Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Montag, 15. Oktober 2007

Überzeugungsarbeit

Wenn Amélie meint, dass ich nicht so ganz auf der Spur bin, ein bisschen zu bequem oder widerspenstig, oder wenn ich etwas tun soll, wovon sie weiß, dass ich es gar nicht gerne tue, dann fällt ihr öfters wieder ein, dass es "Methoden" gibt, auf die ich sehr gut ... anspreche. Sie kam am letzten Samstag morgens von hinten an meinen Schreibtischsessel, fasste mit beiden Händen unter mein Hemd und nahm -zunächst ganz zart- meine Brustwarzen "in Besitz" mit Daumen und Zeigefinger beider Hände.

Dies tat sie, indem sie die Brustwarzen eine ganze Weile streichelte, dann auch einmal zwickte und dazu
ganz zart ihre Fingernägel hinein stieß... und dieses beidseitig, synchron.
Gerade weil die Brustwarzen ein eher "weiblicher" Bestandteil des Körpers sind, führt eine solche Behandlung bei mir zu einer Art Entmännlichung, um nicht zu sagen Feminisierung. Sie versetzte mich in einen Zustand der vollkommenen Irritation, der "Machtlosigkeit", mehr noch: der Sehnsucht, mich ihr ganz hinzugeben.

Sie neigte ihren Mund zu meinem Ohr und flüsterte "...nun, was hat mein Mann heute vor?", worauf ich ganz automatisch antwortete, "...hm, ähm, wahrscheinlich etwas, was seiner Frau gefällt".

"Wunderbar.... dann wollen wir mal den allgemein gehaltenen Spruch konkret werden lassen!" entgegnete sie.
Sie strich mit den flachen Händen über meinen Brustkorb unter meinem Hemd und küsste mich zärtlich auf den Mund- es war ein langer, offener Kuss. Und während ich immer erregter wurde, bissen sich ihre Fingernägel wieder heftig in die beschriebenen Hautpartien meines Oberkörpers:
ich war nun bereit für jede Heldentat....

Sie wusste es zu nutzen..., denn sie hatte eine Aufgabe für mich, von der ich früher nie gedacht hätte, dass ich sie jemals mit Begeisterung übernommen hätte. Diesmal tat ich es:
Ich verbrachte den Samstag damit, Ihren Wagen erst zu waschen, dann von aussen zu polieren und anschliessend einer intensiven Innenreinigung zu unterziehen, alles mit freiem Oberkörper, obwohl es garnicht mehr immer nur warm war, aber sie mag das.

Bevor sie mit den Kindern in meinem Wagen in die Stadt zum Shoppen verschwand, brachte sie mir etwas zu Trinken: "Sieht gut aus" sagte sie und strich wieder sanft über meine Brust mit ihrer Rechten. "Bis nachher dann..., ich freue mich!".

Wobei nicht klar war, was gut aussah und ob sie sich auf mich oder auf das geputzte Auto freute.
Manchmal muss ein Mann eben erst überzeugt werden, bevor er sich in Bewegung setzt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Achatz...
tjaja, die Brustwarzen sind so ein schönes Steuerungsinstrument ;-)

Achatz hat gesagt…

..also bei mir ist es total so.

Ich werde sozusagen zu Wachs in ihren Händen. Es interessiert mich sehr, wie es bei anderen ist!

hape hat gesagt…

Hallo Achatz - also bei mir ist es ähnlich - wenn meine Herrin mich in die Brustwarzen kneift, dann werden meine knie schwach - mich erstaunt immer wieder, wie einfach dieses Mittel ist, um einen mann zu kontrollieren

Roswitha hat gesagt…

Richtig, Männer müssen erst überzeugt werden, müssen immer erst sehen, ob es sich lohnt, aktiv zu werden, ihre Man-Power einzusetzen. Frauen denken da nicht viel anders und sehen sich auch erst mal genau an, wo Frauenpower nötig ist oder eine Investition weiblicher Mittel sinnvoll erscheint. Eine nette Geschichte, deren Methode mir nicht unbekannt ist.


Mein Mann machte mich darauf aufmerksam und er hat vollkommen Recht: In meinen Kommentaren liest sich bislang vieles als Paradies eines Paares, das nach einem etwas turbulenten Wechseljahr seit über 6 Jahren eine perfekt scheinende Femdom-Ehe praktiziert. In der Entstehungsgeschichte waren jedoch auch vielerlei Probleme mit Trübsal, Kummer und Leid zu lösen. Deshalb schreibe ich dazu auch ein paar Gedanken, da es ganz am Anfang ein durchaus steiniger Weg war.

