Eine neue, ganz andere Art von Leidenschaft in einer "Weiblich Geführte Ehe" oder FLR (=Female- Led- Relationship) ? Dieser in den USA und England zunehmend verbreitete Lebensstil verdient es, auch im deutschsprachigen Raum diskutiert zu werden. Wir freuen uns über Kommentare, Einfälle, Geschichten und Meinungen.

Mittwoch, 15. August 2007

Du willst, daß ich WAS?!

Diesen Text, den eine "betroffene" Frau an andere Frauen richtet, die vielleicht wie sie selbst plötzlich einmal mit der Submissivität ihres Mannes konfrontiert werden, fand ich einmal bei Clubfem, er ist ursprünglich in Englisch und ich habe ihn übersetzt; Falls ich irgendwelche Rechte damit verletzen sollte, bitte ich um Nachricht. "Cathy" schreibt:

"Für mich war das erste Anzeichen die zunehmende Tendenz meines Mannes, jeglicher Unterhaltung aus dem Weg zu gehen. Nicht, dass er jemals eine ausgesprochene Plaudertasche gewesen wäre, aber das hier war selbst für seine Verhältnisse ungewöhnlich. Dann fing er an, sich zunehmend durch Kleinigkeiten gestört zu fühlen. Da ich spürte, dass ihn etwas wirklich sehr beschäftigen musste, fragte ich, ob er über irgend etwas mit mir bereden wollte. Natürlich sagte er, nein, es sei alles in Ordnung und es gäbe nichts zu besprechen. So ging es eine ganze Weile weiter bis ich wirklich anfing, mir ernsthaft Gedanken zu machen. Dann kamen endlich die Worte, die keine Frau wirklich gerne hört. "Liebling, wir müssen 'mal miteinander reden!" Wenn ein Mann diese Worte gebraucht, ist es, als würde ein Berg anfangen zu sprechen. Eine böse Vorahnung fällt wie ein Vorhang, und Du weißt, es droht eine Katastrophe. Das Ende von allem, was man bisher kannte. Vorbereitet darauf, von ihm zu hören, dass er mich wegen einem Schätzchen aus dem Büro verlassen will oder er vielleicht ein geheimer Axtmörder ist, oder auch eine Art von schwul/bi-sexuellem Kinderschänder, oder irgendwas, setzte ich mein strahlenstes, unverdächtiges Lächeln auf und sagte, "Gut, lass uns reden."

Es kam alles in einem verworrenem plötzlichen Ausbruch heraus. Und während ich zuhörte, ging meine Reaktion von Überraschung über Befremdung und Schock bis zu wirklichen Zweifeln an seiner Zurechnungsfähigkeit und schließlich zu einem leichten Anflug von Ekel (mein Irrtum, wie ich später sehen würde). Was er mir eigentlich erzählte, war, dass er einfach nicht mehr den "Druck" aushalten konnte und er wollte, dass ich die Kontrolle in unserer Beziehung übernehmen sollte.

Zunächst verstand ich eigentlich gar nicht, was er meinte. Als mir die volle Tragweite unseres Gesprächs bewusst wurde, fingen meine Probleme an. Er wollte von mir nicht nur, dass ich die Kontrolle über unser Leben zu Hause übernehmen sollte, sondern auch über seine alltäglichen Tätigkeiten. Ausserdem sollte ich unsere persönliche und sexuelle Beziehung vollständig kontrollieren. Dann ließ er sozusagen die Hosen ganz herunter: Er wollte nicht nur, dass ich die Kontrolle übernehme, sondern, dass ich dies auch in einer strengen, autoritären und ausgesprochen dominanten Art und Weise täte.
Meine Gedanken sprangen in Panik zu Vorstellungen von zähnefletschenden, schwarz-bestiefelten, Peitsche schwingenden Sexgöttinen mit wimmernden, zu ihren Füssen kriechenden Sklaven. Genauso schnell versuchten meine Gedanken alles abzulehnen, was ich da hören musste. Alles, was ich denken konnte war "warum gerade ich?". Womit hatte ich das verdient? Ich fragte mich, wie es möglich war, dass ich diesen Mann solange kennen und lieben konnte, ohne nur die geringste Ahnung von all dem zu haben. Während ich damit kämpfte, meine Fassung zu bewahren, sagte ich einfach, dass dies alles ziemlich neu für mich wäre (die Untertreibung des Jahres), und ich etwas Zeit bräuchte, um alles zu überdenken und mir meine eigene Meinung zu bilden. Ungefähr eine Woche verbrachte ich in der Bibliothek mit dem Gebiet der abnormen Sexualität. Ich suchte Buchhandlungen auf, die Bücher und regelmäßig erscheinende Veröffentlichungen zu diesem Thema in ihrem Angebot haben. Ich wollte so viel Informationen wie irgend möglich bekommen, bevor ich eine Entscheidung darüber traf.
(An dieser Stelle merkt man, das die Schreiberin offenbar noch nicht über Suchmaschine und einen Computer verfügte. Der Text könnte also schon etwas älter sein……Anm. der Übersetzer)

