Bube ganz natürlich eine starke Bindung mit seiner Mutter. Diese Bindung kann positiv oder negativ verlaufen, das kommt ganz darauf an, wie Deine Mutter Dich geführt hat. Sie war die erste Bezugsperson, die Dich liebte und Dir Ihre Vorsorge gab.
In Deinen Fall denke ich, dass Deine Mutter vorsorglich war, aber Dich nicht unbedingt verwöhnt hat. Also den Mitteweg bewandert hat. Es gibt natürlich, wie immer im Leben, umgekehrt, Mütter die ihre eigene Kinder hassen oder sie als steh im Weg betrachten. Diese Kinder haben es schwer und wachsen sehr traurig auf.

Eines Tages kam das starke Mädchen in Dein Leben und Fantasie dazu. Sie gehörte zwar zu einer anderen Gruppe, aber im Herzen bewundertest Du ihre Stärke. Du wärst bereit, Dich ihr unterzuordnen, weil Du spürtest, dass sie auch führen konnte und eigentlich hättest Du ihre Energie auch gerne mal körperlich gespürt. Das war spannend, ein starkes Mädchen, das Dir das Wasser reichen könnte. Aber Du dürftest vor Deinem Mitstreiter keinen Kontakt mit Ihr suchen. Kannst Du Dir vorstellen, wie Du sie in Deiner Fantasie auf das Podest gestellt hast. Ein Bild, was Dir bis zu Deiner Pubertät hängen geblieben ist.

Aufgewachsen bist Du zwischen in weiblicher Liebe und Dominanz. Dass Emma Peel für Dich in Deinem Alter die Superfrau war, ist nicht verwunderlich. Ich habe die Serie von the Avengers auch genossen, aber ich glaube, ich war damals schon verheiratet. Jedenfalls verkörperte Emma Peel die starke charmante Weiblichkeit, was ich in den heutigen Kriminalserien vermisse. Knallharte Weiber, die keinen weiblichen Charme mehr verkörpern. Glaub mir, dass ist mehr neben der Realität als Deine submissive Gefühle. Es ist so wie Achatz geschrieben hat: „Du nimmt die Submissivität an oder Du verdrängt sie.“

Severinus ich würde so sagen; Nehme es an, so bekommst Du Friede mit Dir selber. So schlecht ist die weibliche Oberhoheit im Normalfall auch nicht und wir Männer sind es gewöhnt. Es ändert sich eigentlich nichts seit unserer Geburt.

Ich habe Dir aus dem hohlen Bauch heraus geschrieben. Einiges wird vielleicht nicht ganz Deinen Gefühlen entsprechen, aber ich denke, es ist wichtig, wenn man versucht mit Hilfe einer Krücke seine eigene Vergangenheit zu verstehen.

Deine Schreiben hat auch mich auf verschiedene Gedanken gebracht, was vor meiner Pubertät geschah. Jetzt erinnere ich mich, dass ich eine Foto von Ava Gardner aufgehängt hatte und diese Frau war für mich als Kind der Inbegriff von allem, was ich an einer Frau aufreizend und schön fand. Dagegen hatte ich mit Jane Mansfield, sie war ausgesprochener Sexsymbol, nichts am Hut. Sie strahlte in meiner Kinderaugen nur Kälte aus. Und jetzt kommen mir immer mehr Gedanken über vorher. Ich fange jetzt an zu glauben, dass der Zwick mit der Reitgerte meiner Mutter nur der definitive Auslöser und Bewusstmachung meiner Veranlagung war. Also quasi die Bestätigung! Aber der Vorfall war so intensiv, dass ich bis jetzt glaubte, vorher war nichts. Aber, das dem nicht so ist, bestätigen mir Deine und die Berichte von anderen Männer. In dieser Hinsicht sind die Erfahrungen von Manfred (hier im Blog) sehr aufschlussreich. Er hat seine Erfahrungen sehr prosaisch wiedergegeben, aber sie beinhalten sehr viele Erkenntnisse die für uns auch wegweisend sind.

Severinus, ich überlege mir manchmal, ob wir nicht zu hohe Ansprüche an unsere Frauen stellen. Sie sollen lieb und einfühlend sein und gleichzeitig verlangen wir, dass sie die Peitsche nimmt, um uns zu dressieren. Diesem Punkt hat Amélie, als echte Frau im Blog, uns Männern in Ihren Beiträgen beschrieben. Denn in den Augen unserer Frauen sind wir Männer die kleinen Buben, die ihnen allerhand Zugeständnisse entreissen wollen.
Die Frau ist die Mutter unserer Begierde und als solche soll man sie auch ehren und respektieren, wie wir unsere eigene Mutter, aus deren Bauch wir gekrochen sind, respektiert haben.

Herzlichen Gruss von Richard

PS. Über Deine letzte Satz: „Ich wage mich nicht an den Schmerz heran“. Wie soll ich das verstehen? Es gibt schlimmere Schmerzen im Leben als ein paar Gertenhiebe von Deiner Frau. Sie wird es Dir zuliebe schon mit Gefühl machen. Du solltest Deine Wünsche in einem ruhigen Moment der Zweisamkeit anbringen. Ja, ein bisschen musst Du Deiner Frau gegenüber den Arsch nackt zeigen (Deine Gefühle aussprechen). Aber es ist am Ende für Beide besser.