Wechseljahr 2. Teil (Teil 1 siehe Blog „Weibliche Ehe – September 2007)

Unser heutiger Status quo ist das Ergebnis von vielen endlos scheinenden Diskussionen und kontroversen Hin- und Hergeschiebe von Verantwortung, sowie von Unwissenheit, der Tatsache, dass mein Mann in seiner Ideologie immer ein paar Schritte voraus war, während ich mich an stereotypen Denkweisen, klischeehaften Vorstellungen oder fehlenden Einsichten vehement sperrte. Ich war überfordert von dem Durcheinander, wo mir mein Mann einen Logenplatz als Herrin innerhalb unserer Ehe anpries, ich mich aber keinesfalls als gewalttätige Frau sehen wollte, immerzu auf der Suche, was ich gegen ihn verwenden könne. Dann war da noch die Angst, dass eines Tages eine durchgestylte Blondine mir meinen Mann wegnehmen könnte, ihn an die Hand nimmt und ihm den Kopf verdreht, genau die mittel anwendet, die ihn weich und abspenstig machen. Es flossen Tränen hüben wie drüben, doch am Ende zahlte es sich aus, die Gefechte ausgetragen zu haben. Doch das weiß man immer erst hinterher. Es gab und gibt keinen Verlierer, wir teilen uns heute sozusagen den Gewinn aus dem gedeihlichen Ergebnis.

Bestimmt ist wegen der Vorgeschichte und damit einem gewissen, gesunden Reifeprozess eine Gefahr nicht eingetreten, nämlich mich zur „Fanatasieerfüllungsgehilfin“ des Mannes umformen zu lassen. Ich bin weder rettender Engel noch Hoffnungsträgerin, sondern eigenständige Komplizin, nach der Devise, „na warte du sollst mich kennen lernen“, wenn es schon diese Gangart sein sollte. Also startete ich die Operation Femdom-Ehe. Meine Entscheidung begründete sich ganz pragmatisch auf gemeinsamen Lösungen mit dem Mann, mit ihm gemeinsame Sache zu machen. Es erschien mir wichtig nicht nur als Fantasiegebilde in seinem Kopf zu sein. Ich wollte mich nicht in zwei Hälften teilen – Roswitha real und Roswitha fiktiv. Gleichfalls war dies auch die Entscheidung weiterhin mit diesem Mann und deshalb diesen Mann so zu lieben, wie vor seiner Offenbarung und ihn gerade für diese Offenbarung noch mehr zu lieben. Wenn es einen Weg gab, dann musste ich diese besondere Sexualität teilen mit ihm und mir meinen Teil daran aneignen. Trotz aller guten Vorsätze traten dann doch immer wieder Hindernisse ein, die ich aus den vielfach gelesenen Femdom-Stories (Pink Flamingo, Femdom-Blogs etc.) nicht gleich durchschauen konnte und lebendige Vorbilder hatte ich ja keine.

Da war die Sache mit der Heimlichtuerei. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder man versucht es nach außen hin zu vertuschen, was sehr viel Energie kosten kann durch das Hin- und Herwechseln. Oder man steht zu dem, was man macht.
Ich war eigentlich schon immer sehr selbstbewusst in der Festlegung und dem Erreichen meiner Ziele. Meine Vorbilder waren in der Tat starke Frauen wie Marlene Dietrich, Evita Peron oder Peggy Guggenheim. Ich habe mich schon als Kind nie mit den hilflosen Prinzessinnen identifiziert, die vom Drachen entführt wurden und auf Rettung durch den starken Mann hofften. Daher habe ich mich immer bemüht, meine Sachen durchzuziehen. So war zum einen die Einführung von Femdom in unsere Ehe letztendlich nur konsequent und eine Folge rationaler und erotischer Überlegungen, die ich für mich anstellte. Ich beschloss also, mich auf die Sache einzulassen, denn Nachteile schienen nicht sonderlich erkennbar für mich, ganz im Gegenteil. Aber es war eben ein total unbekanntes Terrain für mich. Eines Tages besprach ich meine Entscheidung ganz offiziell mit meinem Mann und weihte ihn über meine Pläne und Absichten ein, die er anhand meiner voran gegangenen Veränderungen schon ahnen konnte. Meine Erwartung von Gehorsam, meine Ankündigung von Strenge, Erziehung und Rohrstock nahm er unerwartet gefasst entgegen. Das verunsicherte mich insgeheim auch etwas – was nun. Was ich für einen riesigen Fortschritt hielt, den Durchbruch eigentlich, nahm er beinah regungslos auf. Die erwartete Freude und Euphorie kam jedenfalls nicht zum Vorschein, es war mehr Schicksalsergebenheit, als wollte er vergessen machen, mir jemals von weiblicher Dominanz vorgeschwärmt zu haben.