Was ich dabei fand, war wesentlich mehr, als ich erwartet hatte. Und das, was er gerade durchmachte, war überhaupt nichts besonders Aussergewöhnliches.
Es scheint, dass in der heutigen Gesellschaft, Männer mehr und mehr unter Stress geraten -sowohl bei der Arbeit, als auch was das Leben zu Hause betrifft. Es reicht nicht mehr, dass ein Mann eine gut bezahlte Arbeit findet, er muss immer darum fürchten, seine Stellung in der stärker und stärker werdenden Konkurrenz zu behaupten und läuft ständig Gefahr, dass sein Arbeitsplatz in Zukunft wegrationalisiert wird. Was dabei passiert ist, dass dieses ständig wichtige Entscheidungen treffen zu müssen, ihn innerlich ausbrennt. Nach einem Tag der Arbeit, ist es das Zuhause, wo neue und schwierige Probleme auf ihn warten. Die heutige Gesellschaft legt viel Wert auf längst überholte "Macho"-Verhaltensweisen bei einem Mann. Und der leiseste Hinweis, dass er vielleicht nicht dieser starke, verborgene Super-Typ ist, gilt als ein am meisten gehütetes Geheimnis. Daher konnte ich auch nichts davon ahnen, bevor bei ihm nicht die Belastung so groß wurde, dass er es mir entweder offen gestehen musste oder auf irgend eine andere Weise eine Sicherung bei ihm durchbrennen ließ.

Bewaffnet mit meinem neuen Wissen und einem intuitiven weiblichen Verständnis war ich zuversichtlich, dass ich diese neue Situation auf meine üblichen einfache Art bewältigen konnte. Als wir jedoch unsere Unterhaltung fortsetzen und mehr und mehr Details ans Tageslicht traten, kamen bei mir wieder Zweifel auf. Von besonderer Wichtigkeit war es ihm, dass ich die absolute Kontrolle über unser Sexleben übernehmen sollte, da dies eine Hauptquelle der Belastung für ihn war.

Wie die meisten Frauen hatte ich immer angenommen, dass Männer absolut kein Problem mit Sex hätten, dass dies für sie eher eine Art von "ex-und-hopp, dankeschön" Angelegenheit sei. Aber für den schon unter Belastung stehenden Mann, ist es eher so, dass er nun auch die gewünschte Leistung zum entsprechenden Zeitpunkt zu erbringen hat. Da er immer gelernt hat, dass er nach den "Macho"-Regeln dieser Gesellschaft funktionieren muss, denkt er, dass es von grundlegender Wichtigkeit ist, dass er wie dieser starke Supertyp agieren muss. Er sorgt sich, ob er seiner Partnerin wirklich etwas Gutes tut oder ob sie einfach nur daliegt und ihm etwas vorspielt.

Einer Frau, die diese Situation noch nicht selbst erfahren hat, mag das alles so erscheinen wie das Gejammere über ein paar allzu unbedeutende Probleme. Aber für den Mann, der sich in diesen Umständen gefangen sieht, ist es möglicherweise ein ernsthaft kritischer Zustand, der zu wirklichen Problemen in einer Partnerschaft führen kann, wenn die Umstände nicht in geeigneter Weise geregelt werden. Selbst lang-verheiratete Paare haben sich getrennt, weil diese Aspekte nicht ans Licht kamen, und man damit nicht richtig umgegangen ist. Man wird es wohl nicht vermuten, wenn man die Anderen betrachtet, oder sogar seine eigenen Freunde, aber diese Sache wird in der heutigen Gesellschaft einfach mehr und mehr zur Normalität. Ich garantiere dir wirklich, dass -wenn du 15 bis 20 Paare (verheiratet oder nicht) nimmst,- wenigstens eins von ihnen genau das Gleiche auf der einen oder anderen Stufe durchmacht.

