Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Sonntag, 5. August 2007

Machtübernahme


Natürlich wären die beiden letzten Postings nicht unbedingt etwas für diesen Blog, wären sie nicht die Beschreibung einer Entwicklung hin zu anderen, neuen Gewohnheiten. Amélie selbst hat mich darauf hingewiesen und gemeint, ich solle mich mit dieser Klarstellung beeilen. Es entstünde sonst vielleicht ein falsches Bild.
Sie hat recht. Wie immer.

Einerseits verschaffte mir die "Küchenthekenpraxis" nicht die gewünschte Befriedigung. Einfach nur "Sex" reichte mir nicht. Ich wollte Nähe, Zärtlichkeit und die körperliche Wärme meiner Frau spüren. Diese vermisste ich im Anschluss eher noch mehr als zuvor.
Quod erat demonstrandum.
Was ich aber am liebsten wollte, war, dass SIE innerlich und äusserlich mit von der Partie wäre, und ich fühlte plötzlich, dass es eher mein Glück wäre, wenn Sie Lust empfände, als dass ich "meine" Befriedigung hätte.
Der kinoreife und ausschließlich sexuelle Vollzug unseres "Ehelebens", von ihr bewusst ins "klinische" Ambiente gestellt, bewirkte in mir bald fast einen gewissen Widerwillen gegen mich selbst und meine Sexualität, während Sie mehr und mehr in dem Ganzen etwas Komisches sah. Es fiel der berühmte Ausspruch, -ist er von Oskar Wilde?, dass Gott viel Humor haben müsse, man müsse nur den Menschen einmal beim Akt zusehen.

Hinzu kam Folgendes: Frech wie sie war, führte sie mir eines Tages einen kleinen Videomitschnitt eines unserer Küchentheken- Meetings vor, den sie heimlich mit ihrer Digitalkamera gemacht hatte.
Ich kam nicht besonders gut dabei weg. Während ihr schimmernder Oberschenkel der im schönsten Licht des späten Nachmittags im Vordergrund vor der Kamera hin und her schaukelte und mit seiner schlanken Eleganz wie für diesen Film gemacht schien und mich bei jedem neuen Betrachten in höchste Verzückung setzen konnte, wirkte die Performance meines Körpers -ich gehe nicht ins Detail- störend, peinlich und ganz und gar überflüssig.

Es löste die Betrachtung dieses Films - Paare sollte so öfter einmal sich selbst dabei filmen und es gemeinsam anschauen- schließlich Veränderungswünsche auf beiden Seiten aus.
Sie begann das alles langweilig zu finden und hatte mir nun gezeigt, wie "unerotisch" die Realisierung meiner Lustfantasien und deren Befriedigung wären- was ich so nicht ganz akzeptieren wollte. Und ich versuchte einen Schritt weiter zu gehen und schlug vor, es dann doch eine Zeitlang herum zu drehen, am selben Platz, wenn sie wollte, und dass ich sie zu bedienen und zu ihrer Verfügung sein müsse, gerade umgekehrt.
Und meine so "so dringend notwendige" sexuelle Erleichterung, mein Drang nach ihrer körperlichen Nähe und das alles...? fragte sie (ich spürte bereits, das es nun irgendwie interessanter wurde für sie....)
Nun, entgegnete ich. Meine "Erleichterung" müsse nach ihren Wünschen, besser: mit ihrer Erlaubnis regelmässig stattfinden, aber so, wie immer sie es wolle: ich, vor ihren Augen, Sie, mit der Hand oder wie immer auch; und die weibliche Nähe hätte ich, wenn ich Sie zwischen den Beinen regelmässig -zumindest aber an den "Küchenthekentagen", die durchaus dann häufiger stattfinden könnten, mit Zunge und Hand zu höchster Lust bringen dürfte.
Hm... sagte sie. Wenn Sie es wolle. (Sie liebt Verhandlungen)
Und ich muss es dir dann auch oral besorgen? fragte sie.
Auf keinen Fall. Meine Lust würde zu anderen Terminen, wie gesagt, ganz nach IHREM Dafürhalten "erledigt". Kurz Sie würde bestimmen. Sex wäre für SIE da.

Von nun an.

Sie schaute mich lange an. "Das war es doch, was du wolltest"... sie schmunzelte.
"Sei vorsichtig mein Kleiner, wenn ich Gefallen daran finde"
"Ich weiß", entgegnete ich.
"Gut" sagte sie "als erstes will du wahrscheinlich, dass du es dir auch nicht mehr selbst machen darfst... stimmts? Dass ich das bestimme, ja?"
"Ich glaub' schon. Ja. Ich würde mich so gut es geht daran halten" ....
"Hmm... so gut es geht...., soso...."

Sie beendete das Thema in dem sie mir lächelnd zwei Tomaten auf den Tisch legte, ein Messer und ein Brett dazu. "Jetzt werden wir erstmal Essen machen...schließlich kommen die Kinder gleich".

Es passierte überraschenderweise, nach dieser "Machtübergabe",..... erst einmal garnichts. Wochenlang. Und auch der nächste erste Samstag im Monat (es jetzt war Mai) verstrich ohne sexuelle Escapaden.

Wenn sie bestimmte, dann war es so. Ich war gefangen in der Konsequenz meiner eigenen Vorschläge. Ich wusste es und schwieg erstmal.

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