Mittlerweile hielt ich es eigentlich ja für ein interessantes Lebenskonzept, die Umkehr der Rollenverteilung innerhalb der Ehe zu praktizieren, denn Squaw wollte ich als Kind schon niemals sein, viel lieber Häuptling, doch der war ja immer ein Mann. Wenn ich mich also mit Femdom anfreundete, war mir andererseits jedoch klar, dass ich mich in die Gefahr begab, zumindest anhand unablässiger äußerlicher Veränderungen aufzufallen. Ich begab mich also auch in eine Art Doppelleben (wie es mein Mann im Prinzip schon führte durch seine Aktivitäten – Filme, Lesestoff, Internet) und für mein persönliches Umfeld lag die Schlussfolgerung nahe, in meinem Leben habe sich wohl ein radikaler Wandel vollzogen. Allein meine bislang unauffällige Garderobe hielt für meinen neuen Kurs wenig bereit und meine Neugestaltung war um so mehr unverkennbar, allein meine plötzlich rotlackierten stark verlängerten Nägel, wie alles von Coiffeuse und Kosmetikerin neu Gestylte. Überall die Blicke und Nachfragen, was ist denn mit dir heute, hast du heute noch was besonderes vor, das ganze Getue über meine auffallend damenhafte Aufmachung. Das verlieh meinem Unternehmen zunächst eine Unsicherheit und ein Unwohlsein. Das Entdeckungsrisiko hält bis heute an und doch ist es mittlerweile mehr spannend und möchte sagen sogar faszinierend, diese Besonderheit unserer Beziehung im Geheimen zu wissen.
Nach außen hin im Freundeskreis bei Verwandten galt man freilich weiterhin als verliebtes, nahezu perfektes Paar, aber im Hintergrund gab es oftmals einige ungelöste Dinge zu klären, um eine Femdom-Ehe führen zu können und ohne das es jemand merkte. Allein meine gelegentlich aufblitzende Hochnäsigkeit und natürlich jene gewissen äußerlichen Veränderungen sollten das Geheimnis von Rohrstock und Gerte nicht verraten, aber gleichzeitig gehörten derlei markante Veränderungen gerade was mein Aussehen und die nötige Distanziertheit betraf zu meinem (neuen) Wesen. Davor hatte ich richtig Angst, dass meine strengen Frisuren, meine ungewohnt gewagte Kleidung oder ein Versprecher hin und da, das ungewöhnliche Intimleben durchscheinen lassen oder gar verraten würden. Zuhause mussten wir aufpassen, nichts liegen zu lassen, wenn wir Gäste einluden oder wenn uns Verwandte oder Freunde besuchten (wenn das seine Mutter, seine Geschwister wüssten, wenn meine Eltern, meine Schwester davon erfahren würden – nicht auszudenken). Da verwechselt mal jemand die Türe beim Gang zur Toilette, steht in unserem Schlafzimmer und wundert sich über eine Reitgerten in der Bodenvase, obwohl ich nicht reite. Oder man wundert sich über einen Teppichklopfer an der Garderobe, während im ganzen Haus Parkett und Steinfliesen verlegt sind . Wenn mein Mann von jemandem gefragt wird, wie es ihm geht, erinnert es mich augenblicklich an meine Strafmethoden und ich muss jedes Mal prüfend in sein Gesicht schauen, mit einem Blick, der ihn an meinen Rohrstock denken lässt, bevor er freundlich lächelnd (und heuchelnd) antwortet „danke gut, gut geht’s mir“. Mit solchen Kleinigkeiten beginnt das und endet bei der Vorsicht, was man spricht und tut. Zudem bekam mein Gatte gleich den Ruf des schlappen Pantoffelhelden, nur weil er mich hofierte und ungewöhnliche, unmännliche Haushaltsarbeiten erledigte, die kein anderer Mann wohl so ausübte.