Selbst dann, wenn es niemals einen Hinweis auf dieses Problem gab, sollten Frauen sich der Möglichkeit bewusst sein, dass sie irgendwann in der Zukunft davon betroffen sein könnten. Um zu vermeiden, dass sie wie ich mit einem Eimer kalten Wassers übergossen wird, sollte jede Frau eine Vorstellung haben, wie sie damit umgehen kann, falls dieses Problem einmal auftauchen sollte. Daher bin ich dafür dankbar, dass X. der Veröffentlichung dieses Artikels zugestimmt hat.
Da jeder Fall anders ist, kann ich einfach nicht jeder Frau raten, wie sie sich am besten verhält, wenn eine solche Situation sich anbahnt. Ich kann nur sagen, was immer du auch tust: reagiere nicht, als wenn dir etwas Fürchterliches angetan würde (mein ursprünglicher Fehler). Egal wie merkwürdig es klingt, wie ausgefallen oder auch "pervers" es scheint:

Versuche nicht in Panik zu geraten. Versuche eine offene Einstellung zu bewahren und vermeide vorschnelle Entscheidungen. Falls eure Beziehung, egal ob Ehe oder was auch immer, es Wert ist, bewahrt zu werden, dann höre, was er dir zu sagen versucht. Denk daran, er hat dies alles für lange lange Zeit in sich eingeschlossen, und aufgrund der Natur der Sache war es ihm peinlich, dir seine Gefühle zu offenbaren. So hat sich der Druck mehr und mehr aufgebaut. Vielleicht fällt dir auf, das er anfängt mehr zu trinken als bisher, oder falls er bisher nicht getrunken hat, fängt er damit an, länger fort zu bleiben und das heimatliche Umfeld zu meiden. Seine Frustration kann jede mögliche Form annehmen. Und wenn du fragst, ob etwas nicht in Ordnung ist, dann wird er es gewöhnlich einfach bestreiten. Aber diese Dinge lösen sich nicht von selbst und er wird letztendlich zusammenbrechen und es herauslassen müssen.

Das wird dann sehr schwer für ihn sein und seinen eigenen emotionalen und physischen Tribut fordern. Sei nicht überrascht, wenn er sogar dabei weint, es ist derart schmerzhaft für ihn. Als Frauen denken wir alle sehr gern, dass wir ganz gut mit allem umgehen, was so vorkommen kann. Aber wenn (oder falls) dir dies passiert, dann wirst du eine Entscheidung zu fällen haben. "Bedeutet er mir so viel, dass ich damit umgehen will, oder ist das alles einfach nicht der Mühe wert?" Nur du selbst kannst diese Frage wirklich beantworten.

An dieser Stelle sollte ich aber auch erwähnen, dass sich dir viele Vorteile bieten, wenn man die Sache von einem ganz unbefangenen Standpunkt aus betrachtet. Mit den meisten seiner Bedürfnisse danach, dass du die Kontrolle übernimmst, kann nämlich wirklich sehr einfach umgegangen werden. Letztendlich ist das, was er braucht, die symbolische "Unbeschwertheit" einer Halb-Kindheit. Die Belastungen haben das Beste an seinem Erwachsensein aufgezehrt, und nun bedarf er einer autoritären "Mutter"-Figur, die ihm sagt, was zu tun ist und ihm die ganzen frustrierenden Entscheidungen abnimmt. Aber genau wie ein Halb-Kind braucht er gleichzeitig strenge Regeln, die ihm auferlegt werden, und wirkliche Bekräftigung dieser Grenzen. Der Grad der erfoderlich Kontrolle wird von Fall zu Fall ganz unterschiedlich sein. Manche Männer wollen vielleicht nur eine leicht verstärkte Bewusstmachung der Tatsache haben, dass die Frau das Sagen übernommen hat. Während andere vielleicht eine "Mikrokontrolle" bis ins kleinste Detail benötigen.

Obwohl sie sich in gewisser Weise überschneiden, gibt es drei Hauptbereiche, mit denen du es zu tun hast. Das kann zum einen beinhalten, welche Aufgaben und bis zu welchem Grad er in die Hausarbeit eingebunden wird (endlich!), wohin er gehen darf und wann er zu Hause sein muss und Dinge in dieser Richtung. Gleich hier kann ich dir schon sagen, dass allein die Sache mit der Hausarbeit das Ganze schon lohnt.