Nach meiner Entscheidung, versuchte ich für mich die Sache aktiv voran zu treiben, wurde aber mit derlei Kleinigkeiten vielfach entmutigt. Bei allen ungewöhnlichen Experimenten ist man erst mal allein, allenfalls zu zweit. Aber der eigene Mann ist keine wirkliche Hilfe dabei. Er ist absolut befangen. Und er ist ja das passive Objekt anhand der klar definierten Rollenverteilung. Ihn konnte ich also keinesfalls um Hilfe bei meinen Fragen bitten und so machte ich mich selbst auf die unsichere Strecke. Jeder Weg wurde/wird zum Laufsteg, wenn man sich außerhalb seiner vier Wände begibt, innerhalb sowieso. Ja, so ging es mir, wenn ich als einzige Frau im Supermarkt auf 12 cm Pumps einlief. Ich gehörte plötzlich zu keiner Gruppe mehr, womit ich mich hätte vergleichen oder auf die gleiche Stufe hätte stellen hätte können. Ich gehörte nicht zur Sparte Hausfrau, nicht zur alleinerziehenden Mutter, nicht zur normalen Angestellten oder einer Kombination davon. Vielleicht verwöhnte Unternehmersgattin, Arztfrau oder Frau Direktor, was allerdings in keiner Weise zutrifft. Aber was war ich dann für eine Frau in meinem knappen Kostüm und Stilettos, deren Mann den Wagen schiebt und ihr hinterher schwänzelt und alles in den Wagen legt, worauf sie zeigt. An solche alltägliche Dinge musste ich mich gewöhnen, an die Schnittstellen zur Außenwelt. Ich fühlte mich leicht unwohl in der Gesellschaft, egal ob Mann oder Frau, als wäre ich die einzige, die mit Femdom zu tun hat und schließlich konnte man mir es ja ansehen, dachte ich. Doch diese hoheitliche Weiblichkeit, als wäre man eine Diva, eine Exzellenz, gefiel mir mit der Zeit zusehends und ich erfuhr einen inneren Antrieb, dies immer mehr zu praktizieren und auch Genuss daran zu finden. Jeder Stuhl wurde/wird fortan für mich zum Thron. Zuhause, im Straßencafe, im Restaurant, im Wartezimmer. Wenn ich sehe, wie oft ich mir am Tag die Haare kämme, mit den Fingern durch das Haar fahre und es dann wieder hochstecke, wie oft ich einen Spiegel brauche, merke ich es selbst an mir, wie ich die Weiblichkeit sehr kapriziös auslebe. Das ist mir mittlerweile in fleisch und Blut übergegangen.
Ich ging nun regelrecht auf Tour, erst ohne Mann, bei jeder sich bietenden Gelegenheit und wollte experimentieren, auch wenn es mich Überwindung kostete. Ich gewöhnte mich an den alltäglichen Laufsteg und hielt Kurs, auch wenn mich alle angafften. Alles geschah am Anfang sehr langsam, denn meine alleinigen Ausflüge waren noch mit etwas Scham und moralischen Bedenken besetzt. Diese Besonderheit, das Aufsehen, die Aufmerksamkeit waren leicht unangenehm, doch nur zu Beginn. Später mochte ich es, das Besondere eben, heute ist es mir wie gesagt in Fleisch und Blut übergegangen. Es sind Extreme, ohne die ich heute nicht mehr auskomme. Meine Eitelkeit hat einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Es kostet jedoch ziemlichen Aufwand, täglich ein bisschen Schönheitswahn und Sexualisierung des Alltages zu inszenieren, aber das Vergnügen daran wuchs und wuchs, sich selbst als begehrenswert zu fühlen und dabei selbst zu begehren.

Es war ein Wunder, das Blatt um 180 Grad zu wenden. Es ist in dem einen Jahr ein kompletter Sinneswandel eingetreten und das war notwendig. Es kann nicht im Sinne von weiblicher Dominanz sein, dass der Mann mich in ein paar steile Pumps und sexy Kleidchen steckte, sondern ich – ICH - musste diesen Willen selbst entdecken und entwickeln, auch wenn ich die Anleihen natürlich bei meinem Gatten nahm. Am Anfang unserer Ehe hatte mich mein Mann mit schicken Klamotten geködert, um seiner Vorstellung von dominanter Frau zu entsprechen. Damals wusste ich noch nichts über seinen Hang nach weiblicher Dominanz. Mein Gejammere und Geschimpfe über hohe Absätze und hautenge Kleidung wirkten sich auf die Liebe und Lust sehr zerstörerisch aus. Es waren tödliche Stiche, wenn ich derlei Dinge, viele Male meist aus simplen praktischen Erwägungen vorschnell ablehnte. Darunter hat er lange Zeit sehr gelitten, aber wie konnte ich ahnen, welche symbolische Bedeutung ich damit in seiner Seele zerstörte. Heute weiß ich, mein Mann will ein sexy Weib und ein resolutes dazu, sehr sexy und sehr resolut sogar, diese Kombination ist es bei Femdom. Das musste sich verinnerlichen, ganz nüchtern und fernab von meinen romantischen Mädchenträumen, und dann sah ich schon klarer.
Doch wie gesagt, derlei Aktivitäten mussten von mir ausgehen, allein schon zu sagen ich will mir dies und jenes zulegen. Wenn ich mit meinem Mann zusammen in einem Schuhladen war, ging ich keine Kompromisse mehr ein wie bisher. Zu seinem Erstaunen kaufte ich mir ab jetzt noch steileres Schuhwerk als er mir zuvor immer gezeigt hatte. Oh ja, es kann so leicht sein, einen Menschen glücklich zu machen. Aber das war nicht der Punkt! Nein - ich machte mich – MICH - glücklich damit. Ich fand eine wunderbare Übereinstimmung zwischen seiner Vorstellung und meiner eigenen Verkörperung, die wir in den vielen Jahren zuvor nur nicht ausgesprochen und erkannt hatten. Da waren durchaus deckungsgleiche Tatbestände in unseren vermeintlich so verschiedenen Philosophien. Insoweit half mir die ganze Femdom-Geschichte aus meinen eigenen Grenzen auszubrechen, in Wahrheit gar nicht so unbekanntes Neuland zu betreten (jetzt auf hohen Hacken, als hätte es nie anderes gegeben) und dabei bislang ungeahnte Freuden und Kreativität zu entdecken. Ich fand ein eigenes Betätigungsfeld, fand meine Freude am Luxusleben als schicke , elegante und dominante Frau. Außerdem gefiel es mir, eine Verrücktheit selbst, höchst persönlich, auszuleben und das ganze Drumherum gehört einfach dazu, der ganze Glamour, Mode, Dessous, Puderquasten, Parfum, Lippenstifte, Lockenwickler, Pantöffelchen etc. Ein Hang zur Theatralik ist hierbei sicher auch ganz nützlich um eine Dramaturgie für die spätere Strenge zu erhalten.
Seltsamerweise hatte nun mein Mann zu Beginn eher ein Problem damit, dass ich plötzlich selbst, ohne sein Zutun, ohne seine Einflussnahme handelte, mich ausstattete, dass ihm die Augen tropften. In meinem Kleiderschrank reihten sich plötzlich sexy Kostüme und Röcke anstatt gewohnter Jeans und Strickjacken, ebenso wurden die Dessous immer raffinierter, mein Selbstverständnis für derlei Extravaganzen wuchs. Er dachte nun, ich würde es nur ihm zuliebe machen und damit war ihm überhaupt nicht gedient. Vielleicht musste er anfangs auch die Reizüberflutung verdauen. Es dauerte eine gewisse Gewöhnungszeit, bis er davon überzeugt war, dass ich nun den Spiess umgedreht hatte. Er konnte nicht glauben undverstehen, dass ich seine vorherige Auffassung nun teilte und eigenständig Femdom praktizierte, ganz ohne seine Einflussnahme. Er hatte, wie er mir eingestand, längst resigniert und glaubte eigentlich nicht mehr an eine Verwirklichung seines sexuellen Wolkenkuckucksheimes. Da entlud sich vielleicht auch Enttäuschung und Frust aus vorangegangenen Kontroversen.
Das nächste Problem seinerseits war deshalb ebenso die Umstellung auf die strengere Gangart, denn nun war ich tatsächlich – wie so sehnsüchtig gewünscht- streng und er musste mich zufrieden stellen. Es schien als wollte er es schon nicht mehr wahrhaben und reagierte beinah trotzig, wenn ich bei seiner Ankunft zu Hause sagte: „Na was ist, weißt du nicht, wie man eine Dame zu begrüßen hat.“ Das war nun schon eine besondere Herausforderung für ihn, diese eigentlich unangenehmere Seite der Sache auch wahrzunehmen, sprich zu erfüllen, durch die Übernahme von Haushaltsaufgaben, durch Gehorsam leisten, durch Erdulden von Erziehungsmaßnahmen. Damit musste er sich jetzt erst mal selbst vertraut machen, weil es nicht mehr nur Fantasie war, mir die Füsse/Schuhe küssen zu müssen, den Abwasch zu erledigen oder den Rohrstock zu verspüren. Nun hatte er eben seine Gattin auch als Herrin und erlebte die Konsequenzen. Meine Entschlossenheit irritierte ihn und die Ernsthaftigkeit wie nun alles in den Alltag integriert wurde, brachte ihn ins Schleudern. Wenn ich ihn in bislang nicht gewohnter Weise scharf kritisierte, ihn auf die Knie befahl, ihn kontrollierte und beaufsichtigte verstummte er und mimte den Unwissenden. Weibliche Dominanz ist ja zum größten Teil Kontrolle und Aufsicht über den Mann, über ihn und sein Verhalten, während man für sich