Ein weiteres Gebiet ist Sex. Du wirst vielleicht spüren, dass er nun ein grösseres Bedürfinis als zuvor hat, dich zu verwöhnen und zu befriedigen.
Ganz plötzlich ist er eifrig, genau die Dinge zu tun, zu denen du ihn all die Jahre zuvor hattest hinbringen wollen.
Alles was ich dazu sagen kann ist: mach das Beste daraus und genieße es... eventuell findest du auch heraus, er braucht es, dass du ihm in seiner sexuellen Aktivität und seiner Befriedigung Grenzen setzt. Dies scheint eine Art Buße oder Opfer zu sein, die er dir zu schulden glaubt. Es fördert auf jedenfall seine Bereitschaft auf deine Bedürfnisse einzugehen. Ob du einige der typischen "BD/SM" (Bondage/Sadomaso) -Elemente mit eurer Sexleben integrierst, hängt von deinen Gefühlen ab, von seinen Bedürfnissen und deiner Bereitschaft, dich darauf einzulassen.

Der dritte Bereich ist Disziplin. Das ist der Bereich, in dem die Grenzen zwischen notwendiger Kontrolle und ausgesprochenem BD/SM unscharf werden. Dieser Bereich ist es, der die meisten Frauen in Panik versetzt. Wie diszipliniert man schließlich einen erwachsenen Mann? Viele Frauen fühlen sich nicht fähig, ihre Rolle so weit auszudehnen. Und da er nun größtenteils nicht ohne Disziplinierung richtig funktioniert, hat die Beziehung darunter zu leiden.
Als erstes und vor allem anderem wird die Disziplinierung für das Brechen von Regeln, Respektlosigkeit, oder auch für fast jeden anderen Grund die Form eines echten, altmodischen, Versohlens oder der Züchtigung des bloßen Hinterns annehmen.
Warum des bloßen Hinterns? Dadurch, dass dies verlangt wird, muss er seine Abwehr gleichzeitig mit seinen Hosen fallen lassen. Unterbewusst wird er gewissermaßen zu dem unartigen Kind, wie ich es oben besprochen habe. Aber welche Form der Disziplinierung auch immer nötig ist, es ist von grundlegender Bedeutung, dass sie 'echt' ist und unangenehm genug für ihn, dass er sie auch tatsächlich in Zukunft vermeiden wollte.
Dies ist der einzige Weg, ihn in die Lage zu versetzen, anhaltendende Änderungen bei sich in sienem Benehmen und seiner Einstellung vorzunehemen.
Wenn er das nämlich von sich aus selbst schaffen könnte, dann hätte er es schon getan und sich die Peinlichkeit erspart, mit dir diese Dinge zu besprechen.
Und noch etwas: - weil du die Disziplinierung für ihn schmerzhaft genug machen musst, um ihn dazu zu bringen, sie in Zukunft vermeiden zu wollen, darum wird er es in dem Moment, wo sie passiert, nicht haben wollen.
Um es klar zu sagen, die meisten Männer sind einfach größer und körperlich stärker als die meisten Frauen. Sollte er deine Disziplinierung plötzlich einfach nicht mehr wollen, so könnte er sie einfach beenden, wenn er nicht körperlich davon abgehalten würde. Genau das darf er dann nicht tun können.
Damit Disziplinierung auch so funktioniert, wie sie es soll, muss er mit absoluter Gewissheit davon ausgehen, dass es weh tut. Realistischer Weise ist der einzige Weg dies zu garantieren, ihn für die Dauer der Disziplinierung in eine Art von Fesselung zu legen. Genau das ist es, warum so viele Frauen so ein Problem mit der Disziplinierung haben, sie empfinden es einfach als zu "abartig" oder sogar als krank.