selbst einer dekadenten Bequemlichkeit oberste Priorität einräumt. Wenn dies real umgesetzt wird, hat der Mann alle Hände voll zu tun und ich konnte durchaus verstehen, warum er schluckte und nun selbst viele Fragen an mich hatte. Ich beabsichtigte keine Gängelei, kein Schikanieren, sondern agierte lediglich wie eine strenge Ehefrau, eine sehr strenge, die zu Hause das Zepter führt und sich in allen Belangen bedienen lässt. Damit man sich das vorstellen kann, wie das im Alltag aussehen kann, stelle man sich folgende Situation vor: Der Mann steht am Abend (jeden Abend) nach dem gemeinsamen Abendessen wie gewöhnlich in der Küche (allein), wäscht ab, räumt auf usw. Ich betrete die Küche. Anhand nur weniger Worte meinerseits, kann ich nun ganz verschiedene Dinge für mich als Femdom-Frau beanspruchen und den weitern Verlauf des Abends ganz nach meinem Geschmack bestimmen.
So ganz beiläufig kann ich sagen:
- „Sieh zu, dass du fertig wirst, ich möchte noch ein Bad nehmen.“
- „Sieh zu, dass du fertig wirst, der Film geht gleich los und ich will dass meine Füsse dabei massiert werden.“
- „Sieh zu, dass du fertig wirst, ich habe vor, mit dir heute noch eine Lektion zu erteilen.“
- „Wenn du hier fertig bist, gehst du ins Schlafzimmer und wartest auf mich.“
- „Komm mit ins Schlafzimmer und hilf mir beim Umziehen“ (er muss also seine Tätigkeit unterbrechen, nur für ein paar Handgriffe – Reißverschlüsse, Strümpfe etc.) „Kommst du bitte ins Wohnzimmer und bringst mir meine Hausschuhe.“ (er muss wiederum seine Tätigkeit unterbrechen, nur zum Wechsel der Schuhe)
- „Bring mir dein Buch“ (unser Tagebuch/Strafbuch – er muss wiederum seine Tätigkeit unterbrechen, nur um aus dem Schlafzimmer das Buch zu bringen, damit ich nachlesen oder etwas eintragen kann – Ausgang bzw. Folge für ihn ungewiss)
- „Denk daran, dass ich meine schwarzen Stiefel (Pumps, etc.) morgen anziehen möchte.“ (Aufforderung zum Putzen und Bereitstellen)
- „Denk daran, was ich gesagt habe, was dich heute noch erwartet.“ (soll heißen, es gab einen Anlass, wofür er Strafe erhält – also unaufgefordert nackt in dem Zimmer erscheinen, wo ich mich anschließend aufhalte oder ihn hinbeordere.
- „Beeil dich, schließlich warte ich im ....zimmer auf dich, und dann zeigst du mir deine Unterhose vor.“ (ich kontrolliere regelmäßig und stichprobenartig etwaige Erregungszustände und befrage ihn ausführlichst danach)
- „Ich möchte gerne noch ein Glas Wein, ...einen Tee, ...ein Glas Sekt, ...irgendwas, wenn du hier fertig bist (er kann natürlich auch für sich selbst etwas für sich mitbringen, wenn er zu mir kommt und mir meinen Wunsch serviert. Unser Tablett kommt übrigens nahezu täglich zum Einsatz.)
- „Bring mir das Telefon“ (er muss wiederum seine Tätigkeit unterbrechen, nur um mir den Hörer zu bringen, wobei es sein kann, dass ich mir während des Telefonates die Füsse verwöhnen lasse)
- „Sag’ mir wenn Du fertig bist, damit ich kontrollieren kann. Du weißt ja was davon abhängt, wenn ich etwas beanstanden muss.“ (Sex will verdient sein)
- „Wenn du hier fertig bist, kannst du dir gleich den Pyjama anziehen, ich möchte heute früh zu Bett gehen.“
- „Mach das ordentlich, sonst dauert es nur noch länger, bis Du hier fertig wirst und ich auf andere Dinge wieder warten muss.“
- „Wenn du hier fertig bist, bringst du mir bitte meine Sachen zum Nägel lackieren“. (ich erwarte, dass er an alles denkt, vom Schemel bis zum Wattestäbchen)
- „Wenn du dich beeilst, können wir zusammen (irgendetwas im TV) sehen“.
- „Ich werde lesen, möchtest du auch.“ (er kann dann alleine fernsehen oder sich am Computer betätigen, jedenfalls sind wir räumlich getrennt, damit ich ungestört bin, er steht aber auf Zuruf zu meiner ständigen Verfügung)
Viele Varianten sind möglich und meist verbringen wir viele Abende ganz gemütlich in trauter Zweisamkeit wie viele andere Paare auch, nur mit dem gewissen Unterschied, dass ich gewiss nicht zum Kühlschrank oder in den Keller gehe, um meinem Gatten sein Bier zu bringen.
Nein, dieses Bild ist komplett anders. Doch die Leichtigkeit muss man sich erst aneignen, und man muss aus dieser Routine weiblicher Gepflogenheiten im nächsten Schritt das Delegieren lernen. Aus der geänderten Überzeugung änderte sich die Lebensweise nicht von heute auf morgen. Die ganze Sprachkultur gegenüber dem eigenen Mann veränderte sich sogar in gewisser Weise, natürlich mehr distanziert, kultiviert, narzisstisch, kokett und wie ich finde auch umgekehrt behandelte mich mein Mann gleich wieder so wie zu Beginn unserer ersten verliebten Tage.
Der Schwierigkeitsgrad der Beziehung, der Ehe wurde/wird erhöht, doch sie wird dafür perfektioniert. Ich musste beim vielen Lesen von Femdomgeschichten auch genau aufpassen, um für mich herauszufinden, was kann man daraus übernehmen, was ist tauglich für den eigenen Lifestyle, was gehört ins Reich der Fantasie, was liegt in unserem Trend oder was ist Wahnvorstellung. Die konkreten Anleihen nahm ich, wie erwähnt, von meinem Mann, warum sollte ich Praktiken anwenden, die noch nicht mal er wusste.
Es ist nichts Extremes im Vergleich zu manchen SM-Praktiken im Studio. Aber innerhalb der Ehe wurde doch so vieles anders. Ich sitze, er kniet, ich liege auf der Chaiselonge, er spült ab usw., kümmert sich um den Garten, putzt usw. Unser Sexleben ist durchorganisiert und ich führe dabei die Regie, führe den Terminplan, bestimme über seinen stark eingeschränkten Handlungsspielraum sexueller Aktivitäten, trainiere und kontrolliere diese und entscheide am Ende über seinen Samenerguss. Ich führe auch Protokoll und schreibe Berichte (ja wirklich - wenn ich das Buch zur Hand nehme, wird mein Gemahl nervös). Wie gesagt, ich sexualisiere den Alltag von morgens bis abends und die alleinige Instanz für sein Sexualleben bin ich. Mein Ehemann ist zugleich Butler, mein Spielzeug einmal für einen Samstagnachmittag, für jeden Morgen und Abend, für ein paar Stunden, für einen Augenblick, für eine Dienstleistung, für einen Auftrag, für einen kurzen Moment oder für ein ganzes Wochenende und ich bin seine strenge Gebieterin. Nicht mehr und nicht weniger und das mit schöner bittersüsser Harmonie und strikten Methoden, Tag für Tag. Wenn er nicht weiß, was zu tun ist, sage ich es ihm und wenn etwas nicht ordentlich ist, dann gibt es je nach dem einen Denkzettel, Tadel oder Ermahnungen. Ich gefalle mir in der Rolle der herrischen Frau sehr gut, war und bin jedoch keine herrschsüchtige, sondern noch immer eine sehr warmherzige, fürsorgliche Frau. Es ist eine Art von überlegener Routine, die ich da zelebriere, wenn ich den Mann leite und führe, ihn erziehe und bestrafe, geradezu mütterlich und pädagogisch. Insoweit ist die Notwendigkeit, ihm den Hintern zu versohlen ein ganz natürlicher Vorgang geworden und sogar die Anwendung verschiedener Instrumente, damit ich mich besser durchsetzen kann..
Bei letzterem hatte ich Hemmungen, weil ich meinte, den anderen Körper zu verletzen und es war ja kein geringerer als der meines lieben Gatten. Obwohl mein Mann sagte, er wäre irgendwie stolz auf diese Spuren und er würde sie tragen die wie eine Trophäe, hielt ich mich anfangs zurück. Ich dachte mir zudem, es könnten vielleicht bei einer ärztlichen Untersuchung ganz zufällig Spuren der Bestrafung festgestellt werden und die peinliche Frage an ihn gerichtet werden, ob und wer ihm den Hintern versohlt hat.
Mit der Zeit aber erhöhte ich die Rationen zur raschen Folge von Schlägen mit der flachen Hand zu regelrechten Trommelwirbeln. Es wurde zu einem formalen Ablauf, von mir übers Knie gelegt zu werden. Dann kam der Wechsel von Hand-Spanking zum Rohrstock, zur Reitgerte und anderen Instrumenten. Somit wechselten auch das Gefühl von dumpf, spitz, schneidend auf seinem Hinterteil und die Geräusche klatschend, zischend, züngelnd, während auch die tapfere Schweigsamkeit des Mannes mehr und mehr zu einem Schluchzen und Ächzen wurde.
Ich fühle dabei, wie gesagt nicht die große Erregung, aber es lässt mich auch nicht kalt, wenn ich alleine mit meinem Mann im Raum bin, dem die Hände zittern, nur wenn er meinen BH öffnet, dem jede Widerspenstigkeit schwindet, wenn er unter meinen Blicken erstummt, der in der Tat die Strafe fürchtet, der zuckt und jammert, der so behutsam wie ein Kunstfreund meine Nylons ablöst, der so eifrig küsst wo ich es haben will.
Die Wirkung ist schon deutlich anders als wenn ich noch an die Zeit vor meiner Entscheidung denke. Ich habe eine richtige Autorität aufgebaut, als zweite Kraft neben meiner noch immer sehr liebevollen Art, die unseren Umgang prägt. Aber wir sind wirklich auch in dem Stadium angelangt, wo er von mir über die Jahre diszipliniert worden ist, wo sich sein Verhalten nur zum besten und nur auf mein Wohl abzielend geändert hat. Die Herrin existiert heute für ihn und für mich also leibhaftig und sie ist in unser Eheleben felsenfest eingebettet.
Es ist eine echte Bereicherung für unser Leben als Paar, eine schöne Flucht aus dem Alltag! Aber - die wunderbaren Seiten des Mannes auf diese drastische Weise zu entzaubern war kein einfaches Unterfangen wie man sieht. Ich musste begreifen, dass beim Gesetz der Begierde am Anfang die Frau steht, in der Reihenfolge jener Formel, die zu den beiderseitig gewünschten Reaktionen führt. Um so schöner ist es, wenn er mir heute als wohl erzogener Mann und Kavalier das Tablett ans Bett serviert – wenn ich das möchte - und mir viele andere Bequemlichkeiten bereitet. Ich empfinde heute keine Unanständigkeit meinerseits und keine Entwürdigung gegenüber meinem Mann, wenn ich während ich lesend in meinem Sessel sitze, ihn aus heiterem Himmel vor mich hintreten lasse, um seinen Penis zu inspizieren, wie bei einer körperlichen Untersuchung bei der Musterung zum Wehrdienst. Und es ist auch keine Ehrverletzung und keine Verachtung, sich vor ihm aus einem bequemen Sessel heraus aufzubauen, die Hände in die Hüften, während er dasteht mit heruntergelassenen Hosen, ihm dann eine Standpauke zu halten über das Benehmen gegenüber einer Dame, wegen einer Nachlässigkeit oder wegen seiner Verdorbenheit (... die schließlich ich erst provokant ans Tageslicht befördere, um sie dann zu beanstanden, immer wieder und immer wieder). Das sind heute nichts weiter als gesetzmäßige Geschehensabläufe wie sie zu erwarten waren für eine derartige Beziehungsform und wie sie sich auch künftig so ereignen werden.