Aus persönlicher Erfahrung (ja, ich habe das alles schon durchgemacht) weiss ich, dass so etwas schwer fällt, besonders am Anfang. Es widerspricht allem, was dir beigebracht wurde und wozu du erzogen wurdest. Einmal davon abgesehen, was deine bisherige Vorstellung von "Zweisamkeit" mit diesem Mann war. Aber wie ich bereits sagte, wenn du dich entschieden hast, dass eure Beziehung es wert ist, dann solltest du einfach ein paar neue "Tricks"erlernen. Konzentriere dich zunächst einmal auf das gewünschte Resultat der Disziplinierung, nicht auf den Vorgang der Disziplinierung an sich. Erinnere dich, du bist jetzt die Autoritätsfigur und er ist das unartige Kind. Die meisten Frauen haben als Mütter kein Problem damit, ein ungezogenes Kind zu disziplinieren, um sein Verhalten zu korrigieren. Du musst dich einfach nur an den Gedanken gewöhnen, dass dieses spezielle Kind hier etwas grösser und älter ist als du. Du kannst auf diesem Gebiet so kreativ sein wie du nur möchtest.

Nach einem Jahr des einfachen alten Hinternversohlens war ich gelangweilt und entschied mich, etwas mehr Spaß für mich selbst zu haben. So fing ich an, schrittweise mit anderen Formen der Bestrafung zu experimentieren, die insbesondere zu der männlichen Anatomie passten.
Ich will hier nicht weiter ins Detail gehen, aber der Gebrauch von Klammern, Gewichten und veränderbarem elektrischen Impulsen gehören jetzt zu meinem Standart- Repertoire zusätzlich zum guten alten Hinternversohlen. Ob ich denke, dass das "krank" ist? Ich muss zugeben, dass ich mich ganz am Anfang etwas schuldig fühlte, bis ich herausfand, dass ich es in der Tat sogar genießen konnte, Disziplinierung auszuteilen, die er nun brauchte. Du musst dir einfach dessen bewusst sein, dass du nicht sinnlose Gewalt austeils, sondern einfach eine sorgsam gewählte Menge von ziemlicher Unbequemlichkeit. Aber nochmals muss ich betonen, dass, welche Art der Disziplinierung du auch immer wählst, diese echt sein muss und er fühlen muss, dass du es wirklich ernst meinst.

Wenn du es in seinem Kern betrachtest, ist es nicht wirklich anders als die Erziehung eines jungen Hundes. Du musst eigentlich nur die Regeln festlegen, darauf achten, dass er sie strikt einhält und ihn disziplinieren, wenn er vom Weg abkommt. Du wirst sicherlich herausfinden, dass er (wie Kinder und kleine Hunde) dich gelegentlich auf die Probe stellt, um herauszufinden, ob es dir auch wirklich ernst ist. Glaub mir, er hofft wirklich, dass es dir ernst ist und dass du ihm auch nicht das Geringste durchgehen lässt. Falls du in einer grösseren Stadt wohnst, könntest du mit einer der "professionellen" dominanten Frauen Kontakt aufnehmen, die in verschiedenen Anzeigen werben. Sie sind eine gute Quelle für Tipps und Strategien in den Bereichen von Sex und Disziplin und darin, wie man solche Dinge ohne Probleme ablaufen lassen kann. Grössere Städte haben auch Clubs und Vereinigungen, wo dominante Frauen und ihre submissiven "anderen Hälften" sich treffen und Gedanken austauschen. Ob du jemals soweit in diesen Bereich eintauchen willst, um einer Gruppe beizutreten, oder nicht, liegt bei dir. Denke aber daran, dass das, was für jemand anderen gut funktioniert, für dich so vielleicht nicht das Passende ist. Es braucht seine Zeit, um deinen eigenen "Stil" zu finden und ebenso den Ablauf, der am besten zu den Anforderungen deiner besonderen Situation passt.

Wenn du es schaffst, die ersten paar Monate zu überstehen, dann werden die Dinge für euch beide leichter werden. Du wirst eine gewisse Routine bekommen und wenn du wie die meisten Frauen bist, dann wirst du herausfinden, dass da wirklich viel mehr Angenehmes an deiner neuen Rolle ist als Unangenehmes. Ob du es glaubst oder nicht, manche Frauen würden alles dafür geben, in deiner Position zu sein. Das alte Sprichwort "Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, dann mach einfach Limonade daraus." war nie so zutreffend wie in dieser Situation. Sieh dir einfach mal die echten Vorteile für dich an:

1. Er wird deutlich viel aufmerksamer dir gegenüber sein, deinen Wünschen und Bedürfnissen.
2. Du kannst /wirst mehr Hilfe im Haushalt haben (ja,ja!!). Teile ihm einfach nur die genaue Aufgabe zu, die er übernehmen soll, gib ihm Anweisungen und Regeln, wie du es erledigt haben willst und wie oft. Mache ihn strengstens verantwortlich für die Qualität und Zeitgrenzen.
3. Da du nun auch die Regeln für den Sex aufstellst, kannst du alles bekommen, was und wie du es willst, wann du willst und so lange du willst. Lass ihn niemals seine eigene Befriedigung bekommen, bevor du nicht vollständig selbst zufrieden gestellt bist. Tatsächlich ist sogar das Ob, Wann und Wieviel ihm mit sich selbst etwas erlaubt ist, von dir und deiner Maßgabe abhängig.
4. Jede Frau hat zumindest einen Hauch von "Hure" in sich. Dies ist die perfekte Gelegenheit sich "gehen zu lassen" und dabei noch einen positiven Effekt zu haben.
5. Du kannst ihn formen, ganz wie du es dir immer erträumt hast (leugne es nicht). Eine Chance, die die meisten anderen Frauen wahrscheinlich in ihrem ganzen Leben nicht mit ihrem Mann haben werden.

Wenn diese Situation also jemals in deinem Leben eintreten sollte, betrachte es nicht nur als eine Krise. Versuche es als eine einmalige Gelegenheit zu sehen, die nicht nur euer beider Leben verbessern, sondern auch eure persönliche Bindung stärken kann. Last but not least:

Selbst dann, wenn er es niemals zur Sprache bringt, solltest du vielleicht diejenige sein, die das Eis bricht und versucht, sein Interesse zu wecken. Du kannst nie wissen. Auf jeden Fall sage ich heute: Versuch es - du könntest vielleicht Gefallen daran finden."

(übersetzt von Achatz)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist alles so wunderschön.
Man könnte in den Vorstellungen so richtig versinken !
Und dann kommt die Realität !
Aber:
Vielen Dank für den Blog !
Sehr gut gemacht !

Achatz hat gesagt…

Danke, ich freue mich über das Kompliment. Ja, die Realität ist ein wenig steiniger. Gerne nehme ich deshalb Berichte entgegen für diesen Blog, wo eben alles "nicht so wunderbar" läuft. Wer weiß allerdings, wann die Realität sich vielleicht auch einmal ändert?
Das Internet zeigt sehr eindeutig, wieviele, (sehr viele!) (Männer vor allem, aber auch mehr und mehr Frauen) davon träumen, anders in ihren Beziehungen zu leben -abseits einer "perversen"Schmuddelwelt- und wieviele schon etwas davon umsetzen..

Roswitha hat gesagt…

Realität klingt hier so traurig als wäre es ein aussichtslos trauriger Zustand für die Ewigkeit. Femdom scheint ein reiner Männertraum zu sein, der allzu oft unerfüllt bleibt. Gut, der Weg mag steinig sein, aber da muss man durch, wie in so vielen Dingen des Lebens. In der Tat ist zu Beginn die eingestandene Unterwürfigkeit des Mannes für die Frau wohl schwer zu verstehen, wenn sie selbst keinerlei Berührungspunkte mit der Materie hatte. Dieser Blog wird viele falsche Vorstellungen aus den Köpfen der (hier speziell deutschsprachigen) Frauen zerstreuen – ganz sicher – und einige Paare werden beginnen, werden beginnen mehr miteinander zu reden und letztendlich miteinander Femdom in ihre Beziehung/Ehe zu installieren. Man braucht als Frau nicht sofort zum peitschenden Superweib mutieren und man muss als Mann den Moment der Offenbarung seiner devoten Natur gegenüber der Partnerin nicht fürchten, weil es bislang andere Gründe gibt, wofür man geliebt wird.