Achatz hat gesagt…

Vielen Dank für die Kommentare, besonders an Roswitha wegen Ihrer ausführlichen Darstellung der Entwicklung in ihrer Ehe. Darin ist vieles, was ein Mann sich erträumt. Und eine Frau? Gewiss enbenfalls, denn sie hat es ja in der Hand! Dieser Wandel, wenn er so oder so ähnlich sich vollzieht, ist eine Befreiung für beide.
Aber wieviel Vertrauen, Entwicklungsabeit und Diskussion und Erkenntnis ist nötig, bis ein Paar soweit kommt miteinander offen die "Weibliche Ehe" oder FemDoM zu praktizieren? Das mag sehr unterschiedlich sein.
Ich will in Zukunft auch von meiner / unserer Situation und Entwicklung mehr berichten, also davon, wie es bei uns war- oder besser: ist.
Von meiner besseren Hälfte bin ich unlängst angewiesen worden, mehr Persönliches zu berichten... das Allgemeine fänden die Blogleser schliesslich überall.
Nun denn.

hape hat gesagt…

Liebe Roswita, lieber Achatz:
ich bin tief beeindruckt von der Qualität und aber auch der Quantität, mit der hier die Schilderung des FemDom-Lebens geführt wird. Das ist äußerst inspirierend und gibt mir viele neue Anregungen und Eindrücke. Das gibt auch mir viel Kraft, den Weg weiter zu gehen und fühle, dass ich mich in allerbester Gesellschaft befinde. Außerdem finde ich es schön, liebe Roswitha, dass Sie auch die problematischen Zeiten erwähnen. Das kommt oft in der Literatur zu kurz. Eine FemDom-Beziehung hat natürlich auch problematische Zeiten, die durchlebt werden müssen.. und gerade darüber zu sprechen, ist wichtig und hilfreich.
liebe Grüße
hape