Alle diese Seiten sind sehr gut geeignet, sich als Frau mit Femdom zu befassen, die Hintergründe der männlichen Sexualität zu begreifen und damit den Part der dominanten Frau auch für sich zu entdecken. Wenn man als Frau die ersten Schritte macht, spürt man förmlich die sehr weibliche Power und die geradezu sexuelle Energie, die man ausstrahlt und natürlich bleibt die vorteilhafte Wirkung für die Partnerschaft insgesamt nicht aus. Für eine Leserin die eine unterwürfige Passion ihres Mannes bislang nur vermutet, aber auch für alle Mann/Frau-Beziehungen gilt eine Rezeptur, die kleine Wunder bewirkt: Man nehme die Strenge einer Diva, die Zuverlässigkeit einer Gouvernante und dazu maßlose Eleganz. Dieser Kombination kann sich garantiert kein Mann entziehen und jede Frau kann ihre ganz persönliche Reizoffensive starten, fernab moralischer Bedenken. Wenn man ein wachsames Auge auf seinen Liebsten hat, wird es nicht schwer fallen, seine individuellen Schwächen zu erforschen und darauf das Netzwerk von Aufgaben und Pflichten, Manieren und Disziplin zu errichten. Hierauf stützt sich das Konstrukt in seine vielerlei Bereichen, wo sexueller Anreiz, Abhängigkeit und Erziehung ineinander greifen. Viele Qualifikationen trägt jede Frau naturgemäß in sich, sie müssen nur ausgepackt, abgestaubt, poliert und dann gehörig verstärkt werden. Welche Frau hat z. B nicht die Fähigkeit ihre Stimmlage, ihren Ton zu verschärfen. Wenn der Mann aus Unachtsamkeit ihr neues Kleid beschmutzt oder mit schmutzigen Schuhen den frisch gereinigten Teppich betritt, kann sie es ohne weiteres. Die gleiche Empörung, die gleiche Schärfe, die gleiche Bestimmtheit kann man jederzeit auf sexuelle Begegnungen anwenden, ohne sich verstellen zu müssen. Und ehe man sich versieht ist man mitten in der wundersamen Welt von Femdom, wenn der Mann sich ungehörig oder ungeschickt verhält. Warum hierzu nicht auch im Schlafzimmer die oftmals gescholtenen weiblichen Eigenschaften einsetzen: Ungeduldig sein, gereizt, genervt, erwartungsvoll, skeptisch, kritisch, unzufrieden, empfindlich.... Femdom ist also kein Theater, keine Schauspielerei, keine Inszenierung (weiß Gott ohne künstliche, verkrampfte Dialoge oder gar Choreographie für dominantes Verhalten), sondern eine auf die sexuellen Verbindungen (Mann/Frau) angeschlossene weibliche Dominanz (auch durch bewusste Distanz und reale Autorität).

Femdom ist also gewiss kein Schmuddelzeug, kein pornographisches Hardcore oder BDSM für den Hausgebrauch. Es ist ein zugegeben drastischer und aggressiv anmutender Stil einer weiblichen Vorherrschaft, aber letztendlich doch nur sinnlicher und sehr erotischer Verstärker in vielerlei Hinsicht, ein Verstärker für die Weiblichkeit, für die Anziehungskraft, für die Selbstlosigkeit, für die Intimität, für die Vertrautheit, für die Harmonie. Dafür lohnt es sich, in manchen Bereichen alter Gewohnheiten, Eigenschaften, Bequemlichkeiten und Anschauungen umzudenken.

Anonym hat gesagt…

Danke für diesen gut gemachten, intelligenten und sinnlichen Blog, der mir geeignet scheint, Frauen an das Thema weiblicher Überlegenheit und männlicher Submissivität heranzuführen. - Jedenfalls habe ich ihn zum Anlaß genommen, mich meiner Partnerin schriftlich zu offenbaren, erst vorsichtig, dann sehr ausgesprochen, und habe sie auch auf diesen Blog aufmerksam gemacht. Bisher tolerierte sie meinen zunehmenden Bekenntnisdrang, ermunterte mich sogar, mehr von mir mitzuteilen, ohne allerdings explizit auf irgendwelche Inhalte einzugehen. In unseren häufigen Telefonaten klammern wir das Thema bisher aus. Bald werde ich mich einige Tage bei ihr aufhalten, habe aber überhaupt keine Vorstellung, wie sie sich verhalten wird. Ich denke, jetzt wo sie in Kenntnis gesetzt ist - geahnt hat sie es wahrscheinlich schon länger - liegt der nächste Schritt bei ihr. Tatsächlich geht es mir wie bei einer jugendlichen ersten Liebe: Hoffnungen, Ängste, Zweifel, Befürchtungen. Wie wird sie es aufnehmen? Ich besuche Sie mit Herzklopfen...

Achatz hat gesagt…

...freue mich über das Lob und auf Erfahrungsberichte: wie hat sie reagiert, wie hat es sich entwickelt. Und das Herzklopfen ist mir so vertraut!
Einen spannenden Erfahrungs- Blog zu diesem Thema -mit vielen Rückschlägen und Fortschritten leider nur auf Englisch- fand ich von einem Australier: http://subservire.blogspot.com/

Good Luck!